Spendenaktion

Im Altenburger Land wird seit 20 Jahren für Weihnachten im Schuhkarton gesammelt

Jenny Winter (l.) gibt wie jedes Jahr ein Päckchen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton bei Rosemarie Walter in Nobitz ab.

Jenny Winter (l.) gibt wie jedes Jahr ein Päckchen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton bei Rosemarie Walter in Nobitz ab.

Nobitz. Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Dem fiebern vor allem die Kinder entgegen. Um so enttäuschter sind die Mädchen und Jungen, wenn sie leer ausgehen. Das einzudämmen ist Ziel der Aktion Weihnachten im Schuhkarton, die es in diesem Jahr seit 20 Jahren im Altenburger Land gibt. Immer im November ruft die christliche Initiative die Bürger auf, ein Päckchen für Kinder zu packen – mit Süßigkeiten, was zum Anziehen, Spiel- und Schulsachen sowie Hygieneartikeln. Die Weihnachtspäckchen werden dann auf 92 Länder verteilt, in denen nach wie vor viele Kinder in großer Armut leben.

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Ins Altenburger Land geholt hat die Aktion der damalige Pfarrer von Nobitz, Jörg Bachmann. „Ich kannte die Organisation, die Billy Graham Evangelistic Association, schon vor der Wende“, so Bachmann. Bekannte hätten ihm damals Zeitungen der christlichen Vereinigung über die Grenze geschmuggelt. Weihnachten im Schuhkarton rief dann die ursprünglich aus den USA stammende Billy Graham Association 1996 ins Leben. „Und wir sind 1998 dazugekommen“, erinnert sich Bachmann und denkt an die ersten Aktion zurück, als sie noch selbst die Päckchen nach Leipzig gefahren haben. Oder an den LKW, der in den Folgejahren kam, um die Weihnachtsgeschenke abzuholen, und dabei einmal die Dachrinne am Pfarrhaus in Nobitz abriss.

Viele fleißige Hände helfen seit 20 Jahren mit

Und er weiß noch, wie viele Leute seinerzeit in Nobitz mit angepackt haben. „Wir waren ja allein um die 15 ABMer in der Kirchgemeinde“, bestätigt Rosemarie Walter. Als Sammelstellenleiterin ist sie noch immer mit von der Partie. Gerade hat sie zwei Päckchen von Jenny Winter entgegengenommen. „Ich beteilige mich schon seit vielen Jahren – ich habe damit als Jugendliche angefangen“, erzählt die junge Frau. Hierzulande würden die Menschen im Überfluss leben und das als selbstverständlich wahrnehmen, dabei gebe es viele Kinder, die nichts oder sehr wenig haben, „Da können wir gern etwas abgeben“, so Winter. Das sei ganz dem Vorbild Jesus entsprechend, der sich um die Armen gekümmert hat – gelebte christliche Nächstenliebe.

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Diese wird so auch von den Kritikern der Aktion anerkannt. Nichtsdestotrotz beanstanden sie zum Beispiel die enormen Kosten für den Transport und die damit verbundenen Umweltbelastungen. Außerdem sei die Aktion nicht nachhaltig und deshalb keine Entwicklungshilfe. Vielmehr stelle sich Weihnachten im Schuhkarton als Geschenk- und Missionsaktion dar. „Zum Teil ist die Aktion auch umstritten, weil die Organisation aus den USA kommt“, ergänzt Bachmann einen weiteren Fakt. Auf der anderen Seite erfahre die Aktion bundesweit sehr viel Zuspruch und die Leute engagieren sich gern, um Kindern zu helfen, meint der Pfarrer.

Nachzügler können Päckchen noch bis 20. November abgeben

Das kann Rosemarie Walter auch für das Altenburger Land bestätigen. Inzwischen würden in fast allen Kirchgemeinden des Kreises Päckchen abgeben. Bis 15. November war das offiziell möglich. Nachzügler habe aber noch bis zum 20. November Zeit, im Pfarramt in Nobitz ihre Schuhkartons mit Geschenken abzugeben. Nicht wenige werden dabei wie Rosemarie Walter an die eigenen Kinder und Enkel denken, die sich letztlich über jedes Geschenk freuen. Walter: „Wichtig ist aber: Es sollen beziehungsweise dürfen nur neue Artikel in das Paket.“

Von Jörg Reuter

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