„Jugend entscheidet“

Volleyballplatz, Halfpipe und Jugendcafé: Das wollen junge Menschen in Markranstädt ändern

15 Schülerinnen und Schüler haben sich in Markranstädt zu einer Stadtratssitzung zusammengefunden - und mehrere Beschlüsse gefasst.

15 Schülerinnen und Schüler haben sich in Markranstädt zu einer Stadtratssitzung zusammengefunden - und mehrere Beschlüsse gefasst.

Markranstädt. Die Stadt Markranstädt brauche einen neuen Volleyballplatz, einen attraktiveren Jugendclub – und ein Jugendcafé: Zu dem Ergebnis sind rund 15 Kinder und Jugendliche gekommen, die sich zu einer fiktiven Stadtratssitzung zusammengefunden haben. Sie ist Teil des Projekts „Jugend entscheidet“, das die Stadt Markranstädt zusammen mit der gemeinnützigen Hertie-Stiftung austrägt. Ziel ist es laut Stadtverwaltung, junge Menschen besser an den Entscheidungsprozessen der Stadtentwicklung zu beteiligen.

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Denn: Kinder und Jugendliche verspüren in der Politik oftmals wenig Selbstwirksamkeit, bemängeln zu langsame Entscheidungen – zu dem Ergebnis kommen verschiedene Studien. Das Projekt in Markranstädt soll nun zeigen, dass das auch anders geht: „Ich habe keine Politverdrossenheit bei den Jugendlichen gespürt, sondern dass sie echtes und überzeugendes Interesse haben, ihre Stadt mitzugestalten“, stellte Bürgermeisterin Nadine Stitterich (parteilos) fest.

Diese Beschlüsse haben die Jugendlichen gefasst

Inzwischen liegen auch Ergebnisse vor, die zeigen, welche Themen aus Sicht der 12 bis 17 Jahre alten Kinder und Jugendlichen am dringendsten einer Umsetzung in der Kommunalpolitik bedürften. So sprachen sich in einer Sitzung unter Leitung der Bürgermeisterin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrheitlich für einen besseren Volleyballplatz in der Nähe des Kulkwitzer Sees aus, wie aus einer Auflistung des Rathauses hervorgeht.

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Über die Hälfte der „Jung-Stadträte“ votierte für längere Öffnungzeiten des Jugendclubs – auch am Wochenende. In einem weiteren Beschluss stimmten sie dafür, den Außenbereich derselben Einrichtung „grüner und besser zu gestalten“; ferner solle auch ein Jugendcafé mit Lagerfeuerplatz entstehen.

Zwei Vorschläge fallen durch

Keine Mehrheit fanden Vorhaben wie die Errichtung eines Riesentrampolins unweit des Schulgeländes sowie einer Riesenschaukel. Dafür aber die Beschlüsse, bei ansässigen Fußballvereinen nach einer Mädchen- oder geschlechtsneutralen Fußballmanschaft anzufragen; eine Halfpipe zu errichten und neben dem Strandbad eine abgegrenzte Badefläche mit Bojen zu schaffen. Das Fazit der Stadtverwaltung: Es seien vor allem die Themen, die die Gestaltung von Aufenthaltsbereichen für junge Menschen betreffen, auf der Prioritätenliste gelandet.

In der simulierten Stadtratssitzung sei dann mitunter kontrovers diskutiert worden, heißt es im Rathaus. Die Debatte habe sich angefühlt, sagte Bürgermeisterin Stitterich, „wie in einer tatsächlichen Stadtratssitzung“.

„Mindestens ein Beschluss“ soll im Stadtrat behandelt werden

Was folgt nun daraus? Ziel sei es, eine der von den Jugendlichen postulierten Maßnahmen durch einen Stadtratsbeschluss bestätigen zu lassen „und letztlich tatsächlich umzusetzen“. Aus dem Rathaus verlautete, dass „mindestens“ einer der gefassten Beschlüsse noch in diesem Jahr in den Stadtrat solle.

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Das Projekt „Jugend entscheidet“ wird nach Angaben der Stadtverwaltung in insgesamt 15 deutschen Kommunen zusammen mit der Hertie-Stiftung umgesetzt. Ziel sei es, „neue Wege bei der Jugendbeteiligung“ zu gehen und Kommunalpolitik für junge Menschen erfahrbar zu machen. Die teilnehmenden Kommunen werden demnach mit 5000 Euro gefördert. Infrage kämen Städte mit bis zu 100 000 Einwohnern, in denen es noch kein etabliertes Format der Jugendbeteiligung gibt.

Von flo

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