RB-Gastspiel

Hitzeschlacht auf und neben dem Rasen in Meuselwitz

Immer dicht umlagert von Autogrammjägern: Willi Orban, der in Meuselwitz als Kapitän seines Teams fungierte.

Immer dicht umlagert von Autogrammjägern: Willi Orban, der in Meuselwitz als Kapitän seines Teams fungierte.

Meuselwitz. Gnadenlos brennt die Sonne am späten Dienstagnachmittag über der Bluechip-Arena. Schon auf den Anfahrtswegen verstopft eine Blechlawine beizeiten die ohnehin schon enge Ernst-Grube-Straße, die ohnehin bei solchen gut besuchten Partien – wie jener Test des ZFC gegen RB Leipzig – zu einem Nadelöhr wird. 45 Minuten vor dem Anpfiff der Partie winken die als Ordner und Einweiser eingesetzten Feuerwehrleute auf den direkt am Stadion liegenden Parkplätzen ab: Nichts geht mehr – alles ist rammelvoll. Wer noch später kommt, der muss auf einem weiter entfernten Stellplatz parken. Doch der zwischenzeitliche Stau löst sich dann recht schnell wieder auf. Auch dank die guten Regieleistung der Floriansjünger.

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Autogrammjäger direkt an der Bande

Im Stadion steigen derweil die Spannung und die Vorfreude auf das Kommende. Die siebenjährige Nele hat sich mit ihrer großen Schwester schon beizeiten mit einem Filzstift bewaffnet einen exzellenten Logenplatz gleich an der Bande gesichert. „Ich will unbedingt ein Autogramm von Ralf Rangnick“, sagt die Kleine und starrt derweil immer gen Trainerbank der Gästeteams. Nein, noch hat der RB-Trainer und Sportdirektor in Personalunion das angesichts der langen Dürre schon skurril saftig-grüne Geläuf nicht betreten. „Aber auch von allen anderen will ich Unterschriften“, schiebt die Kleine ihren ehrgeizigen Plan nach. Nun, Nele ist beileibe nicht die einzige Autogrammjägerin, die auf den Spuren des messestädtischen Bundesligisten wandelt. Selfies und Schriftzüge sind eine begehrte Ware an diesem denkwürdigen Abend in Zipsendorf.

ZFC-Boss Hubert Wolf hingegen braucht solche Souvenirs eigentlich nicht. Der ist schon froh, dass der Bundesligist mitsamt Nachwuchsspielern höchstpersönlich auf der Glaserkuppe weilt und für eine volle Hütte und damit klingelnde Kassen sorgt. „Der gesamte Reinerlös bleibt uns erhalten“, sagt Wolf. „Und wir stecken das Geld keineswegs in „Beine“, sondern investieren in die Ausstattung unseres neuen Rasenplatzes, bei dem nur noch die Rasenaussaat fehlt, sowie in unseren Nachwuchs“, sagt er.

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ZFC-Präsident mit Zuschauerzahl zufrieden

3158 zahlende Zuschauer sorgen dann für eine tolle Kulisse in der Hitzeschlacht. Zufrieden, Herr Wolf? Hatte er eigentlich nicht von bis zu 4000 Besuchern hoffnungsvoll gesprochen? „Nein, das passt schon. Wir spielen an einem Dienstagabend, wo viele direkt von der Arbeit kamen. Zudem herrscht eine schon irre Hitze und muss RB Donnerstag gegen BK Häcken in die EL-Quali, weshalb auch viele Stars fehlen“, meint der ZFC-Boss dann doch recht entspannt und nippt an seinem Bierchen. Stichwort Bier und andere flüssige Erfrischungen: Zu darben brauchte im weiten Rund wahrhaftig keiner der Fans. Dank verdoppelter Standzahl hielten sich bei Speis und Trank die Warteschlangen in Grenzen.

Hauch von großer Fußball-Welt

20.20 Uhr: Schiedsrichter Wilske pfeift die Partie ab: Dass der ZFC als vermeintlicher Underdog die Leipziger mit ihrem 2:2 ordentlich geärgert hat, interessiert Klein-Nele nicht. Sie stürmt, ihre Schwester im Schlepptau, gen RB-Bank und hat den ersehnten Schriftzug Rangnicks in der Hand. Und auch noch ein Selfie nebst anderen Autogrammen. Der Tag hat sich nicht nur für Nele echt gelohnt. Strahlend macht sie sich mit ihren Schätzen auf den Heimweg.

Und keine 40 Minuten nach dem Schlusspfiff hat sich der Hauch von der großen Fußballwelt in der Provinz wieder verzogen. Einschließlich Blechlawine.

Von Jörg Wolf

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