Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Ehrenamt

Borna: Friedensrichterinnen hatten im Vorjahr vier Fälle

Die stellvertretende Bornaer Friedensrichterin Anita Kern.

Die stellvertretende Bornaer Friedensrichterin Anita Kern.

Borna.Im letzten Jahr ging es eher ruhig zu bei den Bornaer Friedensrichterinnen. „Wir hatten nur vier Tür- und Angelfälle“, sagt Anita Kern. Die 64-Jährige ist amtierende Friedensrichterin und bietet in der Regel einmal im Monat Beratungen an. Bei den so genannten Tür- und Angelfällen handelt es sich um Streitigkeiten, die sich in der Regel ohne größere Schwierigkeiten beilegen lassen. Bisweilen allerdings klappt das auch nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Voraussetzung für die Beilegung von Auseinandersetzungen, klassischerweise Nachbarschaftsstreitigkeiten, ist eine gewisse Verständigungsbereitschaft beider Streitparteien. „Es geht um Mediation“, macht Friedensrichterin Kern klar. Das allerdings ist keineswegs jedem klar, der sich an die Schiedsstelle wendet. Grund dafür ist die Bezeichnung „Friedensrichter“, die die gewählten Mitarbeiter der Schiedsstellen in Sachsen führen und die durchaus auch an Westernfilme denken lässt. Dabei ist das Prinzip, nach dem Friedensrichter wie Anita Kern arbeiten, durchaus nachvollziehbar. Die Streithähne setzten sich in der Schiedsstelle an einen Tisch und legen die Probleme auf den Tisch, die sie miteinander haben.

Läuft alles so, wie vom Gesetzgeber gedacht, endet die Auseinandersetzung mit einem Vergleich, einem Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können. Der Vergleich muss allerdings gerichtsfest sein, wie Anita Kern klarmacht. Deshalb werden die Verhandlungsergebnisse der Schiedsstelle am Ende auch von einem Gericht überprüft. Schließlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich einer der beiden Verhandlungspartner nicht an die getroffene Vereinbarung hält und die Gegenseite juristisch dagegen vorgeht.

Verhandlungen vor dem Friedensrichter gelten mit Blick auf ein Gerichtsverfahren als finanziell günstiger für die Beteiligten; kostenlos sind sie nicht. Friedensrichterin Kern: „In der Regel verlangen wir 50 Euro als Vorauszahlung“ – Geld, das für die korrekte Abwicklung von Formalien wie die korrekte Zustellung der Ladung der Streitparteien gebraucht wird. Meistens aber erhalten die Streitparteien am Ende wieder einen Teil des Geldes zurück.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dass es am Ende teurer wird, ist eher die Ausnahme. Das passiert dann, wenn die Schiedsstelle ein Ordnungsgeld verhängt, weil ein Antragsgegner nicht zur Verhandlung erschienen ist. Den Einladungen ohne triftigen – in der Regel gesundheitlichen – Grund fernzubleiben, ist jedenfalls nicht erlaubt, sagt Friedensrichterin Kern.

Sie war bisher Stellvertreterin von Astrid Weismann, die ihren Dienst Ende letzten Jahres beendet hat. Anita Kern wäre bereit, an ihre Stelle zu rücken, sofern sie der Stadtrat wählt. Vielleicht auch deshalb, weil die Arbeit als Friedensrichterin durchaus von gewissen Erfolgen, sprich positiven Mediationsergebnissen gekrönt ist. Die gelernte Chemielaborantin hat es jedenfalls nur einmal erlebt, dass jemand während der Verhandlung aufgestanden und einfach gegangen ist.

Von Nikos Natsidis

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.