Medizin

Grimmaer Arne Drews begleitet Gründung der Nepalesischen Lungengesellschaft

Der Grimmaer Arzt Arne Drews gehört zu den Gründungsmitgliedern der Nepalesischen Lungengesellschaft.

Der Grimmaer Arzt Arne Drews gehört zu den Gründungsmitgliedern der Nepalesischen Lungengesellschaft.

Kathmandu/Grimma. Kathmandu, 25 Grad Celsius im Schatten, über 90 Prozent Luftfeuchtigkeit – die Frisur sitzt. Was nach Fernsehwerbung für Drei Wetter Taft klingt, erweist sich in der Praxis als Illusion. Schweißgebadet sitzt nicht mal der Anzug. Arne Drews, der bekannte Lungenarzt aus Grimma, pfeift auf Nebensächlichkeiten. Er ist derzeit im bitterarmen Land am Himalaya, um als Ehrengast die Gründung der Nepalesischen Lungengesellschaft zu begleiten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

40 Pneumologen Nepals hatten sich zusammengefunden und hoben die Nepalese Respiratory Society (NRS) aus der Taufe. „Bisherigen Vorgängerorganisationen war kein langes Leben beschieden“, betont Drews. Die NRS solle es besser machen, die medizinischen Berufe der Lungenheilkunde künftig effizienter zu vernetzen. Als Vertreter der Europäischen Lungengesellschaft (ERS) hatte der Grimmaer Mediziner lange für diesen Schritt geworben. Nun wird eine lang ersehnte Kooperation möglich.

Nepalesische Ärzte kooperieren nun offiziell mit Europa

Die nepalesischen Kollegen haben fortan vollen Zugang zu den Ressourcen der ERS, die mit 35.000 Mitgliedern eine der größten und einflussreichsten Lungengesellschaften weltweit darstellt. Die Ärzte vor Ort wollen die Lungenfunktionskurse ab sofort selbst durchführen und sich für die Verbesserung der Luftqualität, besonders im Tal von Kathmandu, einsetzen. Alle zwei Jahre soll es einen wissenschaftlichen Kongress geben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Verein Nepalmed engagiert sich für das Amppial Hospital in Nepal. Hier: Arne Drews mit Auszubildenden der Klinik.

Der Verein Nepalmed engagiert sich für das Amppial Hospital in Nepal. Hier: Arne Drews mit Auszubildenden der Klinik.

In den 1990er-Jahren reiste Arne Drews noch als Medizinstudent durch die Ortschaften am Himalaya-Gebirge. Er hatte nicht nur Augen für den Mount Everest, sondern auch das erschreckend niedrige Niveau der Gesundheitsversorgung im Blick. Um das Berghospital Amppipal zu unterstützen, gründete Drews im Jahr 2000 in Grimma mit 13 Gleichgesinnten den Verein Nepalmed. Inzwischen hat er weltweit fast 700 Mitglieder. Eine Erfolgsgeschichte.

Hilfe zur Selbsthilfe trägt Früchte

Was hat der Verein in fast 20 Jahren nicht alles geleistet – baute Straßen, schaffte Autos an, organisierte die Müllverbrennung, kaufte medizinisches Equipment und trainierte das Personal. Mehrere Studien zur Gesundheitssituation wurden finanziert, durchgeführt und ausgewertet. Husten, chronische Bronchitis und Asthma sind in Nepal wesentlich häufiger als in Deutschland. In den Hütten werden offene Feuerstellen zum Kochen benutzt. Dadurch bleibt der Qualm im Raum. Aufklärung tut Not. Und Hilfe zur Selbsthilfe!

Arne Drews schreibt in seiner Freizeit auch Krimis. Der Erlös kommt dem Verein zugute.

Arne Drews schreibt in seiner Freizeit auch Krimis. Der Erlös kommt dem Verein zugute.

Seit 2008 initiierte Drews 15 Kurse, in denen er 213 Teilnehmer in der Messung der Lungenfunktionswerte angeleitet hat. Drei Kurse liefen nach dem vollständigen Programm des Spirometrieführerscheins der ERS ab. Insgesamt 14 Messgeräte wurden mit Unterstützung verschiedener Sponsoren an Krankenhäuser in vier der sieben Provinzen übergeben. Dass die Nepalesen nun in der Lage sind, sich selber fortzubilden, ist für den Grimmaer der schönste Lohn aller Mühen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Humanitäre Hilfe nach Flut und Erdrutschen

Kathmandu, 25 Grad Celsius im Schatten, über 90 Prozent Luftfeuchtigkeit – die Frisur sitzt? Von wegen! Unwetter statt Drei Wetter Taft: Die Gründung der Nepalesischen Lungengesellschaft fiel exakt auf die Regenzeit. Der Monsun brachte Erdrutsche im Bergland und verheerende Überschwemmungen im Flachland. Drews: „Unser Vorstand entschied sich spontan, humanitäre Hilfe zu leisten. So konnte im Krisengebiet dringend benötigte Nahrung und Kleidung verteilt werden.“ Der Lungenarzt wird weiter einen langen Atem brauchen.

Von Haig Latchinian

Mehr aus Grimma

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken