Katastrohenschutz

DRK-Helfer fordern die Gleichstellung des Sanitätsdienstes

Sie unterstützen die Petition zur Gleichstellung der Helfer in Sachsen: Kreisbereitschaftsleiter René Bitterlich, Zugführer Thomas Zschau und DRK-Vorstand Jens Stiller (v.l.)

Sie unterstützen die Petition zur Gleichstellung der Helfer in Sachsen: Kreisbereitschaftsleiter René Bitterlich, Zugführer Thomas Zschau und DRK-Vorstand Jens Stiller (v.l.)

Wurzen. Sie zögerten nicht eine Sekunde lang für ihre Unterschrift unter der Online-Petition, die der Görlitzer Kamerad Markus Kremser unlängst auf den Weg brachte. Denn es liegt einiges im Argen beim sanitätsdienstlichen Katastrophenschutz (Kat.-Schutz) im Freistaat Sachsen und ebenso im Landkreis Leipzig. Niemand weiß das besser als die 51 Männer und Frauen des ersten Einsatzzuges des DRK Muldental um Kreisbereitschaftsleiter René Bitterlich und Zugführer Thomas Zschau. Daher rufen beide gemeinsam mit Vorstand Jens Stiller nicht nur die ehrenamtlichen Helfer auf, sich an der Aktion zu beteiligen, sondern appellieren zugleich an alle interessierten Bürger, die Eingabe zu unterzeichnen.

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Schreiben an sächsischen Innenminister

Auslöser der Bittschrift ist die vom sächsischen Innenministerium verkündete Erweiterung der Feuerwehrförderung, erläutert Stiller. Jene Nachricht veranlasste Initiator Kremser zu einem Schreiben an Innenminister Roland Wöller (CDU). Darin schildert er die seit Jahren existierenden „riesigen Finanzierungslücken“ der „weißen Einheiten“. Deren Mitarbeiter sorgen im Ernstfall für die medizinische Betreuung und Versorgung. Unter anderem bei Bränden wie unlängst in Grimma, bei Bombenfunden wie Ende Mai in Dresden oder im Falle einer Hochwasserkatastrophe wie 2002 und 2013 im Muldental.

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Bitterlich zufolge verfügt der erste Einsatzzug über folgende Technik: zwei Krankentransportwagen (KTW) Typ B, ein KTW für den Transport von vier Personen, je einen Gerätewagen Sanität, Betreuung sowie Versorgung, eine Feldküche, ein Mannschaftstransportwagen und einen Einsatzleitwagen. Vier Züge gibt es insgesamt im Landkreis, die das Rote Kreuz betreibt. Weitere Träger im Freistaat sind außerdem der Arbeiter-Samariter-Bund und die Johanniter-Unfall-Hilfe.

Doppelbesetzung des Einsatzzuges ist Ziel

„Die Sollstärke pro Einsatzzug beträgt 32 Leute“, fügt Stiller an. Ziel aber sei eine Doppelbesetzung, also 64. Allerdings nutzt der modernste Fuhrpark nichts ohne Menschen, die diese Geräte bewegen können. Dazu bedarf es eines Lkw-Führerscheins, so Zugführer Zschau, da das Gesamtgewicht fast aller Fahrzeuge über dreieinhalb Tonnen betrage. Doch den muss der Ehrenamtler in manchen Hilfsorganisationen selbst finanzieren, wenn er seine Freizeit in den Dienst der Gesellschaft stellen möchte. Schon deshalb sollte die Hilfe des Freistaates für dessen Erwerb auf Hilfsorganisationen ausgeweitet werden, verdeutlicht der 42-Jährige.

Lohnfortzahlung wird ungleich behandelt

Weitere Probleme sprechen Stiller und Bitterlich an. Aus ihrer Sicht sei beispielsweise eine rasche Anpassung der Zuwendungssätze für die Unterhaltung der Einsatzfahrzeuge vonnöten, allein aufgrund der Preisentwicklung und des Wartungsbedarfes. Eine Ungleichbehandlung gegenüber der Feuerwehr sieht Bitterlich zudem in der Frage der Lohnfortzahlung. Feuerwehrkameraden erhalten sie, „weiße Helfer hingegen nur einen feuchten Händedruck“, so Stiller. Dennoch wollen weder er noch Bitterlich oder Zschau Zwietracht säen. Das Trio plädiert vielmehr auf eine Gleichbehandlung aller Helfer – übrigens auch in Sachen der Infrastruktur.

Investitionspaket des Landes geht am Kat-Schutz vorbei

Denn dank des frisch geschnürten Investitionspaketes vom Land dürfen Wehren mittlerweile auf die Sanierung ihrer Gerätehäuser durch die Kommunen hoffen. Ganz anders stellt sich die Lage beim Kat-Schutz dar. Für einen Teil der Fahrzeuge auf dem Wurzener DRK-Gelände in der Walther-Rathenau-Straße griff der Kreisverband tief in die eigene Tasche. „Am Standort Grimma mieteten wir extra eine Halle an, die schließlich jeden Monat Kosten verursacht“, schildert Stiller. Und Bitterlich fügt an: „Alles in allem sind das pro Monat 971,92 Euro.“

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DRK will Landtagsabgeordnete einladen

Als nächsten Schritt, kündigte Stiller an, wolle das DRK die Landtagsabgeordneten der Region einladen, damit sich die Politiker und Entscheidungsträger ein Bild von den Zuständen des Kat.-Schutzes machen können. Stiller zum Schluss: „Wir sind jedenfalls froh, dass mit der Petition endlich jemand Tacheles redet und unterstützen das Schreiben in allen Punkten.“ Gefordert wird darin die vollständige juristische Gleichstellung der ehrenamtlichen Helfer der Hilfsorganisationen, die Auflage eines zeitlich begrenzten Förderprogrammes für Investitionen zur Schaffung baulicher Infrastruktur sowie die Anpassung der Fördersätze für den Unterhalt der landeseigenen Katastrophenschutzeinheiten.

www.openpetition.de/petition/online/status6-helfergleichstellung-in-sachsen-jetzt

Von Kai-Uwe Brandt

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