Ausstellung

Lindenau-Förderpreis für Hanna Stiegeler – und junge Kunst im Altenburger Prinzenpalais

Hat den Lindenau-Förderpreis in Altenburg erhalten: Hanna Stiegeler.Foto: Mark Peckmezian

Hat den Lindenau-Förderpreis in Altenburg erhalten: Hanna Stiegeler.Foto: Mark Peckmezian

Altenburg. 2022 verleiht das Lindenau-Museum Altenburg erstmals den Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis. Er folgt damit dem Bernhard-August-von-Lindenau-Stipendium nach, das seit 2006 verliehen wurde. Das teilte das Museum jetzt in einer Pressemeldung mit. Als erste Preisträgerin des mit 5000 Euro dotierten Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreises wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung Hanna Stiegeler ausgezeichnet.

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In der Begründung der Jury heißt es: „Mit ihrer im Lindenau-Museum Altenburg ausgestellten Serie ,Content Creation‘ durchbricht Hanna Stiegeler einen Kreislauf standardisierter Produktfotografien. In der Vereinzelung und Bearbeitung der Bilder öffnet sie eine ,Dunkelkammer des Begehrens‘. Sie setzt sich so aus feministischer Perspektive mit Konsum, Werbung und Mode auseinander und spürt in ihren Werken und Serien psychologischen Untiefen nach. Die Mitglieder der Jury ehren mit der in Berlin lebenden Hanna Stiegeler eine vielversprechende junge Künstlerin, deren weiteren Weg sie mit großer Neugierde verfolgen werden.“

Content Creation (AFT12073) heißt dieses Werk der Preisträgerin Hanna Stiegeler.

Content Creation (AFT12073) heißt dieses Werk der Preisträgerin Hanna Stiegeler.

Neues Procedere bei der Abstimmung

Der neue Förderpreis wurde in Abstimmung mit den Sponsoren völlig neu aufgestellt. So sieht das neue Procedere aus: Die Kunsthochschulen in Dresden, Halle, Leipzig und – ab 2024 auch – Weimar nominieren jeweils zwei Absolventinnen und Absolventen, die sich an der Ausstellung im Lindenau-Museum Altenburg beteiligen dürfen. Aus diesem Kreis wählt eine Jury aus Kunstsachverständigen und Vertretern der Förderer die Preisträgerin beziehungsweise den Preisträger.

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Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis 2020 mehrmals verschoben werden. Ursprünglich sollte die Ausstellung im Frühjahr 2020 stattfinden. Sechs Positionen junger Kunst präsentiert das Lindenau-Museum bis zum 17. Juli. In den historischen Räumen des Prinzenpalais im Residenzschloss zeigen Etienne Dietzel, Simon Elias Meier, Katina Rank, Carolin Richter, Florian Schurz und Hanna Stiegeler eine Auswahl aktueller Arbeiten, mit denen sie sich um den Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis beworben hatten.

Jeweils ein Raum für einen Künstler

Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt unterschiedlichster Spielformen zeitgenössischer Kunst. Neben Fotografien und Gemälden finden sich auch plastische Werke sowie Raum- und Medieninstallationen. Die Künstlerinnen und Künstler haben jeweils einen Raum für ihre Präsentationen erhalten. So findet man beim Übergang in einen neuen Raum jeweils eine völlig neue künstlerische Welt vor.

Simon Elias Meier spielt bei seinen Arbeiten mit verschiedenen künstlerischen Techniken, was zugleich die unterschiedlichen Materialien seiner Werke bedingt. Die Motive seiner Werke sind häufig figürlicher Art. Bei Meier treffen digital bearbeitete Fotografien auf zeichnerische Werke, die mit ihren Motiven an neuzeitliche Szenen erinnern und ein Gefühl der Unruhe ausstrahlen.

Erinnerungen an die Werke von Joseph Beuys

Florian Schurz zeigt in seinem Ausstellungsraum eine weitgreifende Installation, die in ihrer Materialität an die Werke von Joseph Beuys erinnert, sich über den Boden „ergießt“, scheinbar mit ihm verschmilzt und teilweise aus ihm herausragt. Sie lädt die Besucherinnen und Besucher ein, Platz zu nehmen und sich den umstehenden Videoinstallationen zu widmen.

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Auch Katina Ranks Werk erstreckt sich über den ganzen Raum, obschon es viel feingliedriger ist. Sie präsentiert mehrere kleinere Bauten bzw. Objekte, die in ihrer Konstruktion oftmals artverwandt sind. Als kniehohe Bestandteile ihres Werkes dienen sie als Projektionsfläche für zwei Filmloops, die in Kombination mit den übrigen Komponenten der Installation diverse Möglichkeiten der Assoziation zulassen.

