Gesang

„Zwiebelborne das bleibt“: Zwiebellied aus Borna hat Tradition

Zwiebeln sind seit Jahrhunderten typisch für Borna und werden auch besungen.

Zwiebeln sind seit Jahrhunderten typisch für Borna und werden auch besungen.

Borna. Der Text hat seinen ganz eigenen Reiz, und er stammt aus einer Zeit, als an den gigantischen Landschafts- und Gesellschaftswandel um und vor allem auch in Borna noch nicht zu denken war. Gemeint ist das „Bornaer Zwiebellied“. Ein Stück aus dem „Bornaer Zwiebelmarkt“, einem bunten Programm, das das Böhlener Kulturensemble einst präsentierte. Zu DDR-Zeiten und republikweit, wie sich Werner Clemens erinnert. In den Händen des früheren Vorsitzenden des heutigen Böhlener Kulturvereins lagen die Aufführungen der musikalischen Nummernfolge mit dem eingängigen Bornaer Zwiebellied. Ein Lied, das auch heutzutage durchaus wieder zu hören sein sollte, wie die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) sagt, die schon von Amts wegen lokalpatriotischen Klängen gegenüber positiv eingestellt ist.

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Es ist eine eingängige und sangbare Melodie, die im Kopf hängen bleibt, wenn man sie ein- oder zweimal gehört hat. Dazu trägt auch der Refrain bei: „Noch immer heißt es Zwiebelborne…hier hat man stets die Nase vorne“ – geschrieben in einer Zeit, in der Borna vor allem mit Kohle assoziiert wurde. Clemens erinnert sich, „dass wir das Programm 22-mal aufgeführt haben“. Auch in der DDR-Hauptstadt, in deren Jubiläumsjahr 1987 jeder Bezirk und jeder Kreis etwas zum kulturellen Leben beizusteuern hatte. Zum 750. Berlin-Geburtstag gab es den „Bornaer Zwiebelmarkt“ an der Spree.

Zu diesem Zeitpunkt war das Bornaer Zwiebellied schon für die Ewigkeit festgehalten worden – auf einer Schallplatte des Labels Eterna, der DDR-Musikmarke für Klassik und Oper, aber auch politische Liedkunst. Im Jahr 1982 erschien das „Zwiebellied“ auf einer Platte mit dem Titel „Glück auf, Schwarze Pumpe“. Gesungen wurde es vom Terzett des Erich-Franz-Ensembles des VEB Braunkohleverarbeitung Espenhain. Begleitet wurden die Vokalisten vom Bläserquintett des damaligen Staatlichen Orchesters Borna, des heutigen Leipziger Symphonieorchesters (LSO). Auf der Schallplatte sind auch Perlen wie das „Trassentrinklied“ zu hören oder die berühmte Toccata d-moll von Johann Sebastian Bach – allesamt Musik, die die Verantwortlichen beim VEB Deutsche Schallplatte für künstlerisch wertvoll hielten.

Was das Bornaer Zwiebellied anbelangt, so geriet das Werk mit seinem lebensbejahenden Text („Ohne Born’sche Zwiebelkraft, Geist und Glied sehr bald erschlafft“) in den Jahren nach der Wiedervereinigung zunächst nicht in Vergessenheit. Davon zeugen Aufführungen beim Chöre-Treffen auf dem Volksplatz oder auch anlässlich der 750-Jahr-Feier von Borna durch den Gemischten Chor Wyhratal und die Musikschule „Ottmar Gerster“. Seither allerdings war es nicht mehr zu hören.

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Dabei könnte die Stadt Borna durchaus maßgeschneiderte Musik vertragen, wie Oberbürgermeisterin Luedtke durchblicken lässt. Und sie erinnert an die Zeit, als es für Borna um den Kreissitz ging. Seinerzeit waren, quasi als Ausdruck künstlerischen Volksschaffens, auf die bekannte Melodie des Steigerlieds mehrere lokalpatriotische Strophen entstanden, die dann sogar Altmeister Lutz Jahoda auf der LVZ-Pressefestbühne sang.

Auch dem Bornaer Zwiebellied wären neuerliche Aufführungen zu wünschen. Schließlich hat es einen durchaus optimistischen Ausklang – „doch Zwiebelborne das bleibt“ .

Das Bornaer Zwiebellied

Das Bornaer Zwiebellied.

Von Nikos Natsidis

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