Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Jahreshauptversammlung

Kitzschers Feuerwehr bekommt immer mehr artfremde Einsätze

Feuerwehrleitung und Bürgermeister von Kitzscher freuen sich über junge Kameraden, die ihre erste Beförderung entgegennehmen konnten.

Feuerwehrleitung und Bürgermeister von Kitzscher freuen sich über junge Kameraden, die ihre erste Beförderung entgegennehmen konnten.

Kitzscher.Die Freiwillige Feuerwehr Kitzscher wurde 2017 zu fast doppelt so vielen Einsätzen gerufen, wie im Jahr davor. Das sagte Wehrleiter Marco Baaske auf der Jahreshauptversammlung in seinem Rückblick. In diesem Jahr will die Wehrleitung, der Baaske seit einem Jahr vorsteht, eine Offensive zur Gewinnung neuer Feuerwehrleute starten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Unter den 43 Einsätzen waren zwölf Brände, 16 Einsätze bei zwei Unwettern und drei Fehlalarmierungen. Nach oben gingen die Einsatzzahlen vor allem durch technische Hilfeleistungen, die im Vorjahr 26-mal der Alarmierungsgrund waren. Dabei bestätigte sich laut Baaske ein Trend, der schon in den zurückliegenden Jahren erkennbar war. Demnach werde die Feuerwehr vermehrt zu Notfalleinsätzen des medizinischen Rettungsdienstes hinzugezogen. Im vorigen Jahr waren das sechs Fälle, in denen Feuerwehrleute Türen öffnen oder beim Tragen helfen mussten. Für den Kitzscheraner Wehrleiter sind das artfremde Feuerwehreinsätze. Wehrleitungen, Landratsamt und Kreisbrandmeister hätten sich dieses Problems angenommen und würden nach Lösungen zur Entlastung des Ehrenamtes suchen.

Lothar Köhler und Volkmar Kunth (vorn v. l.) wurden von der Wehrleitung und von Bürgermeister Maik Schramm (r.) für fünfzigjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.

Lothar Köhler und Volkmar Kunth (vorn v. l.) wurden von der Wehrleitung und von Bürgermeister Maik Schramm (r.) für fünfzigjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.

Dennoch, beklagte Baaske, „entsteht öfters das Gefühl, dass wir für alles zuständig sind und dabei ausgenutzt werden.“ Dabei ging er auf einen in dieser Beziehung herausragenden Fall ein: Nach dem Selbstmord eines Polizisten Anfang Oktober im Rathaus von Kitzscher sollte die Feuerwehr mitten in der Nacht das Blut entfernen. Die Truppe weigerte sich. Das Motto der Feuerwehr laute „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“. Dies tue man mit vollem Einsatz, versicherte der Wehrleiter.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für diese Kernaufgaben sieht der Wehrleiter seine Kameradinnen und Kameraden gut gerüstet. 28 Feuerwehrleute gehören zur Einsatzabteilung in Kitzscher, weitere 14 zum Zug in Trages. Fünf davon verfügen über die Ausbildung als Zugführer, acht zum Gruppenführer. An beiden Standorten gibt es je sechs Maschinisten. Insgesamt zwanzig Feuerwehrleute können mit Atemschutzgeräten in den Einsatz gehen. Damit sei man grundsätzlich gut aufgestellt, auch wenn in Kitzscher ein weiterer Maschinist gebraucht wird.

Darüber hinaus sieht der Wehrleiter jedoch den Bedarf an weiteren Feuerwehrkameraden. Deswegen plane die Wehrleitung eine Werbeoffensive. Mit Flyern für jeden Haushalt und mit Informationsveranstaltungen will die Wehr auf sich aufmerksam machen. Über die Arbeit der Wehr, über Einsätze und Veranstaltungen soll demnächst in sozialen Netzwerken informiert werden. Zudem bat Baaske die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, sich im Bekanntenkreis umzuhören und für die Truppe zu werben.

Zugleich warb Baaske um mehr öffentliche Anteilnahme an der Arbeit der Feuerwehr. „Wertschätzung und Anerkennung gegenüber den Feuerwehrangehörigen sind gerade in unserer heutigen Gesellschaft wichtige Elemente, um ein motiviertes Team aufrecht zu erhalten“, sagte er.

Von André Neumann

Mehr aus Borna

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.