Benefizaktion „Ein Licht im Advent“

Der Altenburger Hofsalon als freundlicher Ort: Hodan und Aminu freuen sich drauf

Aminu Mohammed und Hodan Dool haben sich mit Michael Rühlmann auf dem Platz getroffen, wo der Hofsalon entstehen soll.

Aminu Mohammed und Hodan Dool haben sich mit Michael Rühlmann auf dem Platz getroffen, wo der Hofsalon entstehen soll.

Altenburg. Dass sich Aminus und Hodans Wege kreuzen, noch dazu in Altenburg – purer Zufall. Er stammt aus Ghana, sie aus Somalia, ihre Heimatländer liegen tausende Kilometer voneinander entfernt.

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Doch ihre Heimat ist nicht mehr ihr Zuhause. Sie haben den Alltag aus Not und Repressalien gegen Hoffnung eingetauscht. Hoffnung auf eine Zukunft, die den Namen verdient. Und sind – auf Umwegen – in Altenburg gelandet. Aminu Mohammed und Hodan Dool haben in dieser Stadt und in diesem Landkreis viel gefunden. Beide haben sie in einen Job, finanzieren damit ihr Leben, ihre Wohnung, kleinere Wünsche. Die Tage sind geregelt, Altenburg ist ihnen ein dauerhafter Ort geworden nach Jahren des Unterwegsseins. Und doch sind sie weiterhin auf der Suche – nach dem Gefühl, angekommen zu sein.

Deutsch mit Zertifikat

So richtig hat sich das noch nicht eingestellt. Dabei hat Aminu Mohammed schon einiges unternommen. Er lernte die deutsche Sprache, schaffte das Niveau B1 – fortgeschrittene Sprachverwendung. Er vertiefte sich in die Berufsorientierung, schrieb 137 Bewerbungen und fand schließlich Arbeit in der Käserei Altenburger Land in Lumpzig. Das Innova-Sozialwerk hat dem 22-Jährigen dabei geholfen – über das Landesprogramm „Start Bildung“ für junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. „Es vermittelt neben der Sprache berufsorientierende Kenntnisse“, erklärt Michael Rühlmann von der Innova. „Er ist unglaublich engagiert“, sagt Rühlmann über Aminu Mohammed.

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Hodan findet Arbeit im Seniorenheim

Auch Hodan Dool hat über das Landesprogramm viel Zeit in Sprache und Berufsorientierung investiert. Die fehlende anerkannte Schulausbildung kann das zwar nicht ersetzen, aber Hodan hat beruflich Anschluss gefunden. Die 23-Jährige arbeitet nun im Pflegeheim in Klausa als Helferin, schwärmt von ihrem Team und den alten Leuten, „die so nett sind“.

Trotzdem ist sie abends wieder allein in ihrer Wohnung, ebenso wie Aminu. „Ich glaube, ich bin der einzige Ghanaer in Altenburg“, sagt er. Die beiden wünschen sich in der Stadt mehr Treffpunkte, an denen es ihnen nicht widerspiegelt wird, dass sie eine lange Reise hinter sich haben. Wo Migration kein Stempel ist. Freundliche Orte eben.

Der gewohnte prüfende Blick

Was ihn in diesem Wunsch bestärkt, erklärt Aminu an Alltagsbeispielen. „Wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe oder in der Tankstelle am Regal stehe, gucken mich die Leute an, als wollte ich gleich was klauen.“ Diesen prüfenden Blick, den kenne sie auch vom Busfahren, ergänzt Hodan. „Die Fahrkartenkontrolleure schauen sich mein Ticket meist deutlich länger und genauer an als bei anderen Leuten“, habe sie festgestellt.

Michael Rühlmann nennt das „Stereotype im Kopf“. „Die sich auflösen würden, würde man sich auch nur mal zwei Minuten mit Aminu oder Hodan unterhalten.“ Doch so sind die Blicke stetige Begleiter.

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Im September, am Tag des offenen Denkmals, hat Aminu einen Ort gefunden, wo ihm das nicht passiert ist. Michael Rühlmann hatte ihn mitgenommen zu einer öffentlichen Veranstaltung hinter der Brüderkirche. „Ich weiß ja, dass er sich gern engagiert, es ihm aber schwerfällt, Anschluss zu finden.“ An diesem Septembertag dauerte es nur einige Minuten, da stand der Ghanaer am Pizzaofen, half spontan mit – und blieb, bis ihn nachmittags die Spätschicht in die Käserei rief.

Feierabend mit Wohlgefühl

Auch Hodan war schon mal auf diesem Platz hinter der Kirche, bei einer Veranstaltung namens Feierabend. Ein lockeres Sommer-Format zum Treffen, Plaudern, Beisammensitzen. Die 23-Jährige erinnert sich gern daran. Es habe sich gut angefühlt. Wie ein freundlicher Ort.

Allerdings liegt der die meiste Zeit des Jahres ungenutzt. Das Projekt Hofsalon, initiiert von Pfarrer Sandro Vogler und zahlreichen Unterstützern, soll das ändern. Geplant ist ein Ort für kulturelle, sportliche und gesellige Veranstaltungen. Ein Platz, der tagsüber allen offensteht, ohne Eintritt, Einladung oder Einlasskontrolle, unabhängig von Religion oder Weltanschauung. Gern auch ohne Anlass, einfach bloß zum Kaffeetrinken, Grillen und unter Menschen sein.

LVZ-Benefizaktion „Ein Licht im Advent“ unterstützt den Hofsalon

Um den Hofsalon zu gestalten, werden Spenden gebraucht. Die LVZ-Benefizaktion „Ein Licht im Advent“ soll dabei helfen. Die erste Errungenschaft, mit der die Initiatoren den Platz bereichern wollen, ist ein Kleinkinderspielbereich. So soll der Hofsalon ein freundlicher Ort auch für Familien werden.

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Aminu und Hodan freuen sich schon auf die Abende, an denen dort die Musik spielt. Dann werden sie wohl immer mal da sein, sagen sie. Ihre Wege werden sich wieder kreuzen. Und das wird dann kein Zufall sein.

So können Sie spenden:

Füllen Sie bitte einen Überweisungsschein aus:

Zahlungsempfänger: LVZ-Spendenaktion

Verwendungszweck: „Hofsalon für Altenburg“

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19

BIC: WELADE8LXXX

Spendenbescheinigung:

Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt.

Bei Überweisungen mit Ihrer kompletten Adresse gehen wir davon aus, dass Sie eine Spendenbescheinigung vom Partnerverein möchten. Zur Erstellung der Spendenquittung übermitteln wir Ihre Adressdaten und Spendenhöhe an den Partnerverein. Ihre personenbezogenen Daten werden ausschließlich zu diesem Zweck übermittelt. Weiterführende Informationen unter www.madsack.de/dsgvo-info.

Spendernamen:

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein.

Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe:

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 27. November bis 19. Dezember 2021. Anschließend wird der Gesamtbetrag unserem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion.

Überschuss an Spenden:

Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an unseren Projekt-Partnerverein.

Das Projekt „Ein Licht im Advent“ wird unterstützt von der Sparkasse Leipzig.

Hier finden Sie Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten gemäß DSGVO. Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO.pdf

Von Kay Würker

LVZ

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