Aktion im „Rotlichtmilieu“

Sterne gucken hinterm Haus: Astronomieverein beteiligt sich an Earth Hour

Frank Vohla ist dank Teleskop ein Mann mit Weitsicht. Am Sonnabend organisierte sein Verein eine astronomische Beobachtung gleich hinterm Wohnblock im Buchenring.

Frank Vohla ist dank Teleskop ein Mann mit Weitsicht. Am Sonnabend organisierte sein Verein eine astronomische Beobachtung gleich hinterm Wohnblock im Buchenring.

Altenburg. Der Blick in den Nachthimmel in die unendlichen Weiten der Sterne fasziniert. Ganz besonders davon angetan sind die Mitglieder des Altenburger Astronomievereins Bernhard Schmidt. Am Samstagabend bauten sie ihre Teleskope einmal mehr auf der Wiese hinterm Buchenring in Altenburg-Südost auf, um ihre Leidenschaft mit interessierten Bürgern zu teilen. Dazu gab es Wissenswertes zum Themen Dunkelheit, ohne die das Beobachten der Sterne unmöglich ist.

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Astronomie ist ein „Rotlichtmilieu“

Anlässlich für die weitsichtige Aktion war einerseits der bundesweite Astronomietag, andererseits die „Earth Hour“, die „Stunde der Erde“, bei der vielerorts von 20.30 bis 21.30 Uhr weitestgehend auf elektrisches Licht verzichtet wird. Initiiert seit 2007 von der Naturschutzorganisation WWF, beteiligten sich unter anderem auch die Stadt Altenburg und die Jugendherbergen in Thüringen, wurden im Windischleubaer Schloss die Lichter gelöscht und am Rathaus die Außenstrahler abschaltet. „Nicht zuletzt Tiere wie Vögel oder Insekten leiden, wenn es nachts zu hell ist. Das ist in vielen Studien bewiesen“, sagte Frank Vohla, Chef des Astronomievereins. Vor allem wirke das Licht im eher blauen Spektralbereich negativ auf Mensch und Tier. Weil es von anderen Rezeptoren auf der Netzhaut aufgefangen wird als etwa rotes Licht. Der Grund, weshalb Astronomen beim Beobachten nachts stets rote Lampen zum Beleuchten nutzen. „Astronomie ist ein Rotlichtmilieu“, scherzte Vohla. Denn ganz ohne Licht kommen auch die Hobby-Astronomen nicht aus, wenn sie am Feldrand ihre sensible Technik aufbauen.

Seit 2002 gibt es in Altenburg den Verein, der aktuell neun Mitglieder zählt. Zu kosmischen Ereignissen oder eben wenn Aktionstage wie am Sonnabend sind, treffen sich die Mitglieder gern nicht nur zum gemeinsamen Beobachten der Sterne, sondern laden dazu interessierte Gäste hinter den Block im Buchenring ein. Hier gibt es nicht nur freie Sicht in den Himmel, sondern es ist auch dunkel genug.

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Vereinsleute messen Helligkeit des Altenburger Himmels

Am Sonnabend maßen die Astronomen die Helligkeit des Himmels über Altenburg: 20,23 Größenklassen pro Quadrat-Bogensekunde. Das sei die Einheit, mit der die Dunkelheit angeben wird, erläuterte Vohla. Ein Wert von über 20 auf dem „Sky Quality Meter“, dem Messgerät für Dunkelheit, sei aber in Ordnung.

Zusammen mit dem wolkenlosen Himmel also beste Bedingungen, um fremde Galaxien etwa im Sternbild Jungfrau zu beobachten. Was da als weißer Fleck durchs Teleskop zu sehen ist, besteht in Wirklichkeit aus Hunderten Millionen von Sternen, erklärte Vohla und kündigte an, dass die nächsten öffentlichen Aktionen im Juli und November stattfinden. Denn im Sommer gibt es eine teilweise Mondfinsternis und im Herbst passiert der Merkur die Sonne.

Doch Astronomie ist nicht unbedingt Mannschaftssport. Neben den monatlichen Treffen immer am ersten und dritten Dienstag im Friesenheim, beobachten die Vereinsmitglieder vor allem von zu Hause aus das Firmament. Und jeder habe da so seine Interessen, sagte der Vereinsvorsitzende und erzählte, dass seine Leidenschaft den veränderlichen Sternen gelte. Diese wechseln in ihrer Strahlkraft, teilweise so stark, dass der Helligkeitsunterschied durchs Teleskop gut zu erkennen ist. Bei Vohlas nächtlichen Beobachtungen können es dann schon mal 80 bis 90 dieser speziellen Sonnen sein, die sich der Altenburger Hobby-Sternengucker ansieht und vergleicht.

Von Jörg Reuter

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