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Festival

Highland-Games in Prießnitz: Die Schotten lassen die Steine fliegen

Mit voller Kraft: Die harten sportlichen Wettkämpfe sind Teil der Highland-Games.

Mit voller Kraft: Die harten sportlichen Wettkämpfe sind Teil der Highland-Games.

Frohburg/Prießnitz. Ein Hauch von Schottland schwebte am Wochenende über Prießnitz – bei einer Neuauflage der Highland-Games, ausgerichtet zum mittlerweile 23. Mal vom ortsansässigen Verein Mac Gregor. Diesmal gab es eine Mischung aus Altbewährtem und Neuem. Zu letzterem zählten sozusagen die Highland-Games für die jüngsten Besucherinnen und Besucher. „Wir hatten uns im Vorfeld Gedanken gemacht, was wir für Kinder organisieren könnten“, berichtete die 14-jährige Julia. Gesagt, getan: Auf einem eigens abgesperrten Rasenstück konnten „Baumstämme“ und Steine im Kleinformat geworfen werden, zudem durften sich die Knirpse beim Tonnenrollen versuchen. „Wer etwas hochheben kann, darf es hier auch werfen“, sagte Julia. Das Angebot kam übrigens schon mal gut an – als die Bornaer Feuerwehr vor drei Jahren ihr 150. Jubiläum feierte, gab es ebenfalls Mini-Highland-Games. „Das macht viel mehr Spaß als der Schulsport“, fand die 14-jährige Laureena und schleuderte gleich mal einen Holzpfahl durch die Luft.

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Alpakas und historische Waffen ziehen Blicke auf sich

Viele Blicke auf sich zogen Christina Kuhne und Birgit Steinbach. Beim traditionellen Einmarsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sie die beiden Alpakas Carlos und Condor im Schlepptau. „Das war eine spontane Idee, wir wollten so die teilnehmenden Händler präsentieren.“ Die Alpakas waren im Nu von Neugierigen umringt. Wer genau hinhörte, konnte ein eigenartiges Summen vernehmen. „Auf diese Art unterhalten sich die beiden“, erklärte Besitzerin Birgit Steinbach von den „Muldental Alpakas“ aus Großbardau.

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Viel erklären musste auch Dieter Heinrich vom Historischen Verein Oederan. Geschichte zum Anfassen konnte bei ihm wörtlich genommen werden. „Diese Kugel mit den Haken diente als Klebefeuer. Die wurde angebrannt und vom Pferd aus auf Häuser geworfen.“ Im Dreißigjährigen Krieg sei das einen gefürchtete Waffe gewesen. „Ich habe das schon selbst gesehen. In Coburg wurde das mal von Feuerwerkern ausprobiert. Das war praktizierte Archäologie, so konnten viele Fragen beantwortet werden. In der Literatur finden sich dazu nur vereinzelte Hinweise.“

Hartes Kräftemessen bei Wettkämpfen

Die urigen Wettkämpfe zogen wieder viele Neugierige in ihren Bann – so auch den Leipziger Steffen, der mit Kumpel Paul stilecht mit Kilt bekleidet, das Geschehen verfolgte. „Selber werfen würde ich nur, wenn keiner zuguckt.“ Seine Schottland-Leidenschaft kann er bei solchen Veranstaltungen so richtig ausleben. Das Land selbst bleibt dabei für ihn ein Sehnsuchtsziel. „Ich war noch nie dort. Aber ich werde definitiv mal hinfahren, wahrscheinlich sogar mit dem Motorrad.“

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Zu den aktiven Teilnehmern zählte dagegen Denis Völker aus Baden-Württemberg. „Mein Zwillingsbruder ist schuld, den habe ich immer mal begleitet und bin dann vor rund zehn Jahren bei diesem Sport hängengeblieben.“ Die Kombination aus sportlichen Herausforderungen und der Gemeinschaft mit anderen Akteuren mache für ihn die Faszination aus. „Wir sind eine bunt gemischte Gruppe. Jeder reist alleine an, und hier sind wir dann eine große Familie.“ Glücklicherweise könne man jetzt wieder Wettkämpfe besuchen. „Zwölf stehen in diesem Jahr schon im Kalender, normalerweise sind es fast 20.“ Für Denis Völker sind die Wettkämpfe weit mehr als nur Spaß – er betätigt sich gleichzeitig als Kampfrichter. Längst finden die Aktiven ihre Ausrüstung auch im einschlägigen Handel, vor Jahren war das noch anders. „Da mussten wir uns die Schuhe fürs Hammerwerfen noch selbst anfertigen. Bei denen ragt nämlich ein großes Stück Eisen hervor, damit hat man einen viel besseren Stand.“ Unter den Akteuren war auch wieder die gebürtige Amerikanerin Mollie Kuhne. Für sie war der Wettkampf natürlich auch ein Stück weit Vorbereitung aufs nächste große Event. „Am 20. und 21. August findet in Windeck in Nordrhein-Westfalen die Highland-Games-Weltmeistschaft der Frauen statt.“

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Von Bert Endruszeit

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