Hilfsprojekte

Ein Scheck aus dem Muldental rettet albanisches Kinderheim

Die Kinder des albanischen Kinderzentrums „Rreze Dielli“ bedanken sich für die Spenden aus Deutschland.

Die Kinder des albanischen Kinderzentrums „Rreze Dielli“ bedanken sich für die Spenden aus Deutschland.

Muldental/Pristina. „Wenn Eltern mit ihren Kindern bei Minus 15 Grad zu erfrieren drohen, weil sie kein richtiges Dach überm Kopf haben, können und wollen wir nicht weggucken“, sagt Georg Winkler. Im Elendsviertel von Fushe Kosova, fünf Kilometer südwestlich der Hauptstadt Pristina, sind ihm genau solche Familien begegnet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

38 Tonnen Hilfsgüter

Winkler handelte umgehend. Vor Ort erwarb er Brennholz, um den Menschen zumindest aktuell über die Kälte zu helfen. 38 Tonnen Hilfsgüter brachte sein Gütersloher Verein „Familien in Not“ zuletzt in den Kosovo. Seit Jahren kooperieren die Helfer aus dem Westen mit ihren Partnern aus dem Landkreis Leipzig.

Die Mitglieder des Vereins „Perspektiven für die Kinder auf dem Westbalkan“ hatten sich extra Urlaub genommen, um auf den Westbalkan zu fahren. Unter ihnen Ralph Rüdiger, in der Bildmitte.

Die Mitglieder des Vereins „Perspektiven für die Kinder auf dem Westbalkan“ hatten sich extra Urlaub genommen, um auf den Westbalkan zu fahren. Unter ihnen Ralph Rüdiger, in der Bildmitte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ralph Rüdiger vom Verein „Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan“, dessen Mitglieder auch aus Grimma und Naunhof kommen, lobt das gute Miteinander: „Anfang März werden wir mit Sachspenden wieder nach Gütersloh fahren. Die Freunde nehmen die Bettwäsche, Decken, Handtücher, Kinderschuhe und Spielsachen im April mit in den Kosovo.“

Brennholz und Lebensmittel für die Bedürftigen

Mal fahren die einen, mal die anderen. Vor Weihnachten übergaben Ralph Rüdiger, Max Schöpe, Michael Eichhorn, Ina Felina Rosa, Nasim Reza-Tehrani und Karmen Dietze ihre Hilfslieferung noch persönlich. In der Armutssiedlung Fushe Kosova brachte der Verein 40 Lebensmittelrationen unters Volk. 82 Familien wurden mit Brennholz versorgt.

Mit den Spenden wird auch das warme Essen für die Heimkinder finanziert.

Mit den Spenden wird auch das warme Essen für die Heimkinder finanziert.

Im Kinderzentrum „Rreze Dielli“ nahe der albanischen Hauptstadt Tirana verteilten die Sachsen 66 Weihnachtspakete. Für die meisten Mädchen und Jungen war es das einzige Geschenk zu den Festtagen. Das Kinderheim wird nicht vom Staat unterstützt. Damit die Kinder eines Tages wieder in ihre Familien eingegliedert werden können, ist Geld nötig.

Geld wird dringend benötigt

Aber auch Freizeitaktivitäten gibt es nicht zum Nulltarif. Umso mehr freute sich die Einrichtung über den Scheck in Höhe von 6000 Euro. Jetzt erreichte den Verein ein Dankschreiben aus Albanien. Die Spende sei zur rechten Zeit gekommen. Ohne die Hilfe aus Deutschland könne die Arbeit mit den bedürftigen Kindern nicht fortgesetzt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
In einem Transporter wie diesem werden die Sachspenden nach Gütersloh gebracht. Von dort erfolgt dann der Transport zusammen mit weiteren benötigten Gütern in den Kosovo.

In einem Transporter wie diesem werden die Sachspenden nach Gütersloh gebracht. Von dort erfolgt dann der Transport zusammen mit weiteren benötigten Gütern in den Kosovo.

Diesen Dank geben die Vereinsmitglieder an die Spender im Muldental weiter. Jeder Cent helfe. Die Kinder bekämen Essen, Bildung und Therapien. Außerdem würden Familien in der Nähe des Heimes mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln unterstützt: „Nach dem Erdbeben von 2019 hausen sie noch immer in Zelten und Containern.“

Das Brennholz für die Bewohner im Armutsviertel Fushe-Kosova wird aus Zeitgründen mitunter direkt von der Ladefläche des Lkw verteilt.

Das Brennholz für die Bewohner im Armutsviertel Fushe-Kosova wird aus Zeitgründen mitunter direkt von der Ladefläche des Lkw verteilt.

Unterdessen freut sich Georg Winkler vom Gütersloher Verein „Familien in Not“, den 2021 in Fushe Kosova gestarteten Neubau eines Hauses vorangetrieben zu haben. Dort einziehen soll schon bald eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Derzeit seien die Vier in einem alten Stall untergebracht.

Hilfe zur Selbsthilfe

An ihrem künftigen Zuhause arbeiteten die Eltern entsprechend ihren Möglichkeiten mit. Bei Projekten von „Familien in Not“ gehe es um Hilfe zur Selbsthilfe, sagt Winkler, der sich um Material und Werkzeug kümmere. Die erste Etage ist bereits fertig. Noch in diesem Jahr soll das Dach folgen. Im April starten die Gütersloher ihren nächsten Transport.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Das selbstgebastelte Postkartenmotiv des Dankschreibens der albanischen Kinder.

Das selbstgebastelte Postkartenmotiv des Dankschreibens der albanischen Kinder.

Unterdessen bereiten die Sachsen ihre Zulieferung vor: „Wir greifen auch auf Sachspenden zurück, die für die Flutopfer an der Ahr gedacht waren, dort aber nicht mehr benötigt werden. Bekleidung kommt zudem aus Naunhof. Teilauto stellt uns den Transporter zum halben Preis zur Verfügung“, sagt Rüdiger.

Von Haig Latchinian

Mehr aus Grimma

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken