Südraum

Nacktbaden möglich: Am Bornaer Harthsee fallen die Hüllen

Eigentlich eine schöne ruhige Badestelle am Harthsee bei Borna: Scheinbar sind Badegäste hier ungestört und lassen die Hüllen fallen. Tiefenentspannt vergessen sie dann vermutlich alles...

Eigentlich eine schöne ruhige Badestelle am Harthsee bei Borna: Scheinbar sind Badegäste hier ungestört und lassen die Hüllen fallen. Tiefenentspannt vergessen sie dann vermutlich alles...

Borna. Als Neuling im Landkreis eine nette und ruhige Badestelle zu finden, ist fast unmöglich. Mit der Luftmatratze unter dem Arm laufe ich meistens den Massen nach und bin froh, wenn ich am vollen Badestrand ein freies Plätzchen für mein Handtuch finde. Doch bei der Vielzahl an Seen, so denke ich mir, muss es doch auch für mich ein paar Quadratmeter Boden mehr geben.

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Auf der Suche nach einem Platz fürs Handtuch

Also habe ich meine Kollegen, die sich hier auskennen, um Rat gefragt. „Das musst du eingrenzen“, sagt Haig Latchinian. „Bis du jeden See im Landkreis abgelaufen hast, ist der Sommer vorbei.“ Also entscheide ich mich für Seen, die ich von Borna aus gut erreiche, immerhin kenne ich mich dort schon etwas aus. Kaum habe ich meine E-Mail mit der Frage nach den schönsten Badestellen rund um Borna abgeschickt, antwortet Kollege André Neumann: „Am Hainer See gibt es mehrere. Am Nordufer gleich zwei mit schönem Sand, einen direkt in Kahnsdorf am oberen Ende der Lagune, auch mit Sand. Eher naturbelassene Flecken gibt es am Ost- und Südufer. Auf einer Fahrradrundfahrt um den See kann man alle paar Meter sehr schön ins Wasser hüpfen.“

Das klingt super, also auf nach Kahnsdorf – da mein Fahrrad einen Platten hat, fahre ich mit dem Auto. An der Lagune reiht sich ein edles Haus an das andere, das Wasser leuchtet türkisgrün und sieht so fast tropisch aus. Die Badestelle ist am Ende der Siedlung, klein aber fein. Der Einstieg ins Wasser flach und sauber. Es gefällt mir sehr, aber wirklich versteckt ist das nicht. Ohne Fahrrad komme ich von hier schlecht an Ost- und Südufer.

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Aber André schrieb mir auch etwas von der Adria, dem Speicherbecken Borna. Ich parke mein Auto also in Deutzen, gehe eine steile Treppe hoch und stehe plötzlich inmitten verlassener Natur. Sogar ein Reh steht 20 Meter neben mir, guckt mich an und dreht sich in aller Ruhe um, um lautlos im Gebüsch zu verschwinden. Alle paar Meter reihen sich am Ufer angekommen, kleine feine Verstecke im Schilf aneinander. Besonders schön finde ich eine Stelle links, wenn man in Richtung des großen Stegs geht. Etwa 200 Meter davor. Es sieht aus als ob ein großer Busch den Zugang zum See versperrt, tatsächlich kann man daran vorbei gehen und es tut sich versteckt hinter dem Grün eine winzig kleine Liegewiese auf. Das Wasser schwappt hier kristallklar an Land. So habe ich mir das vorgestellt!

Am Tagebausee wird auch nackt gebadet

Eine Freundin hat mir außerdem von einer schönen Badestelle am Harthsee erzählt. Dazu sollte ich in Bubendorf dem Weg zu den ausgewiesenen Parkplätzen folgen und dann den allerletzten nehmen. Von dort sollte ich nach unten gehen und mich rechts halten bis der Weg am Ufer nicht weiterführt. Die Stelle ist schön, aber der Müll stapelt sich hier. Offensichtlich wurde kürzlich gegrillt, offenes Feuer gemacht. In einem Baum hängt sogar ein Büstenhalter. Also suche ich weiter.

Beim Spaziergang um den See treffe ich ein Paar mittleren Alters aus Borna, ihre Namen wollen die beiden nicht in der Zeitung lesen. Aber sie erzählen mir, dass der Harthsee ihr Lieblingssee ist, sie oft hier her kommen. „Die Wasserqualität ist super. Das wird regelmäßig getestet“, sagt der Mann. Das mit dem Müll sei wirklich ein Problem. „Manchmal kommen die Waschbären und reißen die Mülltüten auf, die in den Bäumen hängen gelassen werden“, sagt die Frau. Was sie aber besonders störe, seien die Hunde, die abseits vom Hundestrand ohne Leine und Maulkorb herumtoben würden. „Ich frage mich, ob das nicht etwas für das Ordnungsamt ist“, überlegt sie.

Am Harthsee, so erzählen die beiden mir, könne man alle paar Meter im Schilf eine kleine Bucht entdecken, um ins Wasser zu gehen. „Am besten liegt man aber tatsächlich hier am Strand“, sagt ein Passant, der seinen Hund ausführt und das Gespräch gehört hat. Welche Badestellen wirklich versteckt und ruhig sind, kann ich leider erst rausfinden, wenn das Wetter wieder zum ausgiebigen Planschen im kühlen Nass einlädt. Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt. Alle drei Seen hatten eine angenehme Temperatur – und ich hatte sie dank der Wolken ganz für mich alleine.

Von Nathalie Helene Rippich

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