Weitreichende Pläne

Forschungsprojekt zum Safran-Anbau startet rund ums Altenburger Schloss

Safran-Anbau am Schloss: W³-Projektleiter Frank Spieth und Schlossdirektor Christian Horn (v.l.) zeigen, wo die Beete hinkommen.

Safran-Anbau am Schloss: W³-Projektleiter Frank Spieth und Schlossdirektor Christian Horn (v.l.) zeigen, wo die Beete hinkommen.

Altenburg. Den Preis von 30 Euro auf 10 Euro senken – ohne Abstriche bei der Qualität. So lässt sich vielleicht am besten zusammenfassen, was sich der Altenburger Safrananbauer W³ und die Firma Pharmachem als Ziel für die kommenden Jahre gesetzt haben. Dafür ist jedoch noch jede Menge Forschungsarbeit notwendig. Dazu gehört, den Safrananbau in Altenburg auf wirtschaftlich interessante Mengen zu steigern beziehungsweise zu ernten. "Das ist unser Part", so Andrea Wagner, Geschäftsführerin der Firma W³. Den Safran dann so weiterzuverarbeiten, dass ihn die Kunden in bester Qualität für "nur" 10 Euro pro Gramm kaufen können – das soll Pharmachem erreichen.

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Neues Verfahren zur Qualitätsprüfung

Wobei das erst der zweite Schritt ist, erklärt Philipp Beyer von Pharmachem. Zuvor müsse sich die Firma aus Pößneck um die Qualität des Safran kümmern, speziell um deren Feststellung. Dafür will Pharmachem ein anerkanntes Prüfverfahren entwickeln, um Safranqualität bestimmen und einordnen zu können. „Über 90 Prozent des Safran werden im Nahen Osten angebaut. Die Kunden können aber dessen Qualität überhaupt nicht einschätzen. Das wollen wir ändern“, so Beyer.

Jedoch muss dafür noch ein Verfahren entwickelt werden, mit dem der Safran entsprechend untersucht werden kann. Wofür es im Übrigen auch eine ausreichende Menge der winzigen Safranfäden – die Narben der Blüten der Herbstkrokusse – braucht. 50 Gramm pro Test, meint Beyer.

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Anbaufläche wird jetzt vergrößert

Unter anderem dafür vergrößert W³ Wandel-Werte-Wege die Anbaufläche des Safrans von derzeit 400 und auf 1500 Quadratmeter. Doch damit sind die Altenburger längst nicht am Ziel, denn die Knollenpflanze muss dort auch noch ordentlich wachsen. "Wir wollen etwa herausbekommen, welche Himmelsrichtung am besten ist", nennt Andrea Wagner einen Faktor. Dazu werden Beete rund um das Schloss genutzt, die im ehemaligen Zwinger-Bereich angelegt werden. "Was letztlich für das Schloss eine zusätzliche touristische Attraktion ist", erklärt Andrea Wagner, die mit Frank Spieth vor zwei Jahren begonnen hat, Safran im Altenburger Land anzubauen. Zwar würden Quellen beweisen, dass hier schon vor rund 500 Jahren Safran angebaut wurde, doch die gesammelten Erfahrungen und das Wissen sind im Laufe der Geschichte verloren gegangen.

Gewissermaßen Neuland will auch Pharmachem betreten. „Wer Safran richtig anwendet, muss die Fäden vor Gebrauch in Wasser oder Wein einweichen“, erläutert Philipp Beyer. Das soll verändert, vereinfacht werden. „Wir reden hier von Forschung, da ist absolut noch nicht klar, was rauskommt. Was wir gern hätten, wäre zum Beispiel ein Spray, dass die Kunden für 10 Euro im Laden kaufen und das der heutigen Safran-Top-Qualität entspricht, länger haltbar und leicht nutzbar ist. Und dabei die gleichen Würz- und Färbe-Eigenschaften hat wie Safranfäden“, so Philipp Beyer. Und das natürlich alles mit heimischem, also Altenburger Safran.

Safran auch als Heilmittel-Anwendung interessant

Dritter Aspekt, den Pharmachem neben Qualitätstest und Safran-Tinktur auf dem Schirm hat, ist die medizinische Verwertbarkeit von Safran. Denn in der arabischen Welt sei Safran als Heilmittel seit Ewigkeiten bekannt, etwa als Aufheller bei Depressionen. In Deutschland ist Safran bisher aber nicht als Heilmittel zugelassen und wird nur in homöopathischen Präparaten verwendet. Auch hier sei Grundlagenforschung nötig, erklärt Philipp Beyer, dessen Arbeitgeber nach eigenen Angaben auf eine 50-jährige Tradition als Arzneimittelhersteller verweisen kann und zum Thüringer Familienunternehmen Hofmann & Sommer gehört.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Von Jörg Reuter

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