Entscheidung

Pegau erhält grüne Toilette hinterm Bauamt

Während der Groitzscher WC-Container in einem Häuschen steht (Foto), soll die Toilettenzelle in Pegau ringsum komplett begrünt werden.

Während der Groitzscher WC-Container in einem Häuschen steht (Foto), soll die Toilettenzelle in Pegau ringsum komplett begrünt werden.

Pegau. Der neutrale Beobachter könnte fast denken, dass die Idee vom Nachbarn Groitzsch abgeschaut ist. Doch die Pegauer Verantwortlichen suchen selbst seit Jahren nach einer Lösung für eine öffentliche Toilette im Zentrum der Stadt. Nun ist sie gefunden. Der Stadtrat gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht. Für rund 117 000 Euro wird ein vollautomatisches Sanitär-Modul angeschafft und hinter dem Rathaus-Anbau aufgestellt, in dem sich das Bauamt und das Einwohnermeldeamt befinden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir sind schon lange an dem Thema dran“, sagte Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) den Stadträten. „Doch das Ganze ist nicht einfach wegen des Denkmalschutzes.“ Was Bauamtsleiter Gunther Grothe bestätigte. Sowohl bei Standort als auch Art des Gebäudes oder Objekts sei es schwierig gewesen, mit der Behörde auf einen Nenner zu kommen. Schließlich solle sich das öffentliche WC in die historische Altstadt einfügen. Der Einwurf aus der Abgeordnetenrunde, das Rathaus in klein nachzubauen, fand mit Verweis auf die Kosten keine weitere Beachtung.

„Eigentlich haben wir nichts Passendes gefunden, obwohl wir im Internet hoch und runter gesucht haben“, so Grothe. Selbst Litfaßsäulen mit einer eingebauten Anlage seien überprüft, aber wieder verworfen worden, weil die Eigentümer dort Werbung platzieren wollten. „Dafür hätten wir nicht die nötige denkmalschutzrechtliche Genehmigung be­kommen.“

Schließlich konnten sich beide Seiten auf einen Kompromiss einigen. Während der Groitzscher WC-Container in einem Häuschen steht, was in Pegau keine Bestätigung erhielt, soll die Toilettenzelle hier nun ringsum komplett begrünt werden. „Da sieht man eigentlich nur noch die Metalltür“, sagte Grothe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Geliefert wird das Exemplar wie beim Nachbarn von der Firma Hering Sanikonzept aus Burbach (Nordrhein-Westfalen). Nach jedem Toilettengang erfolge eine automatische Reinigung, erklärte der Bauamtsleiter. „Ein ganz schöner Posten“, sprach CDU-Stadträtin Ute Krüger die Finanzen an. Kollege Kurt Brause (Wählervereinigung Pro Pegau) konnte sich nicht damit anfreunden: „Wir sollten eine altstadtgemäße Lösung finden. Das sind wir der Stadt schuldig.“ Eine Mehrheit von neun Stadträten – bei sechs Enthaltungen – nahm den Beschluss aber an.

Von Olaf Krenz

Mehr aus Borna

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen