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Krippenspiel

Fuchshainer spielen Heiligabend in Uniform

Probe für das Krippenspiel zu Heiligabend in Fuchshain: Anja Kinne und Millane Eichhorn (v.li.) zielen auf Sebastain Schubert, der einen Opernsänger an der Front verkörpert. Auf deutscher Seite außerdem Roselinde Hahn (re.) und Kathleen Dambach.

Probe für das Krippenspiel zu Heiligabend in Fuchshain: Anja Kinne und Millane Eichhorn (v.li.) zielen auf Sebastain Schubert, der einen Opernsänger an der Front verkörpert. Auf deutscher Seite außerdem Roselinde Hahn (re.) und Kathleen Dambach.

Naunhof/Fuchshain.Wer Heiligabend in die Kirche geht, erwartet in der Regel Josef, Maria, das Christuskind. Traditionell sollten auch die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland dabei sein. Nichts von alledem werden jedoch die Besucher des heutigen nächtlichen Krippenspiels in Fuchshain sehen. Die Akteure tragen Uniform.

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Krippenspiel Probe Fuchshain

Probe Krippenspiel für 24. Dezember 2018

1918 endete der Erste Weltkrieg. Den Jahrestag nahm die achtköpfige Krippenspielgruppe zum Anlass, ein Ereignis aus der Anfangszeit der mörderischen Schlacht in Szene zu setzen. „Die Geschichte spielt am 24. Dezember 1914 und ist so überliefert“, erklärt Sebastian Schubert, der einen deutschen Opernsänger mimt, der für Volk und Vaterland kämpfen soll.

„Stille Nacht“ vereint

Mit seinen Kameraden liegt er im Schützengraben, auf der Gegenseite befinden sich Briten und Franzosen. „Plötzlich seht der Sänger auf und begibt sich in das Niemandsland zwischen den Fronten“, erläutert Roselinde Hahn. Dort singt er „Stille Nacht“, jenes Lied, das rund um den Globus verstanden wird. Alle rundherum sind zunächst schockiert, doch dann finden sie Kontakt zueinander. Sie eint der Wunsch, Weihnachten zu feiern, und so spielen sie gemeinsam Karten, trinken Champagner.

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Für einen kleinen Augenblick ruhen in diesem Gemetzel die Waffen. Ein Schotte hält sogar eine Andacht. Verletzte beider Seiten behandelt ein französischer Arzt, die Soldaten begraben ihre Toten. „Sie kommen sich einander näher, geraten aber zugleich in einen inneren Konflikt“, sagt Roselinde Hahn, ohne zu viel zu verraten.

Fuchshainer Krippenspiel mit Botschaft

„Weihnachtsfriede“ heißt das Stück, das Ereignis soll sich tatsächlich zugetragen haben, wenngleich die Dialoge freilich mit künstlerischer Freiheit gestaltet wurden. „Wir wollen mit der Aufführung zum Nachdenken anregen und zeigen, dass es keine Verständlichkeit ist, so lange in Frieden zu leben, wie es momentan der Fall ist“, sagt Anja Kinne. „Heutzutage sehen viele Leute gesellschaftlich und politisch Probleme, die beim genauen Hinsehen nicht so gravierend sind.“

Die Fuchshainer Krippenspielgruppe hatte früher häufig aktuelle Themen in ihren Vorführungen aufgegriffen. Nachdem sie in den vergangenen zwei Jahren Stücke mit den typischen Weihnachtsfiguren gezeigt hat, knüpft sie jetzt an die alte Tradition an. Christen wie Nichtchristen lädt sie für 23 Uhr in die St.-Martin-Kirche zu Fuchshain ein.

Von Frank Pfeifer

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