Schnelles Netz

Landkreis Leipzig findet keinen Breitbandkoordinator

Der Landkreis Leipzig findet keinen Breitbandkoordinator.

Der Landkreis Leipzig findet keinen Breitbandkoordinator.

Landkreis Leipzig. Der Fachkräftemangel schlägt auch im Landratsamt zu: Wie jetzt bekannt wurde, konnte die Stelle eines Breitbandkoordinators nicht wie geplant zum Jahresende besetzt werden. „Wir müssen die Ausschreibung leider wiederholen, weil sich bisher kein geeigneter Bewerber gefunden hat“, bedauert Landrat Henry Graichen (CDU). Der Breitbandkoordinator sollte eigentlich schon Ende 2018 seinen Job antreten.

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Neue Ausschreibung auf dem Weg

Bewerbungen hatte man sich bis Ende November erbeten – allerdings ohne den erhofften Zuspruch. „Nunmehr werden wir einen erneuten Anlauf unternehmen“, kündigt der Kreisschef an. In dem neuen Stellenangebot werden minimale Abstriche an der geforderte Qualifikation gemacht. Man hofft, damit den möglichen Kreis von Interessenten noch weiter zu fassen. Bewerber können sich nunmehr bis 15. Februar melden. Der Koordinator soll offizieller Ansprechpartner für alle Fragestellungen sein und sowohl Bürgern, Unternehmen als auch Kommunen als Kontaktperson zur Verfügung stehen.

Wie berichtet, will sich der Landkreis besonders der Gebiete annehmen, für die sich kein Unternehmen interessiert. Mit allen Kommunen im Landkreis wurde dafür ein öffentlich-rechtlicher Vertrag abgeschlossen. In diesem bekennen sich die Partner zur flächendeckenden Versorgung privater Haushalte und Gewerbebetriebe mit hochleistungsfähigen Breitbandanschlüssen. Das fixierte Ausbauziel sind 100 Mbit Glasfaser.

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Unternehmen reichen Ausbaupläne ein

Inzwischen liegt der Kreisspitze das Datenmaterial der aktuellen Markterkundung vor. "Fünf Telekommunikationsunternehmen haben ihre Ausbaupläne fristgerecht vorlegt", erklärt Gesine Sommer, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Zwei weitere Anbieter gaben ihre Unterlagen nach dem geforderten Termin ab. "Allerdings", bat die Verantwortliche weiter um Geduld, "nimmt die Auswertung der Daten nunmehr erneut Zeit in Anspruch. Die Leistung werden wir demnächst ausschreiben – auf Grund des Kostenumfangs europaweit." Aktuell laufe für diesen Schritt die Beantragung von Fördermitteln. "Wir rechnen täglich damit, dass wir einen vorzeitigen Maßnahmebeginn bewilligt bekommen", ist man im Landratsamt zuversichtlich. Im März/April könne bei reibungslosem Verlauf dann mit den Ergebnissen der Analyse gerechnet werden. "Dann werden wir exakt wissen, um welche Gebiete die Unternehmen lieber einen Bogen machen und wo wir als Kreis gefragt sind, die noch vorhandenen weißen Flecken zu schließen", so Graichen.

Auswertung erfolgt grundstücksgenau

Die Auswertung wird „gut versorgte“ und „unterversorgte“ Gebiete exakt ausweisen – und das grundstücksgenau. Als „gut versorgt“ gelten dabei nach aktuellen Förderkriterien jene Bereiche, in denen bereits Internet-Downloadgeschwindigkeiten von 30 Mbit erreicht werden. Für die unterversorgten Anschlüsse, wie es sie im ländlichen Raum vielfach noch gibt, soll dann mit Hilfe der Zuschüsse von Bund und Land der Breitbandausbau erfolgen. Auch die einzelnen Erschließungsgebiete werden in diesem Zug festgelegt.

„Unser Ziel ist, in diesem Jahr die Grundlagen für den flächendeckenden Breitbandausbau zu schaffen.“ Dass noch in diesem Jahr die ersten Bagger rollen, hält Graichen für wenig wahrscheinlich. „Die tatsächliche Bautätigkeit wird erst 2020 einsetzen.“ In diesem Jahr werde man außerdem noch die Überlegungen zur Rechtsform abschließen.

Selbst auf den Weg gemacht haben sich unterdessen die Kommunen Wurzen, Bennewitz, Lossatal und Thallwitz. Auch die Stadt Grimma realisiert ein eigenes Glasfasernetz. Die entsprechenden Regionen seien bei der Markterkundung des Landkreises demzufolge nicht mit betrachtet worden, hieß es.

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Von Simone Prenzel

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