Adelsfamilie

Letzter Röthaer Freiherr von Friesen gestorben

Heinrich Freiherr von Friesen verstarb am Freitag im Alter von 82 Jahren. (Archivfoto)

Heinrich Freiherr von Friesen verstarb am Freitag im Alter von 82 Jahren. (Archivfoto)

Rötha. Seine Heimat Rötha im Landkreis Leipzig hat Heinrich Freiherr von Friesen nie losgelassen – auch wenn er fast sein ganzes Leben in der Ferne verbrachte. „Rötha war mein Paradies“, sagte der Sohn dieser bedeutenden sächsischen Adelsfamilie. Seit den 1990er Jahren engagierte er sich, um Stücke aus diesem Paradies zu retten. Mit Erfolg: Seine Ahnengalerie hängt heute im Schloss Nossen; tausende Bücher der einstigen Bibliothek kommen in Dresden zusammen; das Verbündetenzimmer der Völkerschlacht ist seit 2012 in seiner Heimatstadt zu sehen. Nun ist der letzte Spross der Röthaer von Friesens im Alter von 82 am Freitag nach Krankheit gestorben, teilte die Familie am Montag mit.

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Als Sohn des wohlbegüterten Adelsgeschlechts wuchs er im Schloss Rötha auf, umgeben von Gemälden und wertvollen Büchern, vor der Tür ein herrlicher Park. Kunst und Kultur trug die Familie auch in die kleine Stadt, die von ihr gesponserten Silbermannorgeln locken bis heute Gäste aus aller Welt nach Rötha.

Fühlte sich seinen Vorfahren verpflichtet

Im Oktober 1945 floh der Zehnjähriger mit Eltern und Geschwistern ’gen Westen, um der Verhaftung durch die russische Armee zu entgehen, wie er später erzählte, mit nur sechs Gepäckstücken. Schloss und Park verfielen in den folgenden DDR-Jahren.1969 wurde das frühbarocke Schloss, erbaut 1668, gesprengt.

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Heinrich von Friesen studierte in Westdeutschland Jura und gründete eine Immobilien-Verwaltungen GmbH. Mit Begeisterung befasste er sich immerzu mit Kunst, liebte es aber auch, mit dem Motorrad durch die Alpen zu fahren.

Mit der Wiedervereinigung rückte Rötha für ihn erneut in den Fokus. Er fühle sich seinen Vorfahren verpflichtet, sagte er damals, und wolle der Heimat zurück geben, was noch machbar sei. Dabei half auch die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse. Deren Direktor Stephan Seeger würdigte den Freiherrn als „außergewöhnlich großzügigen Herrn, der Rötha nie aus den Augen verloren hat“. Er lobte die Zusammenarbeit in den höchsten Tönen: „Ein Wort gilt, ein Handschlag gilt, das war ein wahrer Grandseigneur, wie man sie heute nur noch selten findet.“ Der Freiherr soll in Rötha bestattet werden.

Von Claudia Carell

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