280 Quadratmeter

Nach langer Suche: Jugendcafé Altenburg hat ein Domizil gefunden

Das Jugendcafé-Team hat ein passendes Objekt gefunden.

Das Jugendcafé-Team hat ein passendes Objekt gefunden.

Altenburg. So ganz kann Janek Voos es noch nicht glauben. Zu wechselhaft gestaltete sich seit vergangenem Oktober die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für das von ihm mitinitiierte Jugendcafé Altenburg. Nachdem aus dem gemeinschaftlichen Umzug mit den Stadtmenschen ins Reichenbach-Palais nichts wurde (die OVZ berichtete), durchkämmten die Jugendlichen die ganze Stadt nach einem passenden und vor allem bezahlbaren Alternativstandort für ihr Konzept. „In den letzten Monaten hatten wir immer wieder Zweifel, ob richtig ist, was wir tun. Ob wir überhaupt gewollt werden“, gibt Janek zu. Sie hätten sogar schon angefangen, über Plan B nachzudenken, weil sich einfach nichts fand.

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Umso glücklicher sind der 17-jährige Schüler und seine Mitstreiter nun über das unverhoffte Happy End, bei dem der Zufall und die Bereitschaft, eine gute Sache zu unterstützen, Hand in Hand gingen. Ein Tipp aus ihrem Netzwerk führte die Café-Macher in die alte Nähmaschinenfabrik, lange Jahre Heimat von stadtbekannten Unternehmen wie Textima.

280 Quadratmeter Platz

Was sie im alten Fabrikkomplex in der Friedrich-Ebert-Straße vorfanden, kommentiert Janek schlicht mit einem: „absolut wow!“ Statt Industrieruine auf dem Stand von anno dazumal empfing sie Vermieter Benjamin Großer in seinem für 60 Leute voll ausgestatteten „Party Loft“ inklusive Gastro-Küche und 280 Quadratmetern Platz. Eigentlich im Januar 2018 vom gebürtigen Altenburger eröffnet, um Firmenevents und Privatveranstaltungen den passenden Rahmen zu geben, wollte die Rechnung nicht so richtig aufgehen, wie der gebürtige Altenburger freimütig erzählt. „Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einem Verein, der mit diesen Räumlichkeiten etwas anfangen könnte“, so Großer. Entsprechend sperrangelweite Türen rannte die Jugendcafé-Truppe bei ihm ein. „Ich freue mich auf meine neuen Pächter, denn irgendwie ist das hier ja auch mein Baby. Die Idee ist cool und wie wir alle wissen, ist in der Stadt für Jugendliche ansonsten nicht viel los.“

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Unterstützende Worte, die Großer mit einem sehr humanen Mietpreis unterstreicht. „Wir haben uns für den Anfang auf 400 Euro warm geeinigt“, so Janek Voos. „Schon der Wahnsinn und irgendwie wie ein Sechser im Lotto für uns.“ Vor allem angesichts der diversen anderen Läden mit teils utopischen Mietbeträgen, die sie seit Januar besichtigten.

Eröffnung im September

Jetzt, da die größte Hürde endlich genommen ist, geht es kurzum ans Eingemachte. Denn Sommerferien hin oder her: Am Wochenende des 7. und 8. September soll groß Eröffnung gefeiert werden. „Dass wird verrückt, denn bis dahin sind ja nur noch drei Monate Zeit und wir sind auch alle irgendwann mal im Urlaub, aber wir kriegen das hin“, zeigt sich Janek optimistisch.

Zwar sei die neue Heimat nicht ganz so zentral wie ursprünglich geplant, aber dafür zum Beispiel näher dran am Lerchenberggymnasium und gut zu Fuß erreichbar. Um so richtig durchstarten zu können, müssten sie noch in Licht und Tontechnik investieren und die Räume „jugendlicher“ einrichten. „Wir schätzen, dass wir 2000 bis 3000 Euro reinstecken müssen und freuen uns nach wie vor über jede finanzielle Unterstützung“, merkt er an. Da kommen die 920 Euro, die das Team des Klinikums Altenburger Land beim Skatstadtmarathon gemeinsam erlief und dem Jugendcafé spendet, genau richtig.

Sonntags soll offen sein

Ähnlich wie beim „Kaffeeklatsch“ im Paul-Gustavus-Haus, wo das Team des Jugendcafés bereits jede Menge Erfahrungen sammeln konnte, wollen sie an neuer Stelle jeden Sonntag und zu besonderen Anlässen wie Halloween oder Silvester öffnen – erst mal.

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Einen Vorgeschmack auf das große Ganze und eine Möglichkeit für alle Neugierigen, durch das riesige Fabrikgelände zu stöbern, bietet sich bereits Ende August, wie Benjamin Großer verrät: „Wir öffnen dieses Jahr am 22. August während der Tage der Industriekultur, und wenn’s zeitlich passt, wird auch das Jugendcafé Altenburg mit einem Stand vertreten sein.“

Von Maike Steuer

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