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Erneute Kritik

Rettungsleitstelle: Berger fordert Kreisspitze zum Handeln auf

Der Kreistag wählte in Borna die stellvertretenden Kreisbrandmeister Thilo Bergt (Wurzen), Steffen Kunze (Grimma) und Alexander Hecking (Markkleeberg), v.l.n.r., Henry Graichen und Beigeordneter Gerald Lehne gratulieren.

Der Kreistag wählte in Borna die stellvertretenden Kreisbrandmeister Thilo Bergt (Wurzen), Steffen Kunze (Grimma) und Alexander Hecking (Markkleeberg), v.l.n.r., Henry Graichen und Beigeordneter Gerald Lehne gratulieren.

Landkreis Leipzig. Kritik an der Arbeit der neuen Leipziger Rettungsleitstelle äußerte der Grimmaer Oberbürgermeisters Matthias Berger (parteilos) zur Kreistagssitzung in Borna Am Mittwoch. Aktueller Anlass war der Brand einer Tischlerei im Grimmaer Ortsteil Kuckeland, bei dem laut Berger die Alarmierung viel zu spät erfolgt sei und die Kameraden mit unnötiger Verzögerung eintrafen.

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Ortsunkenntnis wird zum Informationsproblem

Nachdem in der Grimmaer Leitstelle Ende August die Lichter ausgingen, werden die Retter seitdem von der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) in Leipzig in Marsch gesetzt. „Bei Großschadensereignissen wie Sturm Friederike haben wir uns ja schon daran gewöhnt, dass die Leitstelle überfordert ist. Jetzt gibt es aber offenbar auch Probleme bei der Bewältigung des normalen Anrufgeschehens.“ Somit sei aus einer Vielzahl von Einzelfällen mittlerweile ein riesiges Problem geworden, kritisierte der Stadtchef. „In Grimma gibt es insgesamt 72 Ortsteile.“ Von Namen wie Kuckeland habe mancher in der Leipziger Zentrale aber offenbar noch nie gehört. „Anrufer haben jetzt plötzlich die Beweislast, dass es ihren Ortsteil überhaupt gibt“, echauffierte sich Berger.

Matthias Berger fordert Landkreisspitze zum Handeln auf

Der Grimmaer OBM hatte den "Zentralisierungswahn" und die Verlegung der Leitstelle von Grimma nach Leipzig schon mehrfach kritisiert. "Bevor noch Menschen zu Schaden kommen, sollten wir endlich handeln", forderte er die Landkreis-Spitze in Borna auf. "Im Interesse der Sicherheit im ländlichen Raum bitte ich Sie, die Probleme kritisch zu hinterfragen."

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Landrat Henry Graichen (CDU) erklärte, man setze sich als Kreis auf Grund der gehäuften Kritiken intensiv mit dem Thema Leitstelle auseinander. „Wir sind dazu auch in Kontakt mit der Landesdirektion.“ Nach der angeblichen Alarmierungspanne in Kuckeland habe sich die Leiterin des neuen Eigenbetriebes Rettungsdienst und Brandschutz, Carola Schneider, persönlich die bei der Leipziger Leitstelle eingegangenen Anrufe angehört. „Der mutmaßliche Notruf, den es bereits 7.18 Uhr und damit weit vor einem zweiten Anruf gegeben haben soll, ist aber in den Aufzeichnungen nicht existent“, erklärte Graichen.

Freiwillige Feuerwehren sind keine Berufswehren

Dennoch müsse man noch einmal auf die Leipziger Partner einwirken, so der Kreischef. „Vor allem muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass wir es in den beiden Landkreisen mit Freiwilligen Feuerwehren und nicht mit Berufswehren zu tun hat.“ Diese seien anders zu behandeln. „Wir werden nicht akzeptieren, wenn dort kein Umdenken stattfindet.“ Auch die Bereitschaft, weitere Kosten für den Betrieb der Leitstelle in der Gerhard-Ellrodt-Straße in Großzschocher zu übernehmen, halte sich in sehr engen Grenzen.

Hintergrund des Umzugs der Notrufzentrale war eine Neustrukturierung in ganz Sachsen. Die ehemals 21 regionalen Leitstellen waren per Gesetz zu fünf modernen Zentren in Leipzig, Chemnitz, Hoyerswerda, Dresden und Zwickau zusammengefasst worden.

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Stellvertretende Kreisbrandmeister ernannt

Das Thema Brandschutz spielte bei der Kreistagssitzung auch noch an anderer Stelle eine Rolle. Für die Inspektionsbereiche Grimma, Markkleeberg und Wurzen wurden drei ehrenamtliche stellvertretende Kreisbrandmeister ernannt. An einer Ausschreibung hatten sich zehn Kameraden beteiligt, wovon sechs die Anforderungen erfüllten. Drei Bewerber erhielten schließlich einstimmig das Vertrauen: Steffen Kunze wurde für den Inspektionsbereich Grimma, Thilo Bergt für den Bereich Wurzen und Alexander Hecking für Markkleeberg ernannt.

Nach entsprechender Änderung der Hauptsatzung stand auch die Besetzung des neuen Betriebsausschusses für den Eigenbetrieb für Rettungsdienst und Brandschutz auf der Agenda. „Das Gremium soll die Einflussnahme der Kreisräte sichern“, verdeutlichte Graichen. Der beschließende Ausschuss wird vom Landrat geleitet. Neben dem Vorsitzenden gehören dem Gremium 14 Kreisräte von CDU, Linken, SPD/Grüne und UWV (Unabhängiger Wählervereinigung) an.

Von Simone Prenzel

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