Weniger Volumen und Spannkraft

Mit Hut gegen die Hitze: So bleibt Ihr Haar auch im Sommer seidig und gesund

Sonnenhüte schützen im Sommer Kopfhaut und Haar vor der Sonne.

Sonnenhüte schützen im Sommer Kopfhaut und Haar vor der Sonne.

Köln/Berlin. Nicht ohne UV-Schutz für die Haut in die sommerliche Mittagssonne gehen – das weiß schon jedes Kind. Was aber selbst viele Erwachsene nicht wissen: Auch das Haar braucht im Sommer besondere Pflege – und Schutz vor der Sonne. Sonst wird es brüchig und stumpf.

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„UV-Strahlen, Chlor- oder Salzwasser, aber auch Hitze sorgen dafür, dass Haare im Sommer oft großen Strapazen ausgesetzt sind“, erklärt Roberto Laraia, Art Director beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. Das sorgt dafür, dass Haare trocken und brüchig werden und ihren Glanz verlieren, weiß der Haarexperte.

Dafür gibt es vor allem eine Erklärung: „Die Lipide des Haars gehen verloren“, erklärt Laraia. Lipide sind Fettstoffe, die sowohl in der Haut als auch im Haar vorkommen. Im Haar verbinden sie die einzelnen Schichten wie eine Art Klebstoff. Doch das ist noch nicht alles: „Bei gestresstem Haar beschleunigt sich die sogenannte Telogenphase, also die Ruhephase, in der das Haar nicht wächst“, fährt Laraia fort. Im schlimmsten Fall kann es durch den Lipidmangel und die beschleunigte Telogenphase sogar zu Haarausfall kommen.

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Haare brauchen im Sommer besondere Pflege, die vor der Sonne schützt. Spezielle ölhaltige Sprays helfen dabei.

Haare brauchen im Sommer besondere Pflege, die vor der Sonne schützt. Spezielle ölhaltige Sprays helfen dabei.

Haare mit Kopfbedeckung schützen

Diese Problematik kennt auch der Berliner Star-Friseur Udo Walz. Zudem verlieren Haare im Sommer auch Volumen und Spannkraft, merkt er an. „Deshalb sollte man das Haar im Sommer auch schützen.“ Und zwar selbst dann, wenn man nur in der Stadt unterwegs ist, meint der Star-Friseur. Sein Tipp: „Ein Baseball-Cap hilft dabei, die Haarschäden zu minimieren.“ Das gilt natürlich auch für den klassischen Strohhut oder den Turban.

Für eine Kopfbedeckung bei Sonnenstrahlen plädiert auch die Kölner Dermatologin Uta Schlossberger. Denn Sonneneinstrahlung, aber auch schwitzen macht nicht nur den Haaren zu schaffen, sondern auch der Kopfhaut. Die Folge kann ein nerviger Juckreiz sein. Schlossberger empfiehlt: „Hier können spezielle Tonics mit Schwarztee oder Minze hilfreich sein, weil sie die Kopfhaut beruhigen.“

Außerdem empfiehlt die Hautärztin bei der Haarpflege im Sommer möglichst auf Produkte zurückgreifen, die ohne Duft- und Konservierungsstoffe auskommen. „Beides kann nämlich gereizte Kopfhaut zusätzlich strapazieren.“

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Salzwasser und UV-Strahlen reizen das Haar

Besonderen Belastungen ist das Haar im Urlaub am Meer ausgesetzt. Salzwasser und UV-Strahlen reizen es, tiefenwirksame Pflege ist hier das A und O. Aber bereits vorbeugend kann man sein Haar schützen. Auch hier hat Walz einen praktischen Tipp: „Wer sein Haar am Strand zu einer sogenannten Banane im Grace-Kelly-Stil hochsteckt, verringert die Strahlung, die aufs Haar gelangt.“ Das gilt auch für den klassischen Pferdeschwanz.

Man kann darüber hinaus dem Haar noch etwas besonders Gutes tun: Vor dem Hochstecken oder zusammenbinden eine Kur oder Maske einarbeiten. Die zieht durch die Wärme der Sonne besonders gut bis in die Tiefen der Haare. Besonders praktisch: „Mittlerweile gibt es sogenannte Leave-In-Produkte, bei denen das Ausspülen entfällt“, erklärt der Berliner Star-Friseur.

Generell gilt: Sommergestresstes Haar benötigt besonders viel und intensive Pflege. Die beginnt bereits bei der Reinigung. „Hier sollte man zu einem Shampoo mit feuchtigkeitsspendenden Ingredienzen greifen“, rät Laraia. Dazu zählen beispielsweise Shampoos mit Hyaluronsäure. Wie bei der Haut auch, sorgt Hyaluron dafür, dass die Feuchtigkeitsspeicher aufgefüllt werden.

Vor allem wichtig im Urlaub am Meer oder Pool: Das Haar gleich nach dem Strandtag waschen und gründlich ausspülen, damit keine Reste von Salzwasser oder Chlor im Haar verbleiben.

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Kur und Maske für die tiefe Pflege

„Nach dem Haarewaschen pflegt eine Kur oder Maske das Haar“, so Laraia. Alternativ kann man auch ein Haaröl benützen. Gibt es das zum Aufsprühen, muss es anschließend nicht mal mehr ausgewaschen werden. „Diese Öle haben sich als besonders wirksam bei gestresstem Haar erwiesen“, erklärt der Haar-Profi zudem. Seine Favoriten: Baobab-Öl, also Öl, das aus dem Affenbrotbaum gewonnen wird, sowie Öle mit Bergamotte oder Orange. „Das Schöne daran: Die modernen Haaröle beschweren das Haar nicht.“

Ein weiterer Vorteil: Öle lassen sich zudem sehr sparsam dosieren. „Bei kurzem Haar reichen zwei Tropfen, die in die Spitzen eingearbeitet werden, bei längerem oder dickem Haar sind es drei bis fünf“, erklärt Laraia. Für unverzichtbar halten sowohl er als auch Walz zudem spezielle Schutz-Sprays für die Haare: „Sie schirmen UV-Strahlen ab und funktionieren genauso wie ein Sonnenschutz für die Haut“, erklärt Walz.

Besonders anfällig für sommerliche Haarschäden sind übrigens kolorierte Haare. Deshalb rät Walz dazu, wenn möglich aufs Haarefärben vor dem Urlaub zu verzichten: „Ansätze lassen sich auch durch Lidschattenpuder in der passenden Farbe kaschieren, das man einfach ins Haar bürstet“, ist sein Tipp gegen einen herauswachsenden Ansatz.

RND/dpa

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