Stadt Markkleeberg

Gutshaus Gaschwitz: Wahrscheinlich ist eine erneute Ausschreibung nötig

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gutshaus lange Jahre Schule. Zuletzt wurde es als Seniorenklub und von Vereinen genutzt. Seit 2012 steht es leer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gutshaus lange Jahre Schule. Zuletzt wurde es als Seniorenklub und von Vereinen genutzt. Seit 2012 steht es leer.

Markkleeberg. Knapp ein Jahr nach der Ausschreibung des Gaschwitzer Gutshauses ist das marode Objekt noch immer nicht verkauft. Die Stadt Markkleeberg ist zwar noch mit einem Bieter im Gespräch, an den Erfolg glaubt im Rathaus indes kaum einer. Wahrscheinlicher scheint eine erneute Ausschreibung, es wäre die dritte seit 2013.

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„Der Investor hat uns signalisiert, dass ihm die Auflagen des Denkmalschutzes zu schaffen machen. Wenn die Verhandlungen wirklich platzen, was wir nicht hoffen, bleibt uns nur eine neue Ausschreibung“, erklärt Bürgermeisterin Jana Thomas. Natürlich müsse das Vorgehen nach der Sommerpause mit dem Stadtrat diskutiert werden, fügte sie hinzu. „Angesichts der relativ günstigen Situation auf dem Immobilienmarkt sollte gemeinsam überlegt werden, ob ein weiterer Verkaufsversuch gestartet wird, oder ob wir als Stadt eine Planung drauf legen und damit das Nutzungskonzept festschreiben“, erläutert Thomas.

Das Nutzungskonzept ist der Stadtverwaltung und dem Stadtrat sehr wichtig. Deshalb ging dies auch mit 70 Prozent in die Bewertung der Angebote ein, der Preis nur mit 30 Prozent. Wobei das Mindestgebot mit 1,5 Millionen Euro nicht unter dem Verkehrswert liegen sollte. Das Problem: Von ursprünglich vier Bietern – laut Thomas alles Bauträger und Projektentwickler mit Wohnkonzepten - flogen zwei nach der nichtöffentlichen Präsentation vor Stadtrat und Ortschaftsrat Ende 2016 raus. Im Frühjahr 2017 zog dann einer der beiden verbliebenen potenziellen Investoren nach Gesprächen mit dem Denkmalschutz sein Angebot zurück.

„Das Gutshaus entwickeln, dabei die Vorgaben des Denkmalschutzes einhalten und das alles noch wirtschaftlich für den Investor gestalten – keine Frage, das ist eine Herausforderung“, betont Thomas. Für die Stadt wären Wohnungen im Gutshaus ein Gewinn. „Der Wohnungsmarkt in Markkleeberg ist ja mittlerweile auch angespannt“, weiß die Bürgermeisterin, die gleichzeitig Geschäftsführerin der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG) ist.

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So richtig glücklich sei die Stadtverwaltung von Anfang an mit allen vier Angeboten nicht gewesen, räumt Thomas ein. „Es gab bei allen Konzepten Bedenken hinsichtlich der Dichte der Bebauung“, verrät sie. Denn ausgeschrieben war nicht nur das um 1900 zum Wohnhaus umgebaute Gutshaus, sondern auch ein großer Teil des ehemaligen Gutsparks. Das Areal reicht bis zur Cröbernschen Straße und schließt den ebenfalls baufälligen, längst dem Abriss geweihten Jugendclub ein.

Wo der nach dem Verkauf hinkommt, ist noch offen. Zur Wahl stehen die bereits vom Stadtrat diskutierte ehemalige Sparkasse am Bahnhof, der Großstädtelner Bahnhof und ein Neubau an der Turnhalle Gaschwitz. Letzteres favorisiert Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) angesichts von Sport- und Spielplatz.

Von Ulrike Witt

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