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Internet

Landkreis Leipzig sucht Breitbandkoordinator

Der Kreis Leipzig zählt derzeit noch zu den Schlusslichtern beim Thema Breitbandausbau.

Der Kreis Leipzig zählt derzeit noch zu den Schlusslichtern beim Thema Breitbandausbau.

Landkreis Leipzig.Der Landkreis macht beim Thema Breitbandausbau ernst. Was die Versorgung mit leistungsfähigem Internet betrifft, rangiert die Region sachsenweit noch unter ferner liefen. Nur rund jeder zweite Haushalt verfügt über einen Anschluss von mindestens 30 Megabit (Mbit) pro Sekunde. Schlechter ist nur noch Mittelsachsen dran, wo der Versorgungsgrad bei 49 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu rangieren Großstädte wie Leipzig oder Chemnitz in einer anderen Liga. Nicht anders das Bild bei 50 Mbit: Auch hier sind der Landkreis Leipzig und Mittelsachsen die Schlusslichter mit einer Haushaltsversorgung von lediglich 45 beziehungsweise 42 Prozent. Andere Landkreise und vor allem die für Anbieter lukrativen Großstädte schneiden auch hier deutlich besser ab.

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Für Graichen ist Breitband zentrales politisches Anliegen

Eine ordentliche Breitbandversorgung, die ihren Namen verdient, ist zwischen Narsdorf und Thallwitz vielerorts noch ein unerfüllter Wunsch. „Dabei“, so Landrat Henry Graichen (CDU), „funktioniert bald kein privater Haushalt, keine Arztpraxis und kein Supermarkt mehr ohne ordentliche Internetverbindung.“ Besonders für Firmen bilde ein leistungsfähiges Netz eine entscheidende Basis für die Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb ist für den Kreischef die möglichst flächendeckende Internetversorgung ein zentrales politisches Anliegen.

Der Kreis will sich vor allem der Gebiete annehmen, für die sich kein Betreiber interessiert. „Unsere Aufgabe wird es sein, uns um die weißen Flecken zu kümmern.“ Mit allen Kommunen im Landkreis wurde dafür ein öffentlich-rechtlicher Vertrag abgeschlossen. In diesem bekennen sich die Partner zur flächendeckenden Versorgung privater Haushalte und Gewerbebetriebe mit hochleistungsfähigen Breitbandanschlüssen. „Der Standard“, so Graichen, „sind 100 Mbit Glasfaser.“

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Aktuell sucht der Kreis einen Breitbandkoordinator, der die Fäden in den Händen hält und als zentraler Ansprechpartner für Kommunen, Unternehmen, Bürger und weitere Akteure dienen soll. Die Stelle war bis 30. November ausgeschrieben.

Markterkundung für Landkreis Leipzig seit 2. November

Bereits der nächste Kreistag soll weitere Pflöcke einschlagen. Mit Votum der Kreisräte soll am 12. Dezember beschlossen werden, dass der Kreis die Aufgabe stellvertretend für alle Städte und Gemeinden übernimmt, den Ausbau plant und Fördergelder beantragt. Als Rechtsform dafür ist die Gründung einer Breitband-GmbH im Gespräch. Bereits am 2. November startete die Markterkundung für den Landkreis. Im Rahmen dieses achtwöchigen Verfahrens wird eruiert, ob private Betreiber einen Ausbau planen. „Nach Ablauf der Frist am 2. Januar 2019 wissen wir dann, welche Gebiete die Unternehmen links liegenlassen und wo wir als Kreis gefragt sind“, kündigt Graichen an. Unschätzbarer Vorteil für die Kommunen: Eigenmittel fallen nicht an, weil der Freistaat diesen Anteil komplett übernimmt.

Von Simone Prenzel

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