Ehrenamt

Weißer Ring hilft Opfern von Straftaten – und sucht Verstärkung

Engagieren sich für den Weißen Ring in Altenburg: Ivy Bieber (l.) und Gerlinde Hiller (r.) – hier im Gespräch mit einer Klientin.

Engagieren sich für den Weißen Ring in Altenburg: Ivy Bieber (l.) und Gerlinde Hiller (r.) – hier im Gespräch mit einer Klientin.

Altenburg. Der 22. März ist der Tag der Kriminalitätsopfer. Aus diesem Anlass hat die Außenstelle des Weißen Rings im Altenburger Land zu einer Info-Veranstaltung im Integrativen Zentrum Futura in Altenburg eingeladen. Der Weiße Ring hilft Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind. Die Ehrenamtlichen stellen zum Beispiel Schecks für ein anwaltliches Erstgespräch aus oder begleiten die Betroffenen zu Terminen bei der Polizei. Außerdem klären sie darüber auf, wie man sich vor Kriminalität schützen kann. Der Verein wurde 1976 in Deutschland gegründet und zählt etwa 45 000 Mitglieder und 3000 Ehrenamtliche.

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Zwei dieser Ehrenamtlichen arbeiten in der Außenstelle im Altenburger Land. Kriminalitätsopfer aus dem Altenburger Land könnten sich zwar auch an die Landesstelle in Erfurt wenden, aber ein lokaler Ansprechpartner in Altenburg sei unverzichtbar, erklärt Ivy Bieber, die zusammen mit Gerlinde Hiller im Altenburger Land aktiv ist. "Hier können die Menschen einfach vorbeikommen und sich an jemanden wenden, den sie kennen. In Erfurt müsste die ganze Beratung über Telefon und E-Mail-Kontakt laufen."

Früher mehr Ehrenamtliche dabei

Ivy Bieber kam im vergangenen Jahr zu dem Verein, als sie über einen Zeitungsartikel erfahren hatte, dass sich in der Außenstelle Altenburger Land zu der Zeit nur eine Person, Gerlinde Hiller, um die etwa 20 Fälle im Jahr kümmerte. Gerlinde Hiller ist seit drei Jahren dabei und blickt mit etwas Bedauern zurück auf die jüngere Vergangenheit: "Bis 2019 haben sich bei uns noch viel mehr Menschen beteiligt, damals waren wir elf oder zwölf Ehrenamtliche." Als jedoch vor drei Jahren die langjährige Leiterin Elke Hörügel, die vor wenigen Tagen verstarb, ihren Posten aufgab, hätten sich die Helfenden verstreut.

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Woran das liegen könnte? Ivy Bieber hat eine Vermutung: „Diese Arbeit ist eben eine psychische Belastung.“ Trotzdem steht ihr Engagement für sie außer Frage: „Meine Mutter hat immer gesagt: ‚Was du von anderen verlangst, musst du auch selbst bereit sein zu tun.‘“ Trotzdem würde sie sich wünschen, dass sich noch mehr Menschen im Altenburger Land für die Opferhilfe engagieren. „Je mehr Ehrenamtliche wir sind, desto intensiver können wir uns um die Fälle kümmern. Außerdem können wir uns dann auf verschiedene Bereiche der Hilfe spezialisieren.“

Weitere Mitstreiter gesucht

Wer Interesse habe, könne sich per Telefon (0361 3464646) oder E-Mail (thueringen@weisser-ring.de) an die Landesstelle in Erfurt wenden. Vorerfahrung sei nicht notwendig. Man brauche nur Empathie und den Willen zu helfen, alles Übrige lerne man in einer Schulung. Doch auch wenn die Außenstelle dringend helfende Hände sucht, Ivy Bieber und Gerlinde Hiller möchten sich nicht nur auf das Anwerben neuer Mitglieder konzentrieren. „Im Vordergrund steht immer noch, Opfern zu helfen“, so Bieber.

Von Viktoria Rauchhaus

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