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Zahlreiche Hilfsaktionen für Ukraine

Borna will Flüchtlinge aus Irpin und Helfer zusammenbringen

Schüler des Gymnasiums „Am Breiten Teich“ in Borna zeigen Flagge – für die Ukraine.

Schüler des Gymnasiums „Am Breiten Teich“ in Borna zeigen Flagge – für die Ukraine.

Borna. Um die Herstellung von Kontakten zwischen Flüchtlinge aus der Ukraine und Helfern geht es bei einem Treffen, zu dem die Bornaer Stadtverwaltung für den 10. März ins Stadtkulturhaus einlädt. Ziel seien "möglichst kurze Wege" zwischen den Vertriebenen und Bornaern, erklärte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Seit Kriegsausbruch in der Ukraine vor zwei Wochen haben mittlerweile mehr als 60 Personen speziell aus der Partnerstadt Irpin Zuflucht in Borna gefunden.

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Vor allem Frauen und Kinder

Zum Großteil handelt es sich dabei um Frauen und Kinder, die im Hotel und in Pensionen, aber auch privat untergebracht sind. In vielen Fällen erschwere aber die Sprachbarriere die Kommunikation zwischen Flüchtlingen und Bornaern. Weil aber die Vertriebenen aus Irpin ihr Leben in Borna „weitestgehend selbst in die Hand nehmen“ wollen, würden Helfer gesucht. Dabei gehe es um Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie etwa Einkäufen, Arztbesuchen und auch Behördengängen.

Die Veranstaltung im Stadtkulturhaus beginnt am Donnerstag, 16 Uhr. Sie findet unter Einhaltung der 3-G-Regel statt.

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Erfahrener Pädagoge will helfen

Zu denen, die sich um die rasche Versorgung und Integration der Ukrainer in Borna kümmern wollen, gehört Frank Ziemann. Der Pädagoge und Russischlehrer hat als langjähriger Leiter der Dinterschule Erfahrung mit der Integration ausländischer Kinder in der Schule. „Ich habe angeboten, mich darum zu kümmern.“

Die Mädchen und Jungen aus Irpin bräuchten recht schnell wieder einen geregelten Tagesablauf. Sie haben womöglich andere Voraussetzungen als Teile der Flüchtlinge, die in den Jahren 2015/2016 und danach zu den Schülern der Dinterschule gehörten, so Ziemann. Die ukrainischen Kinder hätten regelmäßig eine Schule besucht, was nicht in jedem Fall auf afghanische Flüchtlinge zugetroffen habe.

Unbürokratische Hilfe

In Borna steht nach Angaben von Oberbürgermeisterin Luedtke die Unterbringung der Frauen und Kinder aus Irpin in Wohnungen an. Es gehe darum, „jetzt schnell und vor alle unbürokratisch Hilfe für unsere Partnerstadt zu leisten“. In den letzten Jahren hätten Bornaer zusammen mit den Bewohnern der ukrainischen Partnerstadt gefeiert, so sei „es nun eine absolute Selbstverständlichkeit, dass wir in der Stunde schwerster Not einander helfen“.

Zeigen sich solidarisch mit der Ukraine: Schüler der Bornaer Dinterschule vor Kisten mit Sachspenden.

Zeigen sich solidarisch mit der Ukraine: Schüler der Bornaer Dinterschule vor Kisten mit Sachspenden.

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Sammlung an der Dinterschule

Das machen die Bornaer auch ganz konkret. Etwa an der Dinterschule, an der Sachspenden für die Flüchtlinge gesammelt werden. Was nicht direkt verteilt werden kann, soll dem Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt werden, erklärt Schulleiterin Doreen Snicinski. Zudem gibt es Kuchenbasare von Klassen, deren Erlös auf dem städtischen Spendenkonto (Stichwort „Hilfe für Irpin“, IBAN DE59 8605 5592 1090 2909 81) landen soll.

Und es gibt zahlreiche weitere Aktionen: Das Gymnasium zeigt Flagge, Grundschüler verkaufen selbst gebackenen Kuchen für den guten Zweck, und die „Kleinstadtladys“ sammeln unzählige Sachspenden: Die Solidarität in Borna mit der Ukraine und deren Bewohner, aber auch den Flüchtlingen ist riesig. Allerorten werden Spenden gesammelt, werden die Nationalfarben des vom Krieg erschütterten Landes gezeigt.

Aktion der „Kleinstadtladys“

Die „Kleinstadtladys“ – konkret Kathleen Czinkewitz und Anne Teichmann aus Borna, die im vergangenen Jahr den Flohmarkt auf dem Parkhausdach organisiert hatten – konnten allein am Mittwochnachmittag unzählige Dinge für den täglichen Bedarf sammeln. Schlafsäcke wurden genauso auf dem Parkplatz der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft abgegeben wie Nudel- und Reispackungen, Medikamente, Verbandsmaterial und Decken. Auch Babynahrung war dabei.

„Wir sind unglaublich dankbar und überwältigt davon, dass sich so viele Bornaer an unserer Spendensammlung beteiligt haben“, macht Czinkewitz deutlich. Nun werde alles, was zusammen gekommen ist, an die Organisation „Leipzig.hilft“ gehen. Diese wiederum versorge Menschen in der Grenzregion und innerhalb der Ukraine mit den benötigten Gegenständen und Nahrungsmitteln.

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Gymnasium zeigt deutlich Flagge

Ebenso ist am Gymnasium „Am Breiten Teich“ in Borna Russlands Krieg gegen die Ukraine allgegenwärtig. Weshalb es eine Aktion auf dem Schulhof gab, bei der die ukrainische Flagge in riesiger Dimension gezeigt wurde.

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Eine Menge Kuchen haben die Grundschüler aus Bornas Ortsteil Neukirchen gebacken und am am Dienstag verkauft. „Alleine durch den Basar sind mehr als 200 Euro zusammengekommen, aber wir veranstalten ja noch einen Flohmarkt und werden auch noch einmal einen Kuchenbasar auf die Beine stellen“, teilt Schulleiterin Silvia Ehritt mit. Die Gesamtsumme werde anschließend für Bornas Partnerstadt Irpin gespendet.

Die Grundschule in Neukirchen ist derzeit voller Friedenstauben. Bei einem Kuchenbasar sind erste Spenden für Bornas Partnerstadt Irpin zusammengekommen.

Die Grundschule in Neukirchen ist derzeit voller Friedenstauben. Bei einem Kuchenbasar sind erste Spenden für Bornas Partnerstadt Irpin zusammengekommen.

Auch anderweitig zeige die Schule ihre Solidarität. „Im ganzen Schulhaus haben wir Friedenstauben aufgehängt“, sagt sie. Eine Herausforderung sei es derzeit, den Grundschülern den Krieg zu erklären. „Wir sprechen viel mit ihnen und versuchen, das alles kindgerecht zu vermitteln“, so Ehritt. Wobei das alles andere als einfach sei.

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Angebote von Sachspenden werden aufgenommen

Weil derzeit unklar ist, wie viele Menschen aus der Ukraine tatsächlich in Borna ankommen, hat der städtische Krisenstab entschieden, Angebote von Sachspenden in Listen zu erfassen und erst bei Bedarf abzurufen. Meldungen dazu sind unter der Telefonnummer 03433/87 31 12 und der E-Mail-Adresse info@borna.de möglich.

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Von Nikos Natsidis und Julia Tonne

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