Anerkennung

Kahnsdorfer hat ein Herz für Schwalben

Peter Windolph (r.) und Christina Fischer (M.) vom Nabu  schauen sich mit André Bauer (li.) die Nisthöhlen für Schwalben an dessen Haus in Kahnsdorf an.

Peter Windolph (r.) und Christina Fischer (M.) vom Nabu schauen sich mit André Bauer (li.) die Nisthöhlen für Schwalben an dessen Haus in Kahnsdorf an.

Neukieritzsch/Kahnsdorf. Jetzt hat es André Bauer auch offiziell bestätigt bekommen: Der Musiker im sächsischen Polizeiorchester und Dirigent des Neukieritzscher Blasorchesters hat ein Herz für Schwalben und ein schwalbenfreundliches Haus. Die Plakette für die Hauswand, Urkunde und jede Menge Informationsmaterial überreichten ihm Peter Windolph und Christina Fischer vom Naturschutzzentrum Groitzsch des Naturschutzbundes (Nabu).

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Peter Windolph (r.) und Christina Fischer überreichen André Bauer (l.) die Urkunde für sein schwalbenfreundliches Haus.

Peter Windolph (r.) und Christina Fischer überreichen André Bauer (l.) die Urkunde für sein schwalbenfreundliches Haus.

Der Umwelt- und Naturschutzverband bemüht sich mit der Aktion „Schwalben willkommen“ seit etwas mehr als zwei Jahren darum, landesweit Nistplätze für Schwalben zu schützen und gleichzeitig Menschen zu motivieren, neue Nistmöglichkeiten zu schaffen. Denn Schwalben sind so genannte Kulturfolger, sie suchen die Nähe des Menschen. Mehlschwalben wohnen gern in Nisthöhlen außen an Gebäuden, Rauschwalben bevorzugen Plätze im Inneren von Scheunen oder ähnlichen Gebäuden.

Schwalben sind in Gefahr

Doch vor allem Sanierungsmaßnahmen, bei denen Nisthöhlen und Einfluglöcher geschlossen werden, Pflanzenschutzmittel im Garten und der Rückgang von Fluginsekten geben dem Nabu Anlass zur Sorge um den Bestand an Schwalben. Deshalb würdigt der Nabu Sachsen all jene, die sich um den Bestand der Schwalben bemühen, die sie willkommen heißen.

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Nisthöhlen unterm Dach sofort besiedelt

Bei André Bauer in Kahnsdorf läuft der Natur- und Umweltverband damit offene Türen ein. Der hat die ersten beiden Nisthöhlen schon vor fünf Jahren angebracht, kaum dass das neue Einfamilienhaus fertig war. Weil die Schwalben den ersten Platz unterm Dachüberstand der Garage nicht annahmen – möglicherweise war der Ort zu niedrig – hängte er sie oben am Dach auf, über dem Balkon. „Die wurden eins zu eins besiedelt“, sagt Bauer.

Schwalbenfreundliches Haus in Kahnsdorf

Am Einfamilienhaus von André Bauer in Kahnsdorf fühlen sich Mehlschwalben zu Hause

„Für mich war das gar keine Frage“, sagt André Bauer zu seiner Motivation, Schwalben Nistplätze anzubieten. Die Vögel begleiten ihn nämlich seit der Kindheit. Das elterliche Haus hatte ein Reetdach. „Da gab es immer Bienen und Schwalben“, sagt er.

Schwalben fangen Fliegen und Mücken weg

Die Hinterlassenschaften der flinken Vögel nimmt er in Kauf, und sie stören ihn nicht. Er legt einfach ein breites Brett unter die Nester, das nimmt er später weg und kehrt es sauber. Außerdem hat er ja den Vorteil von vielen Schwalben im Garten. „Ich habe hier kein Problem mit Fliegen und Mücken.“ Die fangen die geschickten Flieger einfach weg.

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Neue Schwalben-Wohnungen für nächstes Jahr

Mittlerweile hat er zehn Nisthöhlen unter der Dachtraufe. Die letzten beiden montierte er erst vor wenigen Tagen. Fürs nächste Jahr. Denn jetzt haben sich die Schwalben erst einmal in Richtung Süden verabschiedet. Dieses Schauspiel hat André Bauer direkt vor Augen. Gleich an der Straße verlaufen Strom- und Telefonleitungen, auf denen sich die Vögel vor kurzem zum Abflug versammelt haben.

Die Plakette des Nabu hängt jetzt auch in Kahnsdorf.

Die Plakette des Nabu hängt jetzt auch in Kahnsdorf.

Seit Juni 2016 verleiht der Nabu Sachsen die Plakette "Schwalben willkommen", um die man sich auf dessen Internetseite bewerben kann. In ganz Sachsen sind schon rund 250 vergeben worden, darunter auch einige im Landkreis Leipzig. Hier haben sich Peter Windolph und Christina Fischer an einem Tag gleich bei vier Schwalbenfreunden bedankt – im Namen des Nabu und im Namen der Vögel.

Nistplätze an neuen Häusern sind selten

Der Besuch bei André Bauer war trotzdem etwas Besonderes, sagte Peter Windolph der LVZ. Zumeist würden sich die Nistmöglichkeiten nämlich auf alten Bauernhöfen befinden, häufig seien es ältere Menschen, die auf diese Weise ein Herz für die Natur zeigen. Dass jemand an einem noch neuen Eigenheim Nistkästen für Schwalben anlegt, sei äußerst selten, sagt der Naturschützer.

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Von André Neumann

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