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Straßenbau

Colditzer Lkw-Fahrer stöhnen: Immer mehr Umwege durch Sperrungen

Autolenker, allen voran die Brummifahrer, werden derzeit in Colditz vor erhebliche Belastungen gestellt.

Autolenker, allen voran die Brummifahrer, werden derzeit in Colditz vor erhebliche Belastungen gestellt.

Colditz. Lutz Krieg ist ein friedlicher Mann. Spricht er aber über die Verbotsschilder in und vor allem um Colditz, macht er seinem Nachnamen alle Ehre. „Es dürfte weit und breit keine Region mit einem ähnlich ausufernden Schilderwald geben.“ Zwar habe er Verständnis für nötige Straßenbauarbeiten. Wenn auf Tafeln mitunter alle Richtungen durchgestrichen seien, könne das jedoch sehr nervig werden.

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Vor allem für ihn als Brummifahrer: „So schlimm war es noch nie!“ Seit über 30 Jahren stehe er in Diensten der Colditzer Spedition Siegfried Höhn. Das Familienunternehmen, das seine Frau Simone in dritter Generation leitet, hat zehn Angestellte und beliefert Mitteldeutschland mit Stückgut sowie Lebensmitteln.

Engpass am Harthaer Kreuz in Colditz

Engpass Harthaer Kreuz: Unter Vollsperrung würden dort derzeit die beiden Kreisverkehre saniert. Hauptverkehrsadern aus Leisnig, Rochlitz, Döbeln und Colditz seien dadurch unterbrochen. "Wenn ich mit dem Lkw von Colditz nach Waldheim will, sind das normalerweise 13 Kilometer. Dafür brauche ich eine Viertelstunde. Durch die Umleitung über Mittweida sind es aktuell 45 Kilometer."

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Hin und zurück müsse er so fast zwei Stunden mehr einplanen. Eine enorme Belastung für kleinere Fuhrunternehmen: „Täglich darfst du ohnehin nur neun Stunden unterwegs sein. Bleiben also noch sieben.“ Seiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, die Kreisverkehre nacheinander zu bauen. Dann, so Lutz Krieg, hätten die Lkw-Kutscher nicht in die Wüste geschickt werden müssen.

Speditionen müssen längere Wege in Kauf nehmen

Firma Höhn ist nicht die einzige Spedition, die längere Wege hat. Auch Klaus Thalmann in Zschetzsch und Volker Hochmuth von Spefa-Trans in Collmen stöhnen unter dem Mehraufwand. Besonders eindrücklich seien die Schilder am Colditzer Ortseingang aus Richtung Bad Lausick, wo es weder nach links noch nach rechts gehe. Zum Glück sei man ortskundig, heißt es.

Er könne gut verstehen, dass die Lastwagenfahrer aufgebracht sind, sagt Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos).

Er könne gut verstehen, dass die Lastwagenfahrer aufgebracht sind, sagt Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos).

Im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) wird derzeit die Fahrbahn zwischen Colditz und Grimma teilweise erneuert. Auch das bedeutet längere Distanzen für die Kutscher: „Wir weichen über Bad Lausick und Etzoldshain aus. Dadurch verdoppelt sich die Fahrzeit“, sagt Krieg. Laut Wolfgang Möller im Rathaus Grimma könnte das Vorhaben schon am 7. Juni abgeschlossen sein – und damit zwei Monate eher als geplant, sagt LASuV-Sprecherin Nicole Wernicke.

Sperrung der Kreisel in Colditz

Sorgen bereitet Lutz Krieg die anstehende Sperrung der Kreisel in Colditz: „Mir konnte noch keiner sagen, was das für uns bedeutet“, so der Chauffeur. Da nach Möseln die Brücke auf dreieinhalb Tonnen begrenzt sei, könne er auch nicht direkt von Colditz nach Rochlitz fahren. Was ihn aber besonders ärgert: Die Furtwegbrücke in Colditz sei gesperrt, ohne dass daran gearbeitet werde.

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Der Zustand der beiden Kreisverkehre in Colditz habe sich verschlechtert, sagt Annette Blume von der Stadtverwaltung. Sie bestätigt, dass das LASuV beide Kreisel zeitgleich und unter Vollsperrung sanieren möchte – und zwar in den Sommerferien. Um eine Zufahrt für Anlieger am Furtweg zu ermöglichen, sei eine einspurige Baustraße auf der vorhandenen Grünfläche am Sportplatz nötig.

Silvio Gleffe vom Ordnungsamt Colditz kündigt an, dass der Durchfahrt für Lkw bald gesperrt wird.

Silvio Gleffe vom Ordnungsamt Colditz kündigt an, dass der Durchfahrt für Lkw bald gesperrt wird.

Durchfahrt für den überörtlichen Lkw-Verkehr bald nicht mehr möglich

Silvio Gleffe vom Ordnungsamt kündigt für den besagten Zeitraum an, dass die Durchfahrt für den überörtlichen Lkw-Verkehr dann nicht mehr möglich sein wird: „Für den Lieferverkehr bis 7,5 Tonnen ist eine Umleitung über die Schulstraße, den Sophienplatz und die Sophienstraße sowie in Gegenrichtung über die Töpfergasse, den Baderberg und die Badergasse vorgesehen.“

Er könne gut verstehen, dass die Lastwagenfahrer aufgebracht sind, sagt Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos): „Was die Furtwegbrücke betrifft, so muss sie wegen Sicherheitsbedenken weiter gesperrt bleiben. Ich kann aber versprechen, dass wir an dem Thema permanent dran sind. Es hat verkehrspolitisch höchste Priorität.“

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Von Haig Latchinian

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