Die Qual der Wahl im Christbaumland

Zwenkau. Darauf haben sich auch die Gebrüder Neidhardt aus Zitzschen eingestellt. Seit einigen Jahren öffnen sie ihr Christbaumland schon am Samstag vor dem ersten Advent für einen Schnuppertag.

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„In unserer Region wurden die Bäume eigentlich nicht so zeitig aufgestellt, aber wir haben immer mehr Anfragen bekommen – vor allem von jungen Leuten und Zuzüglern aus den alten Bundesländern“, erklärt Lutz Neidhardt. Mit seinem Bruder Bernd hat er vor 20 Jahren den Gartenbaubetrieb gegründet. Gemüse-, Beet- und Balkonpflanzen sind ein Standbein, die Weihnachtsbaumfelder an der B 186 nahe dem Zwenkauer Ortsteil Großdalzig, an der B 181 in Dölzig und an der B 180 in Altenburg das zweite. Und die Plantagen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn was gibt es Schöneres als in Familie den Baum der Bäume auszusuchen, zu schlagen, zu Hause aufzustellen und zu dekorieren. Doch halt: Ganz so harmonisch ist die ganze Sache bekanntermaßen nicht.

„Wir erleben vieles auf dem Feld“, erzählt Neidhardt und schmunzelt. Selbst von Scheidung sei bisweilen unterm Weihnachtsbaum die Rede. Aber auf jeden Fall verrieten viele Familien, wer bei ihnen das Sagen hat. „Mal ist die Frau dominant, mal der Mann, aber oft genug auch die Kinder. Wenn der Nachwuchs dabei ist, entscheidet der immer“, so Neidhardt.

In der Gunst der kleinen und großen Sachsen ganz vorn rangiert aber weiterhin die Nordmann-Tanne: „Die dunkelgrüne Farbe und der meist gleichmäßige Aufbau kommt bei den Leuten gut an.“ Wer aufs Geld schaut, der nimmt auch gern eine Blaufichte. „Die sind preisgünstiger, weil sie schneller wachsen. Und entgegen der weit verbreiteten Meinung halten sie genau so lange, wie eine Nordmann-Tanne“, sagt Neidhardt. Im Angebot seien aber auch wieder Serbische Fichten, Rot- und Weißfichten und Colorado-Tannen. Ab zehn Euro bekommt man bei Neidhardts auch dieses Jahr einen ansehnlichen Baum. „An unseren Preisen hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Das ist der Vorteil, dass wir selbst produzieren“, betont Neidhardt.

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Und das ist ein anstrengendes Geschäft. Denn was das Herz der Käufer erfreut, ist in der Regel zehn Jahre alt. Dreijährig werden die Bäumchen auf die Felder gepflanzt. Die Aussaat übernehmen vorab Spezialbetriebe, ebenso das Verschulen im ersten und zweiten Jahr. Bei Nordmann-Tannen wird dabei jedes Mal die Pfahlwurzel abgestochen, um ein breites Wachstum und damit große Verluste beim späteren Umsetzen zu vermeiden. Aber auch in den folgenden Jahren brauchen die Bäume viel Pflege. „Nordmann-Tannen wachsen über der Erde von Natur aus in die Breite. Die Leute wollen aber schlanke Bäume. Deshalb werden sie beschnitten“, erzählt Neidhardt.

Wer am Samstag an der B 186 zwischen 9 und 18 Uhr noch nicht „zuschlagen“ möchte, der kann das ab dem 10. Dezember tun. Das ist bei Neidhardts seit einigen Jahren der offizielle Starttermin für den Weihnachtsbaumverkauf auf den Feldern und an den Ständen. Der größte befindet sich am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, ein weiterer am Ratzelbogen in Grünau. Geöffnet ist dort täglich von 9 bis 18 Uhr – und das bis zum 23. Dezember.

„Der stressigste Tag wird garantiert wieder der Samstag vor Weihnachten“, ahnt Neidhardt. Er hofft, dass nicht so viel Schnee wie im vergangenen Jahr liegt. „Der hat uns extrem zu schaffen gemacht. Allein die Wege frei zu halten, war ein Kraftakt.“

Ulrike Witt

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