Nachlass gesichert

Stiftung übernimmt Röthaer Verbündetenzimmer

Diese renovierte Büste von Kaiser Napoleon Bonaparte  gehört zu den Gegenständen aus dem Verbündetenzimmer.

Diese renovierte Büste von Kaiser Napoleon Bonaparte gehört zu den Gegenständen aus dem Verbündetenzimmer.

Rötha/Leipzig. Der Erhalt einer weiteren kulturell wertvollen Hinterlassenschaft aus dem früheren Schloss Rötha ist gesichert. Nach der Schlossbibliothek hat die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig jetzt auch zahlreiche Einrichtungsgegenstände des so genannten Verbündetenzimmers übernommen.

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Das Verbündetenzimmer entstand nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 auf Betreiben der Eigentümerfamilie des Schlosses Rötha, dem Geschlecht der Freiherren von Friesen.

Es erinnert an die Zusammenkunft von Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Russland und Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. sowie Fürst Karl Philipp zu Schwarzenberg im Oktober 1813 auf Schloss Rötha. Die Alliierten gegen Napoleon hielten hier strategische Beratungen ab.

Kaufvertrag über das Rittergut Rötha

Zu den Gegenständen, deren Eigentümerin jetzt die Stiftung ist, gehören unter anderem Dokumente wie der Kaufvertrag über das Rittergut Rötha aus dem Jahr 1592, wertvolle Porzellane unter anderem aus Meißen, mehrere Porträtbüsten, zahlreiche Möbelstücke und Gemälde.

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Eine Ausstellung in Rötha erinnert  an das Hauptquartier der Alliierten während der Völkerschlacht

Eine Ausstellung in Rötha erinnert an das Hauptquartier der Alliierten während der Völkerschlacht.

„Es sind Schätze eines zerstörten Erinnerungsortes, für die wir – wie bereits zuvor für die noch vorhandenen Bände der Schlossbibliothek – nun die Verantwortung übernehmen“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig.

Die Schlossbibliothek war der Sparkassenstiftung von Heinrich Freiherr von Friesen, dem letzten noch auf Schloss Rötha aufgewachsenen von Friesen, übertragen worden. Auch die Einrichtungsgegenstände des ehemaligen Speisezimmers des Schlosses Rötha, wegen seiner Nutzung im Jahr 1813 besser als „Verbündetenzimmer“ bekannt, wollte Heinrich Freiherr von Friesen der Sparkassenstiftung übereignen. Sein Tod kam der Umsetzung des Vorhabens zuvor –

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Es sind Schätze eines zerstörten Erinnerungsortes, für die wir – wie bereits zuvor für die noch vorhandenen Bände der Schlossbibliothek – nun die Verantwortung übernehmen“, sagt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung,

Es sind Schätze eines zerstörten Erinnerungsortes, für die wir – wie bereits zuvor für die noch vorhandenen Bände der Schlossbibliothek – nun die Verantwortung übernehmen“, sagt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung,

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Erbe Alexander Freiherr von Friesen ist mit Sachsen verbunden

Nun hat dessen Neffe und Erbe Alexander Freiherr von Friesen den Wunsch seines Onkels erfüllt. Von Friesen erklärte dazu: „Aus Verbundenheit zu seiner alten Heimat Sachsen und Rötha war es der Wunsch meines Onkels, dass eines Tages, wenn eine geeignete museale Unterbringungsmöglichkeit in Rötha zur Verfügung steht, alle Gegenstände wieder in Rötha zusammengeführt werden und das Verbündetenzimmer in alter Pracht gezeigt wird. Diesem Wunsch bin ich sehr gern gefolgt.“

Etliche Teile des Verbündetenzimmers sind seit 2013 in einer Ausstellung in der einstigen Patronatsloge der Kirche St. Marien in Rötha ausgestellt. In der vom Förderverein "Rötha – Gestern. Heute. Morgen." organisierten Ausstellung sind unter anderem eine Porträtbüste von Napoleon Bonaparte, eine Prunkporzellanvase aus der Meißener Porzellanmanufaktur und ein Circulationsofen zu sehen. Heinrich Freiherr von Friesen hatte die Stücke dem Verein damals als Leihgabe anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum 200. Jahrestages der Völkerschlacht zur Verfügung gestellt.

Ausstellung in Rötha wird nur spärlich besucht

Vereinsvorsitzender Walter Christian Steinbach bedauert zum einen, dass die Ausstellung nur spärlich besucht wird. Zum anderen koste sie den Verein jährlich um die 1000 Euro, was auf Dauer nicht zu leisten sei. Deswegen hatte Steinbach selbst schon Gespräche darüber geführt, wie es nach Ende der Leihfrist weitergehen könnte. Die nun erfolgte Übergabe an die Sparkassenstiftung sei aus seiner Sicht die „einzige vernünftige Lösung“ und eine sehr gute obendrein.

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Steinbach wolle nun mit Stiftungsdirektor Seeger darüber sprechen, wie mit der Ausstellung weiter verfahren werde. Nach Ansicht der Stiftung sollten sowohl die Bibliothek als auch das Verbündetenzimmer in Rötha eine „neue, alte Heimat finden“, wie es in einer Erklärung heißt, „sobald die erforderlichen musealen und standortgemäßen Bedingungen zur Verfügung stehen“.

Diese Bedingungen zu schaffen und zu finanzieren, werde allerdings noch langen Atem erfordern und „ist nur mit Unterstützung aller an dem Vorhaben interessierten Kräfte, von der öffentlichen Hand bis hin zum bürgerschaftlichen Engagement der Vereine vor Ort, realisierbar“, ist man bei der Stiftung überzeugt.

Von André Neumann

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