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Mittelalter

Turnier hoch zu Ross ist Höhepunkt bei Ritterspielen in Trebsen

Das Salz in der Suppe: Das Turnier bildete auch den Höhepunkt der siebenten Auflage der Trebsener Pfingstritterspiele.

Das Salz in der Suppe: Das Turnier bildete auch den Höhepunkt der siebenten Auflage der Trebsener Pfingstritterspiele.

Trebsen.Ja, schon die Altvorderen wussten um den Stellenwert eines guten Bieres! Manchmal zückten sie sogar die (Turnier-)Waffen und rauften sich um ein in der Hopfensaft-Herstellung in besonderem Maße bewandertes Brauhaus. Zumindest hatte das Team um Veranstalter Heiko Guter mit Unterstützung zahlreicher Akteure das Programm der diesjährigen Trebsener Pfingstritterspiele um eine solche fiktive Geschichte herum aufgebaut.

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Fiktiver Streit um Nerchauer Bier in Trebsen nachgestellt

In dieser stritten sich an den drei vergangenen Nachmittagen jeweils nach dem Mittag die Söhne des Schlossbesitzers Hans von Minkwitz in dem zu einem Turnierplatz umgestalteten Trebsener Schlosspark mit Recken wie Graf Dietrich von Groitzsch, Bernhard von Sachsen und Günther von der Rochsburg. Streitpunkt war der Flecken Nerchau samt seiner weit über die Grenzen hinaus gepriesenen „Brauerey“, in der unter anderem das „von Kennerkehlen landauf und landab in höchsten Tönen gepriesene Pumpernickel“ gebraut wird.

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Nerchauer Hopfensaft im Ausschank

Selbiges bekamen auch die Besucherinnen und Besucher der siebenten Auflage der Pfingstritterspiele auf deren Wunsch hin zu verkosten, womit zugleich der (kulinarische) Bogen vom Mittelalter zum Hier und Jetzt gespannt wurde. Jene Akteure, die sozusagen „von Berufs wegen“ permanent zwischen diesen beiden Welten pendelten, hatten einmal mehr ihren Anteil daran, dass die Pfingstritterspiele auf Schloss Trebsen zu einem Erfolg wurden. Heureka-Chef Heiko Guter hatte zum mittlerweile siebenten Mal seine guten Beziehungen spielen lassen und rund 150 in- wie ausländische Akteure auf Schloss Trebsen versammelt, die das Besuchervolk auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterhielten. Etwa als Spielleute, die zum Teil wenig zum Zuhören animierende Namen wie „Ohrenpeyn“, „Die Rapauken“ sowie „Schmierenkomödianten“ trugen, als Possenreißer, Händler oder Geharnischte, die im Rahmen der Turniere den zahlreich an der Mulde versammelten Besuchern ihre Waffen- und Reitkünste präsentierten und mit ihren Bliden- und Katapultvorführungen für Staunen sorgten.

Neuinszenierung der Seoster Fehde mit Pegauer Akteuren

Über aller Narretei und Kurzweil kam über Pfingsten auf Schloss Trebsen aber auch die ernsthafte Beschäftigung mit der Historie nicht zu kurz. Verkörpert etwa durch das knappe Dutzend Akteure des „Pegauer Aufgebotes von 1475“. Einer Reenactment-Gruppe aus dem Westen des Landkreises Leipzig, die Bezug auf die in jenem Jahr stattgefundene sogenannte „Soester Fehde“ nimmt, zu der unter anderem ein Pegauer Aufgebot abkommandiert worden war. „Wir versuchen, das Mittelalter so authentisch wie möglich darzustellen, wobei wir viel recherchieren und uns jenen Dingen, die noch im Dunkeln liegen, mittels des praktischen Ausprobierens anzunähern versuchen“, berichtet Anja Hafner, die in der kleinen Truppe in der Rolle der Gattin des Aufgebots-Anführers Hajo von Pegau agiert.

Eine akribische Auseinandersetzung mit dem Mittelalter, die das Publikum zu schätzen weiß. „Ich versuche, die Trebsener Pfingstritterspiele jedes Jahr zu besuchen, weil hier bei aller nicht zu kurz kommenden Unterhaltung auch sehr authentisch mit der Geschichte umgegangen wird“, meint etwa die 38-jährige Jana Schmenzel aus Oschatz.

Von Roger Dietze

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