Stadtrat

LVZ-Wahlforum in Borna liefert Antworten

Wahlforum der LVZ im Goldenen Stern in Borna – im Präsidium  (rechte Seite, von oben): Ines Graichen, Roland Wübbeke, Bernd Schröter, Nikos Natsidis, Oliver Urban, Simone Boden und Reinhard Jöricke.

Wahlforum der LVZ im Goldenen Stern in Borna – im Präsidium (rechte Seite, von oben): Ines Graichen, Roland Wübbeke, Bernd Schröter, Nikos Natsidis, Oliver Urban, Simone Boden und Reinhard Jöricke.

Borna. Wirtschaftliche Entwicklung, Ordnung und Sicherheit in der Stadt, Visionen für Borna – all das waren Themen beim LVZ-Wahlforum am Dienstagabend im Goldenen Stern.

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Den Fragen von LVZ-Redakteur Nikos Natsidis hatten sich die Spitzenkandidaten der jeweiligen Parteien und Wählervereinigungen gestellt, die am Sonntag in den Bornaer Stadtrat gewählt werden wollen: Ines Graichen, Stadtratsfraktionsvorsitzende der Linken, CDU-Stadtratsfraktionschef Roland Wübbeke, Bernd Schröter, Fraktionschef der „Bürger für Borna“ (BfB), SPD/FDP-Fraktionschef Oliver Urban, Simone Boden (Freie Wähler Borna/FWB) und Reinhard Jöricke (AfD).

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Wirtschaftsförderung in Borna

Rund 100 Zuhörer ließen sich das Forum nicht entgehen, das einige Antworten zu bieten hatte – mal mehr, mal weniger konkret. Etwas schwammig blieben die Aussage beispielsweise bei der Frage nach der Wirtschaftsförderung in Borna. Zwar waren sich alle einig, dass es die geben muss, wie sie aber aussehen soll, blieb undeutlich. So geht Graichen davon aus, dass schon die Lage von Borna an der A72 in den nächsten Jahren mehr Unternehmen hierher locken wird. Wübbeke hingegen will zumindest an den möglichen Stellschrauben Einstellungen vornehmen.

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„Wir haben sachkundige und fachkundige Antworten“, sagt  Roland Wübbeke, CDU

„Wir haben sachkundige und fachkundige Antworten“, sagt Roland Wübbeke, CDU

„Wir brauchen eine günstige Gewerbesteuer und günstige Energie. Das sind Faktoren, die wir als Stadt beeinflussen können.“ Urban schlug außerdem vor, weitere Gewerbegebiete auszuweisen, Schröter will zunächst an der Förderung der schon vorhandenen Unternehmen arbeiten, Boden sieht ein besseres Außenbild der Stadt als notwendig an, damit sich Firmen für den Standort Borna entscheiden. Und Jöricke hätte zwar „viele gute Ideen, aber die werden wir nicht sagen“.

Jöricke: Bornaer Stadtrat winkt Beschlüsse durch

Ohnehin mokierte sich der AfD-Spitzenkandidat über das Gremium Stadtrat an sich und fragte in die Runde, was der denn schon mache, außer Beschlüsse durchzuwinken. Woraufhin Urban kurz zur Nachhilfestunde bat und Jöricke erklärte, dass der Stadtrat unter anderem den Haushalt der Stadt beschließt. „Und ohne den geht nichts.“ Nach diesem Modell funktionierten deutschlandweit alle Kommunen.

Kontroversen in Sachen Bornaer Stadthalle

Kontrovers wurde es, als die Frage nach einer Stadthalle für Borna gestellt wurde. Für Besucherin Konstanze Krieger ein Thema von hoher Wichtigkeit. Während die einen zwar gerne eine hätten (Boden und Graichen), forderten die anderen zunächst einmal ein grundlegendes Konzept zur Nutzung und zur Finanzierung (Wübbeke und Schröter). „Ein Abi-Ball im Jahr wird für die Auslastung nicht reichen“, machte CDU-Spitzenkandidat Wübbeke deutlich. Eine Stadthalle könne das gleiche Dilemma mit sich bringen wie einst das Freibad. „Da kommen jährlich rund 500 000 Euro auf die Stadt zu.

