Hohe Auszeichnung

Engagiert in der Trauerarbeit: Verdienstkreuz für Meuselwitzerin

Petra Hohn aus Meuselwitz erhält das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Petra Hohn aus Meuselwitz erhält das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Erurt/Meuselwitz. Petra Hohn aus Meuselwitz – seit Jahren in der Trauerarbeit engagiert – ist mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Das berichtete die Thüringer Staatskanzlei.

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Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung in Erfurt vorgenommen. „Menschen wie Petra Hohn beweisen mit Ideen und Durchhaltevermögen, dass vieles möglich ist“, würdigte Ramelow. „Denn sie bieten oft kreative Lösungen und verbessern das gesellschaftliche Zusammenleben spürbar. Sie handeln zum Wohle unseres Landes und machen damit Thüringen zu einem Land, in dem man gut und gerne lebt. Die Politik ist gut beraten, vorbildliche Initiativen der Zivilgesellschaft und Menschen wie sie zu unterstützen und öffentlich zu würdigen.“

Schlimmer Schicksalsschlag

Petra Hohn trage maßgeblich dazu bei, die Situation von trauernden Familien zu verbessern und Trost zu spenden. Sie sei nicht nur eine große Hilfe für viele betroffene Eltern – sie wolle Vorbild sein und zeigen, dass man nach einem schlimmen Schicksalsschlag wie dem Verlust eines Kindes zurück ins Leben kommen kann.

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Petra Hohn ist selbst betroffen und hat sich nach dem plötzlichen Tod ihres Sohnes 1998 zunächst in Selbsthilfegruppen für trauernde Eltern engagiert. Mit Hilfe von gleichbetroffenen Leidensgefährten lernte sie Schritt für Schritt, mit dem Erlebten umzugehen. Sie habe den Mut und vor allem die Kraft gefunden, ihre Erfahrungen bei der Verarbeitung persönlicher Trauer weiterzugeben und damit anderen Menschen Halt zu geben.

Ausbildung zur Trauerbegleiterin

1999 wurde Petra Hohn aktives Mitglied im Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister. 2003 absolvierte sie erfolgreich eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Drei Jahre später gab sie ihren Beruf als Bautechnikerin auf, um sich ganz dem Bundesverband widmen zu können: zunächst als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende und schließlich ab 2017 als Geschäftsführerin. Petra Hohn sei es zu verdanken, dass sich der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister zu einer äußerst feinfühlig-kompetenten Institution entwickelt hat. Rund 75 000 betroffene Eltern und Geschwistern können pro Jahr durch Selbsthilfegruppen, Online-Interventionen und Beratungen unterstützt werden.

Buchautorin, Multiplikatorin, Mitstreiterin

Nachhaltige Netzwerkarbeit, Ermutigung und das offene Gespräch – damit helfe Petra Hohn Betroffenen und dem Bundesverband Kinderhospiz, in dessen Vorstand sie ebenfalls Verantwortung übernommen hat. Auch bei dem bundesweiten Projekt „Trauernde Geschwister“ sowie bei der Vorbereitung des Weltkongresses des Bundesverbandes sei Petra Hohn eine sehr engagierte, konstruktive und verlässliche Projektpartnerin gewesen. Das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist eine Anerkennung für ihr Wirken als Weiterbildnerin, Buchautorin, Trauerbegleiterin, Vortragsrednerin, Multiplikatorin und Mitstreiterin in überverbandlichen Zusammenschlüssen.

Von OVZ

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