Ernährungsmediziner gibt Tipps

Nährstoffmangel: Sind Supplements wirklich nötig?

Nur in seltenen Fällen ist eine ergänzende Einnahme von Vitamin D nötig.

Einen Vitamin-D-Mangel sollte man von einer Ärztin oder einem Arzt abklären lassen.

Bin ich ausreichend mit Nährstoffen versorgt? Diese Frage stellen sich in Deutschland immer mehr Menschen. Viele greifen daher zu Nahrungsergänzungsmitteln. Laut des Verbrauchermonitors des BfR nimmt ein Drittel der Bevölkerung mindestens einmal pro Woche Vitamine über Nahrungsergänzungsmittel zu sich – jede sechste Person sogar täglich. Doch ist das überhaupt notwendig?

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„Die überwiegende Zahl der Menschen in Deutschland ist mit Vitaminen ausreichend versorgt“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). In Deutschland gibt es nur wenige Mängel, die viele Menschen betreffen, sagt auch Johannes Georg Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner. Zu den Menschen, die öfter betroffen sind, gehören Schwangere, Stillende, Ältere und Veganerinnen und Veganer. Auch Leistungssportlerinnen und Leistungssportler sind unter Umständen von einem Nährstoffmangel betroffen.

Vitamin-D-Mangel ärztlich abklären lassen

Wenn von „Nährstoffen“ die Rede ist, sind damit meist Vitamine und Spurenelemente gemeint. Doch zu den Nährstoffen gehörten auch Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate sowie Mineralstoffe, erklärt Wechsler. „Bei Fett und Kohlenhydraten gibt es in der Regel aber keinen Mangel“, so Wechsler. Anders sehe das aber bei Eiweiß und Vitaminen aus.

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Am häufigsten ist in Deutschland jedoch der Vitamin-D-Mangel: „Viele Menschen leiden unter einem Mangel an Vitamin D – weil sie nicht mehr ohne Sonnenschutz in die Sonne gehen“, sagt Wechsler. Demnach liegt die durchschnittliche Zufuhr von Vitamin D in Deutschland bei etwa 800 Internationalen Einheiten (IE). Der Bedarf dagegen wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit etwa 1500 bis 2000 IE angegeben. „Es ergibt als durchaus Sinn, dieses Defizit zu substituieren“, sagt Wechsler. Er empfiehlt, von einer Ärztin oder einem Arzt abklären zu lassen, ob ein Vitamin-D-Mangel vorhanden ist – und wie hoch dieser sei. Denn: Ein Vitamin-D-Mangel kann viele Folgen haben. Das beginne Wechsler zufolge bei Auswirkungen auf die Knochen bis hin zur Psyche. Nur mit einer vorherigen Vitamin-D-Bestimmung übernimmt dann auch die Krankenkasse die Kosten für das Nahrungsergänzungsmittel.

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Schwangere müssen auf Nährstoffe achten

Viele Menschen nehmen außerdem nicht genügend Jod zu sich. „In Deutschland herrscht ein gravierender Mangelzustand an Jod“, erklärt Wechsler. Einen Teil des Bedarfs könne man zwar durch die Nahrung aufnehmen, doch dies reiche nicht aus. Wechsler empfiehlt, jeden Tag 100 Mikrogramm Jod mit Nahrungsergänzungsmitteln zu substituieren. Denn „Jod ist sehr wichtig für unsere Schilddrüse“. Fehle ihr das, bilde sie Follikel, Knoten und Zysten – die dann operativ entfernt werden müssen.

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Gerade Schwangere müssen auf ihre Nährstoffzufuhr achten. Das liegt daran, dass sie Vitamine und andere Nährstoffe mit dem Embryo teilen. Dieser erhöhte Bedarf kann aber laut DGE fast vollständig durch den Verzehr von Lebensmitteln mit hoher Nährstoffdichte abgedeckt werden. Schwangere sollten daher vor allem Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Milchprodukte zu sich nehmen. Bereits vor und spätestens ab Beginn der Schwangerschaft wird allerdings von der DGE empfohlen, Folat und Jod in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen. Genaue Mengen werden vom Arzt oder von der Ärztin berechnet und verschrieben.

Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine vollwertige Ernährung

Auch Frauen, die stillen, haben einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Zusätzlich zur täglichen Einnahme von Jodid (laut DGE 100 bis 150 Mikrogramm pro Tag) sollte vom Arzt oder von der Ärztin unbedingt ein eventueller Eisenmangel abgeklärt werden.

Ältere Menschen sollten ebenfalls darauf achten, dass sie genügend Nährstoffe zu sich nehmen. Laut Wechsler leiden etwa 30 bis 40 Prozent der älteren Menschen unter einem Eiweißmangel. Dieser macht sich vor allem in der Beweglichkeit der Menschen bemerkbar. Mängel bei älteren Menschen entstehen Wechsler zufolge häufig, weil sie vergessen zu essen oder zu trinken. Seniorinnen und Senioren sollten daher unbedingt ärztlich abklären lassen, ob und in welchem Maße ein Nährstoffmangel besteht. Dieser lässt sich meistens leicht durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beheben – eine vollwertige Ernährung ersetze dies allerdings nicht, so die DGE.

Um ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu sein, muss man kein Fleisch essen. Anders sieht es bei Menschen aus, die komplett auf tierische Produkte verzichten: „Ein Veganer hat immer einen Mangel zu beklagen“, sagt Wechsler. So kann bei Menschen, die sich vegan ernähren, schnell ein Mangel an Vitamin B12 entstehen. „Auch die Aufnahme von Protein, Vitamin D, Eisen und Jod kann schwierig sein“, erklärt die Krankenkasse TK.

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„Die meisten Mängel kann man den Menschen nicht ansehen“, erklärt Wechsler. Deswegen lohne es sich, ärztlich überprüfen zu lassen, ob etwas fehle.

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