Freiwillige Feuerwehr Wachau

Kinder- und Jugendfeuerwehren: Nachwuchs für die Floriansjünger

Die Jugendfeuerwehr Wachau bei einer Übung mit Jörg Reichenbach. Vorne links spritzt Lorenz mit dem Schlauch.

Die Jugendfeuerwehr Wachau bei einer Übung mit Jörg Reichenbach. Vorne links spritzt Lorenz mit dem Schlauch.

Markkleeberg. Die Nachwuchs-Feuerwehrleute stehen stramm vor Jörg Reichenbach. „Wir rollen jetzt die Kabel ab, warum tun wir das?“, fragt der stellvertretende Jugendwart der Floriansjünger Wachau. „Damit nichts verschmort“, antwortet Lorenz. Der Zwölfjährige mag „Löschangriffe“. Seit er Denken kann, ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr dabei: Erst in der Kinderfeuerwehr, nun bei der Jugend. Mit 16 Jahren will er in die aktive Abteilung wechseln.

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22 Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren treffen sich alle zwei Wochen im Feuerwehrhaus in Wachau. Sie lernen technische Kniffe, veranstalten aber auch Bowlingnachmittage und Zeltlager. „Es soll ja auch Spaß machen“, sagt Thomas Richter, der sich um die Jugendarbeit kümmert. „Wir haben fast schon einen Aufnahmestopp“, erzählt der 42-Jährige. Die Arbeit mit den Jugendlichen sei zeitintensiv, daneben habe er noch seine „eigene Feuerwehr“. „Das ist ein gut ausgefülltes Ehrenamt“, findet Richter.

Wachau: Deutschlands erste Kinderfeuerwehr

Die Arbeit mit dem Nachwuchs hat in Wachau eine lange Tradition. Bereits 1935 gründete sich hier die wohl erste Kinderfeuerwehr Deutschlands. Bis heute lernen etwa zehn Kinder spielerisch über Brandschutz oder proben für kleine Löschvorführungen. Auch Julia, deren Mutter die Kindergruppe leitet, kam über die Kinderfeuerwehr zu dem Ehrenamt. Inzwischen engagiert sich die 16-Jährige als Sprecherin der Jugendlichen und freut sich auf die aktive Feuerwehr. „Ich finde die Fahrzeuge und das Retten spannend und cool“, sagt sie.

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Auch viele von Julias Kameraden wollen weiterhin Retten: „Die meisten schaffen den Sprung von der Jugend- zur aktiven Feuerwehr“, beobachtet Ingolf Szech, Jugendfeuerwehrwart für den Landkreis Leipzig. Mit 16 Jahren können die Jugendlichen am 70-stündigen Grundlagenlehrgang teilnehmen. Nach einer Prüfung dürfen sie bis zur Volljährigkeit bei Einsätzen mithelfen. Ab 18 Jahren dürfen die frisch gebackenen Feuerwehrleute dann auch in brennende Häuser oder zu verunglückten Autos. In den drei Markkleeberger Feuerwachen engagieren sich aktuell 61 Jugendliche, darunter 17 Mädchen. In Zwenkau üben 20 Heranwachsende das Löschen, in Markranstädt 14, und in Großpösna treffen sich derzeit zwölf junge Feuerwehrleute regelmäßig. Es sei es einfacher, Kinder auf dem Dorf für die Feuerwehr zu begeistern, sagt Richter. In der Stadt gebe es mehr Freizeitangebote.

Trotz Jugendarbeit: Bereitschafts-Feuerwehrleute fehlen

Trotz der umfassenden Jugendarbeit fehlen in Wachau aber gerade tagsüber Leute, die in der Nähe des Gerätehauses sind, falls etwas passiert. „Wenn die Jugendlichen in die aktive Abteilung wechseln, beginnen sie oft mit einer Ausbildung oder einem Studium“, sagt Richter. Häufig fehle dann die Zeit für das Ehrenamt oder sie ziehen aus Wachau weg. Gleichzeitig stießen immer wieder auch Feuerwehrleute, die neu nach Wachau gezogen sind und die zuvor in einem anderen Löschzug aktiv waren, zu den ehrenamtlichen Rettern dazu.

Von Theresa Held

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