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Jubiläum

Elektro-Lehmann aus Bad Lausick feiert seinen 40. Geburtstag

Den Geburtstag ihrer Firma genutzt, um anderen etwas zu schenken, hat Sandy Lehmann: Dem Förderverein der Bad Lausicker Oberschule übergaben sie und Steffen Richter einen symbolischen Scheck. Entgegen nahmen den Schulleiterin Steffi Meier-Köhn, Schülersprecherin Michelle Voigt und Vereinschef Gerold Trautner (von links).

Den Geburtstag ihrer Firma genutzt, um anderen etwas zu schenken, hat Sandy Lehmann: Dem Förderverein der Bad Lausicker Oberschule übergaben sie und Steffen Richter einen symbolischen Scheck. Entgegen nahmen den Schulleiterin Steffi Meier-Köhn, Schülersprecherin Michelle Voigt und Vereinschef Gerold Trautner (von links).

Bad Lausick.Ein Handwerksmeister, der sich Ende der siebziger Jahre selbstständig machte, brauchte einen dicken Kopf: Die staatlichen Umstände waren ihm nicht sonderlich gewogen. Der Bad Lausicker Gerd Lehmann ließ sich nicht beirren.

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Der tiefste Einschnitt für das Unternehmen lag nicht im Umbruch 1989/90. Der Tod des Firmengründers mit 61 Jahren 2012 traf die 180-köpfige Belegschaft unvermittelt. Seiner Tochter Sandy und den vielen, die dem Betrieb und der Familie zur Seite standen, ist es zu danken, dass Elektro-Lehmann kürzlich sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte.

Elektro-Lehmann will Bad Lausicker Schullandschaft stärken

Die besten Geschenke zum Geburtstag sind jene, die Jubilare anderen machen: „Wir wünschten uns ausdrücklich keine Präsente, sondern Spenden für unsere Oberschule und den Hort ,Riff-Piraten‘, sagt Sandy Lehmann. „Wir profitieren von einer soliden Bad Lausicker Schullandschaft.“ Das mache die Stadt gerade auch für junge Familien attraktiv, und viele der Auszubildenden lernten auf der Oberschule. 8300 Euro trugen die Jubiläumsgäste zusammen. Das Geld wurde je zur Hälfte an den Hort und an den Förderverein der Oberschule „Werner Seelenbinder“ übergeben.

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Kur- und Freizeitbad „Riff“ gehört zu den Kunden des Unternehmens

Die neuen Häuser an der Straße der Einheit/August-Bebel-Straße, wo vorher die „Scherbel-Ecke“ still verfiel. Das Natursteinpflaster in der Bad Lausicker Innenstadt. Das 1995 eröffnete Kur- und Freizeitbad „Riff“. Der Sitz der Sächsischen Bläserphilharmonie. Die Freilichtbühne „Schmetterling“ im Kurpark. Das neue „Riff-Resort“. Diverse Einkaufsmärkte, Firmengebäude. Die höchst unvollständige Liste zeigt, wo überall „die Lehmänner“ (und „-frauen“) in den Bereichen Bau und Elektro Marken setzten.

Nicht zu vergessen der Schaltschrank-Bau und die Ausrüstung diverser Krankenhäuser mit Notstrom-Aggregaten. Eines tut sogar in einer Regenwald-Forschungsstation am Amazonas seinen Dienst.

Sandy Lehmann hat neue Akzente gesetzt

Sandy Lehmann, heute mit ihren 42 Jahren gerade zwei Jahre älter als die Firma, die sie führt, gelang es schnell, in die großen Schuhe des Vaters hineinzuwachsen, neue Akzente zu setzen. Die Entwicklung eines weiteren Betriebsstandortes an der Ballendorfer Straße, wo Netzersatzanlagen montiert werden und es seit wenigen Monaten die erste öffentliche, rund um die Uhr nutzbare Ladesäule für Elektrofahrzeuge gibt, belegen das. Keinesfalls von ungefähr wurde sie 2017 erst mit dem Sächsischen Gründerinnen-Preis ausgezeichnet.

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Als Ein-Mann-Unternehmer hatte Gerd Lehmann 1978 begonnen, in einer Zeit, da der falsche Kurs der Verstaatlichungswelle offenkundiger wurde, die Daumenschrauben gelockert wurden. Ein Chef, der auch, als die Mitarbeiter-Zahl in den Neunzigern sprunghaft stieg, „morgens der Erste und abends der Letzte“ blieb, wie Weggefährten sich erinnern.

Gerd Lehmann war Mann mit unorthodoxen Ideen

Ein Mann mit Durchsetzungskraft, einer, der über den Tellerrand blickte, der unorthodoxe Ideen schätzte. Mit einem urtümlichen Diesel-Aggregat half er dem auf der Unstrut bei einer Rettungsaktion gekenterten Ausflugsschiff „Fröhliche Dörte“ vor dem wirtschaftlichen Untergang. Und als ein Firmengrundstück am Stadtrand nur zu haben war um den Preis, die Schweinehaltung dort fortzuführen, ließ er sich darauf ein – was ihm übrigens einen Rekord-Wurf von 23 Ferkelchen bescherte.

Maßgeblich beteiligt war das Unternehmen am Bau des neuen Vereinsgebäudes des TC Blau-Gelb: Gerd Lehmann (rechts) übergab 2001 den symbolischen Schlüssel an Matthias Schaller vom Verein.

Maßgeblich beteiligt war das Unternehmen am Bau des neuen Vereinsgebäudes des TC Blau-Gelb: Gerd Lehmann (rechts) übergab 2001 den symbolischen Schlüssel an Matthias Schaller vom Verein.

„Wir haben als Betrieb zwei Staatsformen und zwei Währungsumstellungen gemeistert. ich bin gespannt, was die Zukunft im Zeitalter der Digitalisierung und der multimedialen Vernetzung, alternativer Energien und Elektromobilität bereithält“, sagt Sandy Lehmann. Dem sehe man in mehrfachem Sinn mit Spannung entgegen und werde sich auf verschiedenen Feldern einbringen.

Von Ekkehard Schulreich

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