Grimma

Neue Sonderschau in Großbothen: Eintauchen in die Welt chemischer Labors

Kati Reimelt, Simone Eichler und Aline Pfanneschmidt (v. r.) vom Wilhelm Ostwald Park in Großbothen wissen, dass es in der Sonderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor“ viel zu entdecken gibt.

Kati Reimelt, Simone Eichler und Aline Pfanneschmidt (v. r.) vom Wilhelm Ostwald Park in Großbothen wissen, dass es in der Sonderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor“ viel zu entdecken gibt.

Grimma/Grossbothen. Beim Betreten des Raumes fällt zunächst eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Destillation mit einem stattlichen Brennspiegel ins Auge. Zu entdecken gibt es viel: Erlenmeyerkolben, Bunsenbrenner, Glasglocken, Büretten und Reagenzgläser – überall stößt der Besucher auf das Handwerkszeug des Chemikers. Insgesamt werden über 500 Exponate, Replikate und Modelle in der Sonderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor“, die eher einem kleinen Museum gleicht, dargeboten. Seit dem Wochenende lädt sie im Haus Werk im Großbothener Wilhelm Ostwald Park zum Verweilen ein.

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Der Clou ist ein Schreibpult, an dem der Besucher Platz nimmt und durch alte Chemiebücher blättern kann – per Touchscreen. Zu den acht Themeninseln der Ausstellung sind hier literarische Raritäten hinterlegt, die vom Probierbüchlein von 1574 bis zum „Natürlichen System der chemischen Elemente“ von 1913 reichen. Eine digitale Bibliothek, von der sich Interessenten wohl nur schwer losreißen werden. „Als Besucher würde ich das Pult als erstes ansteuern“, verriet Ostwald-Park-Leiterin Silke Kral zur Einweihung.

Bis zum 4. November ist die seit 2005 existierende Wanderausstellung des Heidelberger Carl Bosch Museums in Großbothen zu sehen. Besucher erhalten – bis auf Donnerstag – täglich von 10 bis 17 Uhr Einlass. Drei Lehramtsstudenten der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Leipziger Universität laden jeden letzten Sonntag im Monat um 11 und um 14 Uhr zu öffentlichen Führungen durch die Exposition ein. Sie werden dann auch kleine chemische Experimente zeigen.

Der von der Gerda und Klaus Tschira Stiftung getragene Ostwald Park bietet zudem ein Begleitprogramm zur Ausstellung. Vornehmlich an Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 richten sich dabei zwei Angebote der Museumspädagogik, bei denen die Kinder selbst Hand anlegen und in die Welt der Chemie eindringen können: „Farbensturm im Wasserglas“ sowie „Fluoreszenz – der leuchtende Drink“. Termine für Gruppen können per Telefon unter 034384/7349-152 oder per Mail unter museum@wilhelm-ostwald-park.de vereinbart werden.

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In der Ausstellung begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise. Sie beginnt in den Tagen der mittelalterlichen Probierkunst, als Alchemisten Gold herbeizaubern wollten und dabei das Porzellan erfanden, und reicht bis ins computergestützte Theorie-Labor der Moderne. Ausgangspunkt für die Idee zur Ausstellung war eine Kiste der Heidelberger Firma „Ludwig Hormuth“ von 1895, die einst bei Reisen zum Transport filigraner Laborgeräten diente. Daran erinnerte Sabine König, Geschäftsführerin des Bosch-Museum, zur feierlichen Eröffnung der Sonderschau in Großbothen. Den Schatz der Kiste habe man heben wollen. Im Eröffnungsvortrag führte Professor Christoph Meinel von der Universität Regensburg den Gästen die räumliche Entwicklung der chemischen Labors vor Augen. Sie seien Stätten, an denen „neues Wissen entsteht“. Und wie zuvor Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger lobte Meinel, dass der Ostwald Park unter Ägide der Tschira Stiftung einen großartigen Weg nehme.

Von Frank Prenzel

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