Kriminalität in Frohburg

Dieb steigt in Werkstatt ein: Polizei Frohburg verzeichnet mehr als 20 Einbrüche in einem Monat

Einbrüche gehören in Frohburg derzeit zur Tagesordnung.

Einbrüche gehören in Frohburg derzeit zur Tagesordnung.

Frohburg. Der nächste Einbruch in Frohburg: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hebelte ein Unbekannter Fenster in einer Werkstatt in der Bahnhofsstraße auf und drang so in das Haus ein. Der Einbrecher klaute Bargeld. Nachdem ein Mitarbeiter die Tat bemerkte, informierte er die Polizei.

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Einbrüche wie diese sind in Frohburg keine Seltenheit mehr. Seit Ende des Jahres sind fast täglich Diebe in der Kleinstadt unterwegs. Vor allem die Läden und Dienstleister sind betroffen. Viele Gewerbetreibende sind verängstigt und fragen sich, warum nichts passiert.

20 Einbrüche seit Dezember in Frohburg

Als eine Angestellte des Bestattungshauses Ananke kürzlich feststellte, dass Einbrecher das Fenster aufgehebelt und Geld entwendet hatten, informierte sie direkt die Polizei. „Es ist kein großer Schaden entstanden, wir sind zum Glück mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Tino George, Inhaber des Frohburger Bestattungshauses. Die Polizei habe den Schaden aufgenommen. „Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass es große Bestrebungen gibt, den Täter zu ermitteln. Es wirkte auf mich eher wie ein versicherungstechnisches Vorgehen“, sagt George.

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Demotivation innerhalb der Polizei

Im November gab es in der Geschäftsstelle des Frohburger Pflegedienstes ebenfalls einen Einbruch. Die Diebe stahlen Bargeld und richteten großen Schaden an, sowohl materiellen als auch psychischen. „Unsere Mitarbeiter sind seitdem ängstlich, gerade im Spätdienst. Die Unsicherheit ist groß“, sagt Christian Heilig, Geschäftsführer des Pflegedienstes. „Die Eingangstür und die Schränke waren aufgebrochen, bis jetzt ist noch nicht geklärt, ob die Versicherung die Kosten für den entstandenen Schaden übernimmt.“

Für ihn persönlich war es erschreckend, die Demotivation der Polizisten zu erfahren. Die Polizisten hätten die Anzeige ordnungsgemäß aufgenommen, doch am Ende stünde die Aussage: „Wir können sowieso nichts machen“ im Raum. Nach den Aussagen des Bornaers sei es traurig, dass den Polizisten bei kleineren Delikten wie diesen offensichtlich die Hände gebunden seien. „Ja, die einzelnen Verbrechen sind vielleicht klein. Aber der Schaden bei den Opfern ist groß und sollte straffrechtlich verfolgt werden.“ Die Masse der Einbrüche sei besonders bedrückend.

Polizeipresssprecher Uwe Voigt zu den Vorfällen in Frohburg

Polizeipresssprecher Uwe Voigt zu den Vorfällen in Frohburg: „Eingebrochen wird überall“.

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Dass es in Frohburg zu wenig polizeiliches Personal gäbe, will Presssprecher Uwe Voigt nicht bestätigen. „Eingebrochen wird überall. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Es gäbe viele Präventionsangebote von der Polizei. „Die Menschen müssen selbst aktiv werden und ihre Gebäude schützen“, sagt er. Mehr Polizeipräsenz ist in Frohburg seinen Augen nicht nötig, das könne auch keine Einbrüche verhindern. Die Einschätzung der Bürger, dass die Zahl in Frohburg überdurchschnittlich hoch sei, teilt er nicht. Es gäbe nicht mehr Delikte, als an anderen Orten.

Einbruchsopfer geht von Zusammenhang der Fälle aus

In der Arztpraxis des Allgemeinmediziners Thomas Voigt gab es im Januar schon drei Einbruchsversuche – innerhalb weniger Tage. „Eine Tür ist so zerstört, dass wir sie nicht mehr nutzen können.“ Auch hier war die Polizei zeitnah vor Ort. „Sie wirkten sehr bemüht, für den weiteren Verlauf jedoch eher pessimistisch.“ Thomas Voigt geht von einem Zusammenhang aller Einbruchsfälle in Frohburg aus. „Ich hoffe, diese Raubzüge haben bald ein Ende und werden aufgeklärt. Wir können im Moment nicht ruhig schlafen“, sagt Voigt.

Bürgermeister Wolgang Hiensch ist sich sicher

Bürgermeister Wolgang Hiensch ist sich sicher: „Die Polizei in Frohburg braucht mehr Personal“.

In der Stadtverwaltung ist die Stimmung aktuell auf dem Tiefpunkt. Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) fordert wie die Betroffenen eine rasche Aufklärung der Straftaten – dafür brauche die Polizei mehr Personal, sagt er. „Wir benötigen in Frohburg mehr Polizeipräsenz und härtere Strafen. Doch das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.“ Kürzlich traf der Bürgermeister den Bürgerpolizisten der Stadt, um über die Einbruchserie zu sprechen. Es stehe im Raum, wer für die Einbrüche verantwortlich sei und in welche Richtung ermittelt werden könnte - „doch es bewegt sich nichts“, sagt Hiensch.

Auch das Schlossmuseum war Ziel der Einbrecher

Auch das Schlossmuseum war Ziel der Einbrecher.

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Auch im Frohburger Schlossmuseum wurde im Januar eingebrochen: Unbekannte verschafften sich Zutritt zum Keller. Selbst die Gittersicherung hielt sie nicht ab, ein Fenster gewaltsam aufzubrechen, um in das Gebäude zu gelangen. Im Schloss brachen die Täter drei Innentüren auf und verschafften sich so Zugang zu einzelnen Räumen. Die Einbrecher klauten eine Medienstation, die aus einem großen Monitor und Abspielgeräten besteht. Das Gerät soll einen mittleren vierstelligen Wert haben. Die Polizei ermittelt wegen Einbruchsdiebstahls. Die zuständige Mitarbeiterin möchte sich zum Einbruch nicht äußern. "Das schlägt zu große Wellen", sagt sie. "Ständig rufen Firmen an und schlagen uns Sicherheitskonzepte vor. Wir warten lieber die polizeilichen Ermittlungen ab."

Von Maria Sandig

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