Haus Rabe in Zwenkau

Kann Bauhaus-Juwel bei Leipzig bald für Besucher öffnen?

Das Bauhaus Rabe in der Zwenkauer Ebertstraße.

Das Bauhaus Rabe in der Zwenkauer Ebertstraße.

Zwenkau/Borna. Derzeit befasst sich eine Ausstellung im Landratsamt Borna mit dem architektonischen Kleinod – es ist eine Zeitreise von der Entstehungsgeschichte bis zum gegenwärtigen Zustand des Bauhaus-Juwels. Die „Grand Tour der Moderne“ lädt als Wanderschau mit verschiedenen Schwerpunkten zu einer Entdeckungsreise in die 100-jährige Bauhaus-Geschichte ein. Mit dem Zwenkauer Haus Rabe im Fokus war sie schon in Leipzig zu sehen, bis zum 2. August läuft sie nun im Landratsamt des Landkreises Leipzig in der Bornaer Stauffenbergstraße.

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Stiftungs-Gründung noch 2019

„Wir sind froh, dass wir die Ausstellung ergattern konnten“, sagt Ines Lüpfert, zweite Beigeordnete des Landrats. „Nach Zwenkau selbst wird sie wohl erst spät kommen, vielleicht ist sie dann in den unteren Räumen des Hauses Rabe zu besichtigen.“ Seit 2016 wird hinter den Kulissen um die Öffnung des Meisterwerks der Bauhaus-Architektur für ein breites, interessiertes Publikum gerungen. Bisher können Bauhaus-Fans nur an wenigen, ausgewählten Tagen einen Blick ins Innere werfen. Der Landkreis plant dafür die Gründung einer Stiftung, die muss finanziert werden. Ein Wertgutachten hat einen Preis von 5,5 Millionen Euro für das weltweit einzigartige Kleinod ergeben. „Ein Nutzungskonzept ist bereits erstellt worden, wir sind mit Experten im Gespräch und stehen in den Startlöchern“, betont Lüpfert. Das Konzept sehe vor, kleinere Gruppen von maximal 20 Personen zur Besichtigung durch das Haus zu führen. „Wir hoffen, dass die Stiftung noch in diesem Jahr gegründet werden kann“, so Lüpfert. „Jetzt hängt alles vom Bund ab.“

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Ines Lüpfert hat die Bauhaus-Ausstellung rund ums Haus Rabe im Landratsamt Borna eröffnet

Ines Lüpfert hat die Bauhaus-Ausstellung rund ums Haus Rabe im Landratsamt Borna eröffnet.

Sie erinnert sich noch gut daran, dass in den Anfängen der Amtszeit von Landrat Henry Graichen die Stadt Leipzig das Haus kaufen wollte. „Damals ist es mir zum ersten Mal begegnet“, sagt sie. „Zum Glück hat der Landrat die Besonderheit des Kunstwerks erkannt und beschlossen, es unter unseren Fittichen zu behalten.“

Außen unscheinbar, innen einzigartig

Aus der Zusammenarbeit des Architekten Adolf Rading mit dem Künstler Oskar Schlemmer entstand zwischen 1929 und 1931 in Zwenkau das einzigartige Gesamtkunstwerk der klassischen Moderne. Der Entwurf für die Arztfamilie Rabe war revolutionär, deshalb zog sich das Genehmigungsverfahren über Monate hin. Rading vermutete „ästhetische Bedenken“, besonders wegen des flachen Daches. Sein Hinweis, dass der Neubau größtenteils hinter Bäumen versteckt sein werde, wurde von den zuständigen Behörden in Leipzig offenbar gerne aufgenommen und an den Stadtrat in Zwenkau weitergeleitet. Die Baugenehmigung wurde schließlich erteilt. „Von außen ist es mitten im Wohngebiet beinahe unscheinbar und würde vom Baustil her eher an den Hafen passen“, findet die Beigeordnete. So nüchtern es von außen wirkt, so spannend und einzigartig ist seine Historie und vor allem das, was im Inneren bewahrt wurde. Erich Rabes Tochter Gabriele Schwarzer wohnte und praktizierte bis in die ersten Nachwendejahre als Ärztin in dem Haus. Ihrem Engagement und dem von Horst Schmitter, der das Haus 1994 erwarb, ist es zu verdanken, dass das Gebäude in beinahe unverändertem Zustand als Kunstwerk erhalten blieb und denkmalgerecht saniert wurde. Die baldige Öffnung würde auch Falk Hartig vom Amt für Kultur und Tourismus in Markkleeberg begrüßen. Er freut sich über „das Juwel für den Tourismus in der Region, aber auch für Studierende“.

Die Ausstellung ist bis zum 2. August zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes in der Bornaer Stauffenbergstraße im Haus 2 am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, am Dienstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr zu besichtigen.

Von Gislinde Redepenning

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