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Hilfsaktion

Altenburger bringen weitere Medizintechnik in die Ukraine – und ein Promi fährt mit

Start im Altenburger Land (linkes Foto): Diesen Rettungswagen, ausgestattet mit allerlei Gerätschaften für die Versorgung von Kindern, hatte Thomas Wolf mit Begleitern Anfang April in die Ukraine gefahren. Übergabe in Lemberg (rechtes Foto): Klinik-Chef Andriy Lohin (r.) nimmt den Rettungswagen samt Schlüssel und Papieren von Thomas Wolf entgegen.

Start im Altenburger Land (linkes Foto): Diesen Rettungswagen, ausgestattet mit allerlei Gerätschaften für die Versorgung von Kindern, hatte Thomas Wolf mit Begleitern Anfang April in die Ukraine gefahren. Übergabe in Lemberg (rechtes Foto): Klinik-Chef Andriy Lohin (r.) nimmt den Rettungswagen samt Schlüssel und Papieren von Thomas Wolf entgegen.

Altenburg. Während der Krieg in der Ukraine nun schon seit eineinhalb Monaten tobt, wird vor allem eines immer wichtiger: Unterstützung bei der medizinischen Versorgung. Viel lebenswichtige Infrastruktur im Lande ist zerstört, dringend benötigtes Material zur Behandlung Kranker ist knapp geworden.

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Das Helfer-Team um die Altenburger Thomas Wolf und Yuliya Stepanova versucht deshalb nun vor allem in diesem Bereich für Nachschub zu sorgen. Anfang April organisierte Wolf zusammen mit Altenburger Unternehmern und dem hiesigen Klinikum die Rund-um-Erneuerung eines vormals ausgemusterten Rettungswagens für Kinder und brachte ihn zum Sheptytsky Hospital im ukrainischen Lemberg, dem Partnerkrankenhaus der Altenburger Psychiatrie (die OVZ berichtete).

Klinikalltag mit dem Krieg im Nacken

„Ich habe das Fahrzeug dort bis vor die Tür gefahren, damit es wirklich am Bestimmungsort ankommt. Der Leiter des Hospitals hat sich sehr gefreut. Der Wagen ist jetzt im Einsatz“, erzählt Thomas Wolf von seiner jüngsten Reise ins Kriegsgebiet. Und berichtet von schwer bewaffneten Soldaten an den Kontrollpunkten in Lemberg, vom allgegenwärtigen Mangel in dem Krankenhaus mit angeschlossener Poliklinik, von Mitarbeitenden, die versuchen, ihren Alltagsaufgaben nachzugehen in dem Wissen, dass es jeden Moment wieder ein Raketenalarm kommen könnte.

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Um Patienten außerhalb der Poliklinik versorgen zu können, fehlt es an Notarztwagen. Möglichst geländegängig, damit sie über die kaputten Straßen im Umland kommen. Der Hilferuf ist in Altenburg angekommen: Pflegeunternehmer Michael Hose holt diese Woche ein passendes Gebrauchtfahrzeug aus Gera, lässt es aufarbeiten – nächste Woche soll es nach Lemberg überführt werden, schildert Hose im Gespräch mit der OVZ.

Unternehmer spenden für weiteren Rettungswagen

Ein starkes Echo kam zudem von Ostthüringer Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Gera/Altenburger Land. „Auf meine Spendenanfrage hin kamen spontan mehrere Tausend Euro zusammen, um einen weiteren Rettungswagen zu erwerben und für die Ukraine flott zu machen“, schildert Hose. Das Fahrzeug sei bis vor Kurzem an der Ostsee im Einsatz gewesen. In Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst in Frankfurt/Oder soll es zu einer Klinik nach Kiew gebracht werden. Und das mit öffentlicher Wirkung: Evil Jared Hasselhoff, Bassist der Band Bloodhound Gang und in diversen deutschen Fernsehshows aktiv, werde den Rettungswagen in Richtung Ukraine steuern, kündigt Michael Hose an. Weitere Prominente könnten noch hinzukommen. „Wir wollen auf diese Weise noch mehr Menschen zum Spenden animieren.“

Der Bassist der Band Bloodhound Gang, Evil Jared Hasselhoff, soll einen Rettungswagen gen Ukraine steuern.

Der Bassist der Band Bloodhound Gang, Evil Jared Hasselhoff, soll einen Rettungswagen gen Ukraine steuern.

Zuvor jedoch ist Thomas Wolf wieder auf Achse. In der Nacht zum Samstag bricht er zusammen mit Yuliya Stepanova erneut gen Lemberg auf. Im Gepäck unter anderem: jede Menge medizinische Ausstattung – vom EKG-Gerät über Patientenmonitore bis hin zu OP-Besteck, Bandagen und Nahtmaterial. Was nicht vor Ort gebraucht wird, geht tiefer ins Land – die Lemberger stehen auch mit anderen Krankenhäusern in Kontakt, erklärt Thomas Wolf. „Die Technik ist gebraucht, aber funktionstüchtig“, sagt Michael Hose. Er gibt noch einen Stapel schokoladiger Geschenke dazu. Für die Kinder in Lemberg. Schließlich ist Ostern.

Ukraine-Hilfezentrum zieht um

Das Altenburger Ukraine-Hilfezentrum zieht um – vom Markt 2 an den Roßplan 19/21. Das ehemalige Fitnessstudio ist ab Mittwoch die neue Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden und für all jene, die mit Spenden die Ukraine-Flüchtlinge oder die Menschen im Kriegsgebiet unterstützen möchten. Gut einen Monat, nachdem das Hilfezentrum neben dem Rathaus eröffnet worden ist, sind die Räumlichkeiten dort zu eng geworden. Die Spendenbereitschaft, aber auch der Bedarf ist groß. Am neuen Standort am Roßplatz soll genug Platz sein, um alles übersichtlicher zu sortieren und Regale zu stellen.

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Von Kay Würker

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