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Kein Schwimmmeister

Freibad Vollmershain bleibt dieses Jahr geschlossen, plant 2019 aber Neustart

Im Sommer 2017 hatte das Freibad Vollmershain zum letzten Mal geöffnet, mit einer historisch niedrigen Besucherzahl.

Im Sommer 2017 hatte das Freibad Vollmershain zum letzten Mal geöffnet, mit einer historisch niedrigen Besucherzahl.

Vollmershain.
Ende Februar war es noch ein Gerücht, jetzt steht es fest. Das Freibad in Vollmershain bleibt dieses Jahr geschlossen. Das bestätigte Bürgermeister Gerd Junghanns (parteilos) der OVZ. "Das alles ist sehr traurig, aber wir können es nicht ändern", sagte er. Der Hauptgrund dafür sei ein fehlender Schwimmmeister. Ohne einen solchen würden nötige Sanierungen im Moment keinen Sinn machen. Deshalb habe sich der Gemeinderat darauf verständigt, 2018 nicht zu öffnen.

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Im März klang das alles noch anders. Da einigte sich der Gemeinderat darauf, das Bad nicht zu schließen, obwohl schon damals kein Bademeister in Sicht war. Denn dieser muss sich nicht allein um die Sicherheit der Badenden kümmern, sondern auch um die Reinigung der Sanitärbereiche und die Sauberkeit der Grünanlagen sowie um Abrechnung und Technik. Die Gemeinde kann ihm aber keinen übermäßig hohen Lohn zahlen. Und die Anstellung über den Sommer hinaus ist ebenso nicht möglich.

An diesem Handicap wird sich in Zukunft nichts ändern. Dennoch will Junghanns nicht aufgeben und das Bad 2019 wiedereröffnen, obwohl es ein Sanierungsfall ist: undichtes Becken, Wasserverlust, bröcklige Beckenwände, eine alte Drainage und eine erneuerungsbedürftige Chloranlage. Hinzu kommen die Betriebskosten für Wasser, Abwasser, Strom und Chemie. Im Moment ist völlig unklar, wie die Gemeinde all dies bezahlen will. Junghanns hofft auf Fördermittel und rechnet mit Spenden. Denn es gebe in der Gemeinde viele, die am Bad hängen.

Das aber werden immer weniger, denn die Einrichtung klagt über anhaltend niedrige Besucherzahlen. 2017 fanden 7000 Menschen den Weg ins Vollmershainer Freibad, so wenige wie nie zuvor in den zurückliegenden 40 Jahren seit seiner Gründung, als mitunter 28 000 Gäste kamen. Den 27 500 Euro Einnahmen hätten in diesem Jahr 45 000 Euro Ausgaben gegenübergestanden, ein riesiges Zuschussgeschäft für die gerade einmal 320 Einwohner zählende Gemeinde.

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Die Chancen, dass das Bad 2019 wieder öffnet, sieht Junghanns deshalb bei 50:50. Er habe eine lose Zusage, dass sich bis dahin das Bademeister-Problem gelöst habe. Wenn sich das abzeichne, würden die Investitionen angegangen. Einen Zeitplan dafür gebe es nicht. Selbst wenn sich morgen ein Bademeister fände, wird Junghanns die Einrichtung nicht öffnen. Der Aufwand dafür sei im Moment viel zu groß.

Von Jens Rosenkranz

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