Heimvolkshochschule

Kohren-Sahlis: Zuflucht für ukrainische Pflegemütter und ihre Kinder

Ukrainische Pflegemütter mit ihren Kindern haben in Kohren-Sahlis eine Zuflucht gefunden: Olga Demidova (r.) beim Spielen mit Kindern und Manuela Kolster von der Heimvolkshochschule (2. v. l.).

Ukrainische Pflegemütter mit ihren Kindern haben in Kohren-Sahlis eine Zuflucht gefunden: Olga Demidova (r.) beim Spielen mit Kindern und Manuela Kolster von der Heimvolkshochschule (2. v. l.).

Frohburg/Kohren-Sahlis. Brettspiele und Bausteine stehen auf Tischen im Foyer der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis. Am Tresen wird gespendete Kleidung angeboten. In einer Ecke schaut ein Junge aufmerksam auf sein Handy: Er verfolgt den Online-Unterricht seiner Schule im 1200 Kilometer entfernten ukrainischen Chmelnitzky. Der Junge gehört zu einer Gruppe von 21 Geflüchteten, die in der Einrichtung eine Zuflucht fanden.

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Geflohen vor dem Krieg

„Nachdem wir die schlimmen Bilder aus der Ukraine gesehen hatten, wollten wir schnell helfen“, sagt Manuela Kolster, Referentin für Umwelt und ländliche Entwicklung. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause läuft der Betrieb gerade erst wieder an. Aufgenommen wurden Pflegemütter mit ihren Kindern.

Unter ihnen ist Olga Demidova. „Immer wieder gingen die Sirenen, auch nachts“, erzählt die Frau, die mit ihrer Schwester vier Kindern ein Zuhause bietet. Nachdem immer mehr Gebäude in der Stadt zerstört wurden und die Angst wuchs, entschloss sie sich zu fliehen. „Wir haben alles hinter uns gelassen, um unsere Kinder und deren Psyche zu retten.“

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Demidova und ihre Schwester finden Halt und Hoffnung in ihrem Glauben, aber das Trauma sitzt tief. Die idyllisch gelegene Heimvolkshochschule mit Spielplatz und Sportraum, umgeben von Wiesen und Wald, will für sie ein Ort sein, an dem sie Ruhe, Sicherheit und Freundlichkeit finden.

Unterricht, Arztbesuch, Sprache lernen: Viele helfen

Die Verständigung funktioniert mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Englisch und Russisch und Übersetzungs-Apps. Ein wichtiges Sprachrohr ist Angela Pawelczyk-Baran geworden, die vor Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam und heute „wegen der Liebe“ in Kohren-Sahlis lebt. Sie übersetzt, zeigt die Bushaltestelle und begleitet zum Arzt – ehrenamtlich.

Zu weiteren Puzzle-Teilen der Hilfe gehören Minka von Breitenbuch, die Deutschunterricht anbietet, außerdem eine Spende des Eilenburger Online-Händlers SportSpar.de: mehrere Kisten mit Bällen, Tischtennis-Sets und Federballspielen. „Das Equipment hilft dabei, sich auszupowern, Freundschaften zu pflegen und den Kopf freizubekommen“, so Manuela Kolster.

Die Kirchgemeinde hat den Ukrainerinnen eine Küche im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt, in der diese ein Dank-Essen für die Helferinnen und Helfer zauberten. „Es ist ein Glück, hier zu sein“, meint Olga Demidova. Mit leuchtenden Augen sagt sie eines der ersten Wörter, die sie neben „Guten Tag“ und „Alles gut“ gelernt hat: „Dankeschön!“

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Von LVZ/es

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