Fischzucht

Der Neujahrskarpfen hat Tradition und kommt aus Müglenz

Familienbetrieb: Falk und Ev Gröger mit ihrem 14-jährigen Sohn Tim (v.r.) betreiben in Müglenz eine Teichwirtschaft mit 40 Teichen. Diese drei Karpfen landen am Neujahrstag auf den Tellern ihrer Kunden.

Familienbetrieb: Falk und Ev Gröger mit ihrem 14-jährigen Sohn Tim (v.r.) betreiben in Müglenz eine Teichwirtschaft mit 40 Teichen. Diese drei Karpfen landen am Neujahrstag auf den Tellern ihrer Kunden.

Lossatal/Müglenz. „Karpfen Blau“ kommt zum Neujahrstag auf den Tisch – so will es die Tradition. Bei Familie Gröger aus Müglenz fällt das aus Zeitgründen meistens aus. Und das, obwohl sie direkt an der Quelle sitzt. Seit 25 Jahren gibt es die Teichwirtschaft in Müglenz, wird seither als Familienunternehmen geführt. Der bevorstehende Jahreswechsel bedeutet für die Grögers viel Arbeit, aber auch das Hauptgeschäft der Saison. „Besonders an den Tagen vorm Jahreswechsel kommen die Leute zu uns und holen sich ihren Karpfen“, weiß Inhaber und Fischereimeister Falk Gröger.

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Bereits am gestrigen Freitag startete der Verkauf. Sonnabend und am Silvestertag gehen ebenfalls Karpfen, aber auch Schleie, Hecht, Wels und Barsch über die Ladentheke. Vor allem aber Karpfen. „Karpfen ist sehr gesund, aufgrund seiner ungesättigten Fettsäuren“, so Gröger. Nicht nur die ältere Generation gehört zur Kundschaft, auch die jüngere kommt zunehmend auf den Geschmack. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Stillstand für die Grögers keine Option ist. Weil gerade jüngere Kunden zwar gern Fisch essen, ihnen aber einfach die Zeit oder das Know-how fehlt, haben die Grögers das Angebot erweitert „Den Karpfen gibt es bei uns auch fertig entgrätet als Filet zu kaufen“, erklärt Ev Gröger. Sie übernimmt den Verkauf und das Räuchern des Fisches, während ihr Mann und der 14-jährige Sohn Tim das Herausfischen der Karpfen übernehmen.

Insgesamt bewirtschaftet die Familie 40 Teiche mit über 100 Hektar Wasserfläche, verteilt im Landkreis Leipzig und Nordsachsen. „Bei einer Teichrunde, bei der ich alle Gewässer einmal abfahre, fahre ich etwa 100 Kilometer“, so Falk Gröger. Angestellte haben die Grögers keine. Zu zweit, ab und an mit der Unterstützung von Sohn Tim oder auch mal Saisonkräften, halten sie den Betrieb am Laufen. „Jeder Fisch geht durch meine Hand“, so Gröger.

In der Teichwirtschaft Müglenz gibt es Fisch aus einer Hand – Produktion, Aufzucht, Verkauf. Selbst das Futter kommt aus der Region. „Wir verfüttern hauptsächlich Weizen und Roggen“, so der Fischereimeister weiter.

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Von September bis April – „in allen Monaten mit einem R drin“ – gibt es bei Grögers Fisch zu kaufen. Wer möchte, kann auch die Eingeweide mitnehmen. Die gibt es im Supermarkt nicht zu kaufen, beim Fischer vor Ort gibt es die dazu. „Der eine verzichtet lieber darauf, dafür freut sich der nächste über eine doppelte Ladung“, erzählt Falk Gröger.

Eineinhalb bis vier Kilogramm schwer sind die Karpfen im Durchschnitt, die an diesem Wochenende über die Theke gehen. „Es gibt aber auch Kunden, die besonders große Tiere wollen. Die rufen dann auch schon mal vorher an und reservieren sich den größten Karpfen.“

Bei ihm und seiner Familie kommt regelmäßig Fisch und vor allem Karpfen auf den Tisch. Am Neujahrstag schafft es die Familie meistens zeitlich nicht, doch sie haben einen Tipp für das perfekte „Karpfen Blau“-Rezept: Apfel-Meerrettich, Butter und Zitrone an den Fisch, dazu Kartoffeln und Rotkraut. Und für die zusätzliche Portion Glück wird ein Stück Schuppe ins Portemonnaie gelegt.

Fischeverkauf bei der Teichwirtschaft Müglenz, Am Teich 7: Sonnabend, 30. Dezember, von 9 bis 16 Uhr sowie Sonntag, 31. Dezember, von 9 bis 12 Uhr.

Von Stephanie Helm

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