Gescheiterte Verhandlung

Am Montag stehen Busse still: Verdi ruft Thüsac-Belegschaft zum Warnstreik auf

Frostige Stimmung: Die Gewerkschaft Verdi ruft am Montag die Thüsac-Belegschaft zum Streik auf.

Frostige Stimmung: Die Gewerkschaft Verdi ruft am Montag die Thüsac-Belegschaft zum Streik auf.

Altenburg/Windischleuba/Borna. Jetzt ist es beschlossene Sache: Der Thüsac steht ein Warnstreik ins Haus. Am Montag, dem 23. Januar, ruft die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Beschäftigten auf, für mehrere Stunden die Arbeit niederzulegen und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Es wird mit großer Beteiligung gerechnet – und daher mit einem kompletten oder weitgehenden Ausfall der Buslinien.

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Der Ausstand soll zu Betriebsbeginn um 3.45 Uhr starten und um 9.15 Uhr enden. Die zu erwartenden Ausfälle im morgendlichen Busverkehr betreffen insofern vor allem Schüler und Berufstätige auf dem Weg zur Arbeit – sowohl im Altenburger Land als auch im Landkreis Leipzig, wo die Thüsac ebenfalls Linien betreibt. In Letzterem muss laut Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, vor allem mit Störungen und Komplettausfällen in den Bereichen Böhlen, Groitzsch, Borna, Kitzscher, Bad Lausick, Frohburg und Kohren-Sahlis gerechnet werden. Sie verweist auf die Firmenseite www.thuesac.de.

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Verhandlungen um neuen Haustarifvertrag

Es sei der erste Warnstreik in der 30-jährigen Geschichte der Thüsac, berichten Mitarbeitende. Die Zeit dafür sei gekommen, nachdem eine Verhandlungsrunde am 7. Dezember mit der Thüsac-Geschäftsführung aus Arbeitnehmersicht unbefriedigend endete und sich seitdem nichts bewegt hat, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. Es gehe um einen neuen Haustarifvertrag für die rund 150 Busfahrerinnen und -fahrer sowie die etwa 100 Angestellten in Werkstatt und Verwaltung.

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Die Kernforderung: Drei Euro mehr Stundenlohn in der Tariftabelle, um den massiven Preisanstieg der vergangenen Monate auszugleichen. Außerdem eine Anerkennung der Treue zum Unternehmen: Bislang werden alle Fahrer in der Vergütungsgruppe 4 eingestuft, künftig soll es eine zusätzliche Gruppe 4a geben, die nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit automatisch mehr Lohn bedeutet.

Verdi beklagt Ungerechtigkeiten

Darüber hinaus stehe die Beendigung von Ungerechtigkeiten im Fokus, berichtet die Gewerkschaft. Zum Beispiel soll es eine einheitliche Urlaubsregelung für alle Beschäftigten geben: Dass manche zu Heiligabend und Silvester generell frei haben, während andere dafür Urlaub einreichen müssen, sei nicht länger haltbar, erklärt Verdi. Es sei auch nicht akzeptabel, dass berufsbedingte und vorgeschriebene Qualifikationen, wie etwa die Erneuerung des Personenbeförderungsscheins, in der Freizeit absolviert werden müssen. Diese Verhandlungspunkte seien von der Thüsac-Geschäftsführung jedoch fast vollständig abgelehnt worden, teilt Verdi mit.

Als größter Konfliktpunkt gilt indes die Bezahlung. Thüsac-Chefin Tatjana Bonert habe im Dezember ein laut Gewerkschaft „nicht annähernd ausreichendes“ Angebot unterbreitet und in Aussicht gestellt, bei darüber hinaus gehenden Forderungen Arbeitsplätze abzubauen. Bei einer solchen Drohung „fragen wir uns, wie ernst das Thema Verkehrswende sowie das Mobilitätsangebot im Bediengebiet der Thüsac gemeint ist“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Schmidt.

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Zweite Verhandlungsrunde am Montagnachmittag

„Es ist deshalb notwendig, ein kraftvolles Signal zu setzen, bevor am Montagnachmittag die zweite Verhandlungsrunde ansteht.“ Es gehe dabei nicht nur um die finanziellen Existenzsorgen vieler Thüsac-Beschäftigter, sondern auch um die Attraktivität und damit Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, betont Paul Schmidt. Es sei zu beobachten, dass es kaum noch gelingt, zu den bestehenden Arbeitsbedingungen ausreichend qualifiziertes Personal zu finden, um alle freien Stellen zu besetzen.

Immerhin: Der Warnstreik am Montag ist mit der Beschränkung auf die frühen Morgen- und Vormittagsstunden deutlich kürzer angesetzt als die von Verdi initiierten Ausstände bei Omnibusunternehmen in den sächsischen Landkreisen Leipzig und Nordsachsen diese Woche. Das Ziel sei eine rasche Einigung mit der Thüsac-Geschäftsführung. „Andernfalls werden wir in der Mitgliedschaft über die nächsten Schritte beraten“, so Schmidt.

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