Streuner

Hunderte herrenlose Katzen in Borna – Tierschutzverein fordert Lösungen

Illegale Katzenfütterungsstellen sind dem Tierschutz ein Dorn im Auge (hier eine auf der Witznitzer Kippe). Denn eingefangen und versorgt werden können die Tiere dann nicht.

Illegale Katzenfütterungsstellen sind dem Tierschutz ein Dorn im Auge (hier eine auf der Witznitzer Kippe). Denn eingefangen und versorgt werden können die Tiere dann nicht.

Borna. Mehr als 200 eingefangene Katzen, rund 8000 Euro Kosten für die Kastration der Tiere: Das sind die Eckdaten, mit denen der Bornaer Tierschutzverein allein im vergangenen Jahr versucht hat, der ausufernden Katzenpopulation in Borna, Deutzen, Frohburg und Regis Herr zu werden. Auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist: Michaela Angermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins, und ihre Kollegen lassen sich davon nicht unterkriegen.

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Legale Fütterungsstellen in Borna

Eine Möglichkeit, um die streunenden herrenlosen Kleintiger nicht ihrem Schicksal zu überlassen, sind legale Fütterungsstellen. In Borna sind die unter anderem in der Luckaer Straße und hinter dem Wilmhelmschacht zu finden. „Nur an solchen Stellen können wir die Tiere einfangen“, macht Angermann deutlich. Anschließend würden sie kastriert, geimpft, entwurmt und wieder freigelassen.

Michaela Angermann plädiert für eine gemeinsame Linie mit den Kleingartensparten

Michaela Angermann plädiert für eine gemeinsame Linie mit den Kleingartensparten.

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Die Katzenfütterungsstellen sind nicht nur durch den Verein genehmigt, sondern auch durch die Stadt, das Futter selbst stelle der Verein zur Verfügung. „Viele derjenigen, die sich darum kümmern, dass die Katzen immer etwas Wasser und Futter haben, kaufen aber auch selbst ein“, erzählt Angermann.

Sie ist froh, dass es Menschen gibt, die ihre freie Zeit den Tieren widmen und vor allem auch anrufen, wenn Katzen krank oder verletzt seien. „Ohne ihre Mithilfe wäre das Elend noch größer.“

Frohburg arbeitet an Kastrationsverordnung

Angermann hofft, dass zukünftig der ausufernden Katzenpopulation noch anderweitig begegnet wird. So arbeite Frohburg derzeit an einer Kastrationsverordnung. Diese verpflichtet Eigentümer von Katzen, die überwiegend als Freigänger gehalten werden, diese vorab zu kastrieren.

"Viele Katzenbesitzer weigern sich, allerdings wäre das ein wichtiger Schritt, denn auf der anderen Seite beschweren sich immer wieder die Einwohner, dass so viele Katzen unkontrolliert herumstreunen und sich vermehren." Allerdings sei es auch zwingend notwendig, dass die Verordnung in Borna eingeführt wird.

Eine andere Möglichkeit, um der Problematik Herr zu werden, sei nach Aussage von Angermann eine engere Zusammenarbeit mit den Kleingartenvereinen vor Ort. Erst kürzlich gab es ein Treffen zwischen Tierschutzverein, Regionalverband Borna, Stadt und Parzellenpächtern, um das Thema zu beraten.

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Ärger in der Sparte Sachsenburg II

Anlass dafür war ein Schreiben des Vorstands der Sparte Sachsenburg II an eine Gärtnerin, die sich seit Monaten um vier herrenlose Katzen kümmert, sie füttert und vor allem kastrieren ließ. Der Vorstand forderte jetzt, sie solle die Fütterung einstellen, dann „würde der Verein von weiteren Maßnahmen absehen“, wie Angermann berichtet.

"Damit ist das Problem aber nicht gelöst, auch andere Kleingärtner füttern, lassen die Tiere aber nicht kastrieren", betont sie. Um so wichtiger sei es, eine gemeinsame Linie mit den Sparten zu finden. Der Verein selbst habe sich bislang dazu noch nicht geäußert.

Chefin des Tierschutzvereins ruft zu Zusammenarbeit auf

Weshalb sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins nun per Brief an alle Beteiligten gewendet hat. „Hunderte von Katzen sind in den Vereinen von Borna unterwegs. Wenn wir hier nicht zusammenarbeiten, werden sich diese vermehren und vermehren“, verdeutlicht Angermann darin.

Die Lösung könne letztlich nicht heißen, die Katzen zu vergiften. Genau das aber sei vor einigen Jahren schon einmal praktiziert worden, allerdings starb daran ein Hund.

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Von Julia Tonne

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