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„Wir wollen für die Bürger da sein und ihnen eine Stimme im Stadtrat geben“, sagt Simone  von den Freien Wählern Borna

„Wir wollen für die Bürger da sein und ihnen eine Stimme im Stadtrat geben“, sagt Simone von den Freien Wählern Borna.

Und die Stadt hat zahlreiche Pflichtaufgaben zu erfüllen.“ Auch Schröter wolle „keine Blase ohne Konzept“. Refinanzierung und Betreibung müssten klar sein. Urban kann sich ebenfalls eine Stadthalle vorstellen, zumal das Stadtkulturhaus nach der Sanierung vor 20 Jahren „eine eierlegende Wollmilchsau“ werden sollte. „Alles war drin, aber nichts optimal.“ Er sprach sich für ein ähnliches Kulturprogramm im Stadtkulturhaus aus, wie es das im Kulturhaus Böhlen gibt.

Alle für Videoüberwachung in Borna

In vielen Positionen stimmten die Kandidaten durchaus überein. So sprachen sich alle sechs für eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum aus, um die Ordnung und Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten. Zudem müsse nach Aussage der Kandidaten die Präsenz der Polizei erhöht werden.

Hintergrund für die Debatte waren unter anderem die Silvesterkrawalle

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auf dem Marktplatz. Boden und Wübbeke brachten außerdem die Schaffung einer Streetworkerstelle ins Gespräch. „Mit den Jugendlichen müssen wir im Gespräch bleiben“, begründete Boden. Jöricke zauberte noch eine Lösung aus der Tasche: ein Verbot der Antifa.

„Unsere Partei hat die breiteste Themen- und Kandidaten­aufstellung und bildet damit die Gesellschaft ab“, findet  Oliver Urban

„Unsere Partei hat die breiteste Themen- und Kandidaten­aufstellung und bildet damit die Gesellschaft ab“, findet Oliver Urban.

Übereinstimmung beim Bau neuer Kitas in Borna

Konsens gab es bei der Schaffung weiterer Kitaplätze und der Stärkung der Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendparlament (Kijupa). Auch die Belebung der Innenstadt nannten die Befragten durchgängig. Im Fokus müsse stehen, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Familien wohlfühlen. Graichen brachte unter anderem den Neubau einer Kita ins Gespräch und sieht Borna bei der Schullandschaft schon jetzt weit vorn.

Boden würde sich nach ihrem Einzug in den Stadtrat für mehr Kultur und einen Treffpunkt für Jugendliche einsetzen „Und am Breiten Teich muss was passieren“, forderte sie. Der SPD-Spitzenkandidat Urban sieht bei der Verbesserung der Versorgung beispielsweise in Borna-West noch Luft nach oben.

Wie junge Leute in Borna gehalten werden können

Viele Ideen gab es auf die Frage von Zuhörer Paul Podbielski vom Kijupa, was denn die Kandidaten tun wollen, um Jugendliche im Ort zu halten. Linken-Fraktionschefin Graichen will das alte Heizwerk in der Angerstraße zum Jugendtreff machen, Wübbeke über die ortsansässigen Wohnungsunternehmen günstigen Wohnraum für Studenten anbieten und Schülertickets auf den Weg bringen, Urban bei den Vereinen ansetzen und diese besser fördern. "Es kann ja nicht sein, dass es im Sportobjekt in der Witznitzer Straße keine Umkleiden gibt", betonte er. Boden erneuerte an der Stelle ihre Forderung nach einem Streetworker.

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Visionen für Borna gesucht

Auf die Frage von Moderator Natsidis nach Visionen für die Stadt gingen die Meinungen dann wieder weit auseinander. Während Wübbeke die Stellung der Kreisstadt im Landkreis für ausbaufähig hält („Früher hat Borna zum Beispiel die Haushaltspläne für Nachbarkommunen erstellt. Da könnten wir wieder hin.“), sieht Urban große Chancen in einer Neubewerbung für die Landesgartenschau.

Graichen sieht in touristischen Attraktionen einen Schritt, um mehr Menschen nach Borna zu locken. Boden hält hingegen ein Konzept für den Breiten Teich für unverzichtbar. Schröter forderte erneut, den Gewerbestandort Borna zu stärken. Jöricke blieb Visionen schuldig, er hielt es für wichtiger, auf ein drängendes Problem aufmerksam zu machen: „Die Busfahrer belastet die Regel ,rechts vor links‘ in den neuen Wohngebieten.“

Von Julia Tonne

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