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Landkreis Leipzig / Forst

In den Wäldern stapelt sich das Bruchholz

Die Sturmschäden im Naunhofer Forst sind immer noch sichtbar: Revierförster Udo Köhler rechnet mit der Beräumung bis zum Herbst.

Die Sturmschäden im Naunhofer Forst sind immer noch sichtbar: Revierförster Udo Köhler rechnet mit der Beräumung bis zum Herbst.

Landkreis Leipzig.Auch ein viertel Jahr nach dem Orkantief Friederike stapelt sich Bruchholz in den Wäldern. „Ich musste die ersten Schätzungen für mein Revier von 7000 Festmetern Schadholz auf 10 000 korrigieren“, sagte der Naunhofer Revierförster Udo Köhler. In seinen privaten Wetteraufzeichnungen vermerkte er nach ersten Eindrücken unter dem 18. Januar 2018 das Stichwort „DIE Katastrophe“.

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Eine solche war "Friederike" insbesondere für die sächsischen Waldgebiete im Flachland in der Tat. "Wir gehen im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig von rund 280 000 Festmetern Schadholz aus, zu denen noch der Schaden im Privatwald addiert werden muss", bilanziert der Mittfünfziger im Dienstrang eines Forstoberinspektors.

Erfahrenem Forstmann stehen Tränen in den Augen

Seit zwölf Jahren betreut Köhler das rund 1500 Hektar umfassende Naunhofer Revier, das Teile des Planitzwaldes sowie das Klosterholz bei Grimma umfasst. Eine solche Katastrophe indes hat der erfahrene Forstmann nach eigener Aussage noch nicht erlebt. „Im Klosterholz kamen mir die Tränen im Angesicht eines Schlages von circa 40 Jahre alten Kiefern, die reihenweise umgemäht worden sind.“ Zeit, der Arbeit vieler Forstleuten nachzutrauern, hat Köhler ebenso wenig wie seine Kollegen in den übrigen acht Revieren des Forstbezirkes Leipzig.

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Wermsdorfer Wald und Colditzer Forst im Fokus

Die es im Übrigen um einiges härter als ihn getroffen hat. „Zusammen mit dem Leipziger Revier bin ich noch am glimpflichsten davongekommen“, bilanziert Udo Köhler, der bei den Räumarbeiten in seinem Revier auch nicht aufs Gaspedal drückt. „Die Prämissen liegen eindeutig und nachvollziehbar auf dem Wermsdorfer Wald und im Colditzer Forst, in dem allein über 100 000 Festmeter Schadholz angefallen sind“, so der Naunhofer Revierförster. Entsprechend könne es durchaus bis zum Herbst dauern, bis die Wälder rund um Naunhof beräumt sind. Deutlich weiter ist Udo Köhler im Planitzwald vorangekommen, wo ihm zufolge bei Neuweißenborn bereits 1200 Festmeter komplett beräumt worden sind. „Und auch im Klosterholz ist der Harvester mittlerweile im Einsatz, um 3000 Festmeter aus dem Wald zu holen.“

Allerdings könne dieses Fahrzeug mit seinen mächtigen Greifarmen wenig bewerkstelligen, wenn es Bäume nicht erreicht beziehungsweise sie nicht zu greifen bekommt. „Vor den Mitarbeitern, die entwurzelten Bäume abstocken und somit für den Harvester greifbar machen, habe ich allergrößten Respekt“, so Köhler, dem bei allem Verständnis für die erwähnten Prämissen innerhalb des Forstbezirkes Leipzig die Zeit im Nacken sitzt.

Aufforstung wegen Beräumung zurückgefahren

Umso mehr, weil das Frühjahrswetter den Forstleuten nicht unbedingt in die Karten spielt. „Zum Glück hatten die warmen Tage im April wenigstens etwas Wind im Gepäck, weil andernfalls der Borkenkäfer optimale Bedingungen vorgefunden hätte.“ In Köhlers Revier ist der große Lärchenborkenkäfer der Hauptschädling. Auch wenn es nicht zu den Maximen gehöre, müssten große Holzstapel mit Giften behandelt werden, so der Fachmann, der trotz der immensen Arbeit mit der Schadenbehebung auch die Aufforstung im Blick behält. „Von den sechs Hektar, die wir in diesem Bereich vorgesehen haben, werden sich allerdings lediglich rund 1,5 Hektar realisieren lassen, weil der Sturm keine planmäßige Vorbereitung dieser Flächen zugelassen hat.“

Liebhaber des alljährlichen Weihnachstbaum-Verkaufes des Sachsenforstes in Naunhof weiß Udo Köhler indes zu beruhigen. „Die Aufforstung wird auch die Weihnachtsbaum-Plantage am Dreiflügel-Weg beinhalten.“

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Von Roger Dietze

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