ÖPNV

Personalprobleme im Nahverkehr: Wo sind die Mitarbeiter aus dem Altenburger Land?

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Thüsac sorgen im Altenburger Land für den Nahverkehr.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Thüsac sorgen im Altenburger Land für den Nahverkehr.

Altenburg. Werden es weniger, drohen Ausfälle: Die Busfahrer und Busfahrerinnen im Nahverkehr sollten für eine zuverlässige Taktung der Busse im Altenburger Land sorgen. Doch es wird zunehmend schwieriger, diese Kollegen und Kolleginnen zu finden. Ein Grund im Altenburger Land dafür sollen, so die Gerüchte, Abwanderungen beim lokalen Verkehrsbetrieb sein. Mitarbeitende der Thüsac würde es unter anderem zum Arbeiten in benachbarte Verkehrsregionen ziehen. Doch ist das tatsächlich so?

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Auf Nachfrage der LVZ fasst es Tatjana Bonert, Geschäftsführerin der Thüsac, so zusammen: „Die Fachkräftegewinnung ist eine Aufgabe, die alle Branchen betrifft. Um den Nachwuchs in unserem Unternehmen sicherzustellen, nehmen wir die Ausbildung unserer künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst in die Hand.“

Thüsac zahlt nach Haustarif

Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens zeigt: Die Thüsac sucht Busfahrer und Busfahrerinnen. Zur Personalsituation heißt es seitens der Thüsac lediglich, das Unternehmen sorge mit eigener Aus- und Weiterbildung für erforderlichen Nachwuchs. Dadurch werde der kontinuierliche Bedarf an Personal sichergestellt.

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Ob es aber Abwanderungen in andere nahe Verkehrsunternehmen gibt und wie viele Stellen die Thüsac zu besetzen hat, dazu macht Bonert keine Angaben. Auch nicht zum Lohn: Es gilt, laut Webseite, ein Haustarif. Bonert erklärt lediglich, ein gutes Lohn- und Gehaltsgefüge als auch weiche Faktoren wie betriebliche Altersvorsorge, Fahrradleasing und vieles mehr würden die Fachkräfte überzeugen.

Situation bei den Leipziger Verkehrsbetrieben ähnlich

Vor gut zwei Jahren, im Februar 2020, kämpfte die Gewerkschaft Verdi für Lohnanpassungen. Damals hieß es, der Haustarif sehe schlechtere Bedingungen vor, als der in Thüringen geltende Manteltarif. Im Schnitt bekam ein Busfahrer damals rund 2500 Euro brutto bei der Thüsac.

Offener sehen die Stellenausschreibungen dagegen bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) aus. Auch hier zeigt die Karriereseite: Bus- und Tramfahrer werden gesucht. Beispielhaftes Einstiegsgehalt, nach Probezeit und ohne Zuschläge: 2343 Euro.

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„Die veränderte Personalsituation betrifft nicht nur uns, sondern alle Verkehrsunternehmen und andere Branchen“, bestätigt Marc Backhaus, Sprecher der LVB. „Es ist ja nicht neu, dass Fachkräfte fehlen. Das ist bei uns nicht anders.“ Er spricht dabei weniger von einer Konkurrenzsituation als von einer gemeinsamen Arbeit der Verkehrsbetriebe, das Image der Branche zu verbessern. Ausschließen, dass durch die Kampagnen und Werbung der LVB auch neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Altenburger Land nach Leipzig kommen, will er nicht und erklärt: „Wir freuen uns über alle Kollegen, die unser Angebot gut finden. Egal, wo sie herkommen.“ Auch, weil sich der Arbeitsmarkt in Leipzig geändert hat. „Er ist schon seit Jahren im Wandel.“

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Heißt: Schon lange kommen die Mitarbeiter nicht mehr nur aus der Messestadt. 2019 hatte man bei der LVB sogar spanische Kollegen nach Leipzig geholt. Lücken müssen dennoch weiter gefüllt werden. „Wir haben in diesem Jahr einen Bedarf von 350 Stellen zu besetzen“, so Backhaus. Entstanden seien die unter anderem durch die Abgänge in die Rente und Pensionierung. Aber: Rund die Hälfte der freien Stellen habe man bereits besetzen können, so Backhaus. Wie viele davon aus dem Altenburger Land kommen, bleibt unklar.

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