Fotografie als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Werke Hanna Stiegelers ist die Fotografie. Mit der Kamera aufgenommene Motive durchlaufen ein aufwändiges Druckverfahren und entwickeln sich dann zu mehrteiligen Serien. Wiederkehrendes Motiv sind beispielsweise Handtaschen, die durch die drucktechnische Verfremdung den Eindruck eines Stilllebens erwecken. Das so entstandene Werk ist in der Lage, unterschiedlichste Interpretationsebenen zu eröffnen.

Carolin Richter beteiligt sich mit einer Auswahl an Zeichnungen und Gemälden an der Ausstellung. In ihren Werken bedient sie sich immer wieder der Einflüsse aus der Pop- und Hochkultur und setzt sich mit Stereotypen sowie queeren Positionen beziehungsweise Figuren auseinander. Ihre Rauminstallationen und plastischen Werke spielen mit Materialitäten, die beispielsweise aus organischen Bestandteilen bestehen.

Kuratorin der Ausstellung führt durch die Schau

Unter den Werken Etienne Dietzels befindet sich neben Fotografien als Digitaldrucke eine Rauminstallation, die sich aus funktionierenden, aber dekonstruierten Computern zusammensetzt, die in drei Serverschränken gezeigt werden. Es ergibt sich ein spannungsreicher Dialog zwischen den Motiven auf den Fotografien (Vögel, eine Orgel) sowie eingespielten Naturlauten und den Zeugnissen einer hochtechnisierten Gesellschaft.

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Die Ausstellung ist bis zum 17. Juli 2022 im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg zu sehen. Geöffnet ist sie von Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Eine Führung durch die Ausstellung gibt es am Sonntag, dem 26. Juni, 15 Uhr mit Laura Rosengarten, Kuratorin der Ausstellung.

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Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler im Kurzporträt

Etienne Dietzel wurde 1986 in Bad Salzungen geboren. Er studierte von 2012 bis 2019 Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Bisherige Ausstellungsprojekte führten ihn unter anderem in die Baumwollspinnerei in Leipzig (2018), die Galerie Conradi in Hamburg (2019) und in den Fructa Space in München (2020). Der Künstler lebt und arbeitet in Halle.

Simon Elias Meier wurde 1986 in Augsburg geboren. Er absolvierte bis 2010 ein Bachelorstudium in Jüdischen Studien und Islamwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg. Anschließend studierte er von 2012 bis 2019 Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Bisherige Ausstellungsprojekte führten ihn unter anderem in die Villa de Bank in Enschede (2018), in die ISBN Gallery in Budapest (2018) sowie in die Galerie EIGEN + ART in Leipzig (2019). Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig.

Katina Rank wurde 1984 in Dresden geboren. Sie studierte von 2013 bis 2020 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Bereits 2010 machte sie einen Abschluss als gestaltungstechnische Assistentin. Bisherige Ausstellungsprojekte führten sie unter anderem in den Wunderkammer sculpture park in Lavangsnes (Norwegen), in das Folkwang Museum in Essen (2019) und in das C. Rockefeller Center in Dresden (2019). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Dresden.

Carolin Richter wurde 1988 in Rochlitz geboren. Sie studierte von 2011 bis 2017 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit 2018 ist sie Meisterschülerin bei Wilhelm Mundt. Bisherige Ausstellungs- und Literaturprojekte führten sie unter anderem zur Initiative Raumschiff in Linz (2017), in den Raum Für Drastische Maßnahmen in Berlin (2020) sowie in die Motorenhalle in Dresden (2020). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Dresden.

Florian Schurz wurde 1985 in Dresden geboren. Er absolvierte von 2007 bis 2010 ein Bachelorstudium in Sozialer Arbeit in Berlin und studierte von 2012 bis 2018 Zeitbasierte Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 2015 besuchte er das Intermedia Arts Department an der Universität der Künste in Tokio. Bisherige Ausstellungsprojekte und Screenings führten ihn unter anderem zum Dokument Art European Filmfestival und das UFO Leipzig Kurzfilmfestival (2018) sowie in die Halle 14 in Leipzig (2019). Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig.

Hanna Stiegeler wurde 1984 in Konstanz geboren. Sie absolvierte von 2006 bis 2010 ein Bachelorstudium in Romanischen Studien in Leipzig und Paris. Von 2010 bis 2016 studierte sie Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Von 2017 bis 2019 war sie Meisterschülerin bei Heidi Specker. Bisherige Ausstellungsprojekte führten sie unter anderem in das Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig (2016), in das Künstlerhaus Bethanien in Berlin (2018) sowie in die Gallery Anca Poterasu in Bukarest (2019). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Von lvz

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