Heimatverein

Korn zu Brot: Projekt über das Landleben für Groitzscher Kinder

Der Wischstaudener Egon Koschinsky zeigt den Kindern, wie Garben und sogenannte Puppen aus Stroh gebunden werden. Danach durften sich die Grundschüler selber versuchen.

Der Wischstaudener Egon Koschinsky zeigt den Kindern, wie Garben und sogenannte Puppen aus Stroh gebunden werden. Danach durften sich die Grundschüler selber versuchen.

Groitzsch. Unser tägliches Brot wächst nicht auf Bäumen und kommt auch nicht aus dem 3-D-Drucker. Um den langen Weg "Vom Korn zum Brot" nachzuzeichnen und erlebbar zu machen, hatte der Naturfreunde- und Heimatverein Groitzsch im Oktober 2017 das gleichnamige Projekt für Groitzscher Hortkinder ins Leben gerufen. 60 Mädchen und Jungen begaben sich auf eine abenteuerliche Reise in die Landwirtschaft, die jetzt ihren Abschluss fand.

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Alle Schritte von der Aussaat bis zum Backen

"Wir wollten den Kindern zu zeigen, wie aus einem Korn Brot entsteht, quasi von der Aussaat bis zum Backen", so der Vereinsvorsitzende und Projektleiter Dietmar Schäfer. Nach anderthalb Jahren zieht er nun zufrieden Bilanz: "Es hat sagenhaft viel Spaß gemacht, nicht nur mir, sondern auch den Kindern und allen anderen Beteiligten." Unterstützt wurde der praktische Teil unter anderem vom Hofladen Christian Haubold in Wischstauden.

Los ging es mit einem Vortrag über die Brotherstellung. „Die Bilder sollten neugierig machen“, so Dietmar Schäfer. Gezeigt wurden historische und moderne Arten der Feldbestellung, der Ernte und des Kornmahlens. Danach ging es in Wischstauden aufs Feld, der Boden muss schließlich für die Aussaat vorbereitet werden.

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Wendepflug und Engerlinge – Neuland für die Kinder

Aber nicht nur der Traktor mit seinem Wendepflug war Neuland für die Grundschüler. Sie löcherten den Landwirt mit allerhand Fragen, unter anderem über die Engerlinge (Käferlarven), die sich im Erdboden befanden und durch das Ackern ans Tageslicht kamen. Nach der Bodenbearbeitung lud Christian Haubold seine Gäste zu einem Rundgang in die Rinder- und Schweineställe ein.

Der dritte Projekttag stand unter dem Motto Aussaat. Schon Wochen später waren die Ähren voll ausgebildet und die Körner deutlich zu erkennen. Die Ernte fiel jedoch mitten in die Ferienzeit und damit konnten die Grundschüler nicht live dabei sein.

Ernte mit der Hand und mit Maschinen

Eine Lösung hatten Christian Haubold und Egon Koschinsky schnell parat. Sie zeigten Bilder, wie das Korn per Hand (Sense, Sichel) oder mit Maschinen geerntet wurde. Danach hatten sie das geschnittene Korn zu Garben gebunden, um diese wiederum in „Puppen“ gebunden auf dem Feld aufzustellen, das sind fünf Garben und mehr, bevor sie in die Scheune kamen.

Zudem demonstrierten Haubold und Koschinsky traditionelle Tätigkeiten wie das „Sense dengeln“. Die rhythmischen Schläge auf das Sägeblatt animierte einige Kinder sogar, es ihnen nachzutun.

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Dreschflegel auf dem Schulhof ausprobiert

Der nächste Projekttag fand auf dem Gelände der Oberschule Groitzsch statt – stellvertretend für eine Tenne in der Scheune. Das Korn lag ausgebreitet auf einer Plane, um das Ausdreschen mit einem Dreschflegel zu üben.

Die Kinder bekamen einen original Dreschflügel zu sehen und waren begeistert. „Leider konnten wir ihn nicht benutzen“, bedauert der Projektleiter. „Er hätte das nicht heil überstanden und außerdem war er viel zu groß.“ Mit dem extra angefertigten Kinderdreschflegel hatten die Schüler auch einen Riesenspaß. Nach getaner Arbeit stießen sie mit Limonade auf die Ernte an.

Mahlvorgänge früher und heute kennengelernt

Jetzt musste das Korn gemahlen werden. Die Schüler lernten alle wichtigen Nährstoffe im Korn sowie die Mahlvorgänge früher und heute kennen. Und sie sahen, wie mit Hilfe eines Reibesteins, Mörsers und der Kornhandmühle Mehl gewonnen wird. Danach durften sie es selber ausprobieren – und hatten zum ersten Mal Mehl in den Händen.

Mit gelber Limonade stoßen die beiden Schüler auf die erfolgreiche Ernte an

Mit gelber Limonade stoßen die beiden Schüler auf die erfolgreiche Ernte an.

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Am letzten Projekttag erinnerte Dietmar Schäfer an die einzelnen Stationen und übergab eine Broschüre, die Fotodokumentation und Präsentationen als Erinnerung. „Wir können ein positives Fazit ziehen“, so der Groitzscher. „Die Kinder kennen das Produkt Brot und Mehl und wissen, was ein Korn ist. Die Zusammenhänge waren ihnen vorher nicht bekannt.“

Von Kathrin Haase

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