Grimmaer Seume-Sporthalle

Benefizturnier für Familie des verunglückten Fußballers René Findeklee

Umkämpft ist die Partie Grimma „Blau“ gegen Freiberg.

Umkämpft ist die Partie Grimma „Blau“ gegen Freiberg.

Grimma. Diese Nachricht hat viele Fußballfreunde in der Region geschockt: René Findeklee, Spieler beim FC Blau-Weiß Leipzig, kam Mitte Januar bei einem Snowboardunfall in den Tiroler Alpen ums Leben. Der 39-jährige Sportler hinterlässt seine Lebensgefährtin und seine fünfjährige Tochter.

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René Findeklee auf dem Fußballplatz

René Findeklee auf dem Fußballplatz

Diese Tragödie führte jedoch nicht nur zu einer großen Betroffenheit, sondern setzte auch eine sportliche Hilfsaktion in Gang. Am Sonnabend luden die Fußballer vom FC Grimma zu einem F-Jugend-Benefizturnier zugunsten der Hinterbliebenen ein.

Mannschaften aus der Region

In der Seume-Sporthalle trafen FC Blau-Weiß Leipzig, FSV Alemannia Geithain, FC Bad Lausick, BSC Freiberg, ATSV „Frisch auf“ Wurzen und SV Lok Engelsdorf auf zwei Mannschaften vom FC Grimma. Letztere wurden zur besseren Unterscheidung „Grün“ und „Rot“ genannt.

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Gewaltiger Kraftakt für FC Grimma

Die Organisation eines solchen Turniers sei ein gewaltiger Kraftakt, sagte Toni Hempel, Trainer der Grimmaer F-Jugend. „Normalerweise braucht man für so eine Veranstaltung eine Vorlaufzeit von fast einem halben Jahr.“ Die Grimmaer haben jedoch alles in zwei Wochen gestemmt. „Da stößt man schon an seine Grenzen“, gab Hempel zu. Zwar habe man rund 150 Mannschaften kontaktiert, doch in den Ferien sei es nun mal nicht leicht, die Teams zusammenzubekommen. „Die Stadt Grimma hat uns die Halle kostenlos zur Verfügung gestellt, darüber haben wir uns sehr gefreut.“

Unterstützung hätten neben zahlreichen Fußballer-Eltern auch Firmen aus der Region geleistet, die unter anderem für Medaillen und kulinarische Genüsse sorgten. Und RB Leipzig habe zur Begeisterung der Kinder sein Maskottchen nach Grimma geschickt. Zu den fleißigen Leuten im Hintergrund gehörte auch Ivonne Thede. Die Grimmaerin kümmerte sich unter anderem um den Kaffee- und Kuchenstand. „Wir mussten nicht lange überlegen. Hier mitzumachen ist doch Ehrensache.“

Amateurfußball im Fokus

Rückendeckung für die Veranstaltung gab es auch von der vor ein paar Wochen in Leipzig gegründeten Confederation of Football (CoF), die sich um die Probleme der vielen kleinen Vereine kümmern will. „Leider gab es für unser Vorhaben weder vom Fußballverband Stadt Leipzig noch vom Sächsischen Fußballverband Unterstützung“, bedauerte Hempel.

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Für CoF-Präsident und Schiedsrichter René Jacobi ist die Symbolwirkung eines solchen Turniers wichtig. „Wir wollen zeigen, dass Fußball viel mehr als ein Millionengeschäft ist. Und was wir heute erleben, ist auch noch etwas viel größeres als Fußball.“ Die CoF arbeite daran, solche Veranstaltungen einfacher und effektiver vorzubereiten, zum Beispiel mit der Turniermanager-Website. Jacobi: „Wir wissen, dass es den Trainern oft an der Zeit für organisatorische Arbeit fehlt.“

Bürokratie bremst Sportler aus

Vieles sei da sehr kraftraubend, bestätigte Toni Hempel. „Jede am Computer verbrachte Minute kann ein Trainer eigentlich viel sinnvoller einsetzen.“ Beispielsweise sei es sehr mühsam, Adressen oder Telefonnummern von Trainern im Internet zu finden. „Doch nur mit solchen Daten lässt sich ein Turnier organisieren.“

Die Siegeslorbeeren des Benefizturniers sicherte sich im Finalspiel die Mannschaft Grün vom FC Grimma. Sie bezwang den FSC Freiberg mit 2:0. Die zahlreich erschienenen Besucher ließen sich nicht lumpen – sie zeigten nicht nur große Begeisterung, sondern auch Herz. Alles in allem kamen so insgesamt 840 Euro zusammen, die nun an die Familie von René Findeklee gehen.

Von Bert Endruszeit

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