Kostensprung

Machern bittet Eltern mit höheren Beiträgen zur Kasse

In Machern steigen die Elternbeiträge.

In Machern steigen die Elternbeiträge.

Machern. Mit einer unerfreulichen Nachricht beginnt das neue Jahr in Machern. Der Gemeinderat beschloss am Montagabend höhere Elternbeiträge in den Kindereinrichtungen. „Bereits im Verwaltungsausschuss wurde das Thema heftig diskutiert“, erklärte Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) am Montagabend. Doch die Kommune habe mit Blick auf den engen Haushalt einfach keinen Spielraum. Anders sah das Gemeinderätin Jana Strehle (Wir sind Machern): „Ich finde die Erhöhung ganz schön krass, zumal wir die Prozentsätze fast voll ausschöpfen.“ Unterm Strich würde ein Krippenplatz zusätzlich 264 Euro im Jahr mehr kosten. „Das ist der Wahnsinn!“ Zudem stimme auch die Leistung nicht immer. „So müssen Kinder eher abgeholt werden, wenn Erzieher krank sind. Oder Krippenkinder werden schon in der Kita betreut, weil hier ein niedrigerer Personalschlüssel gilt“, schilderte Strehle. Beschlossen wurden folgende monatliche Beiträge: Krippe – 220 Euro (bisher 198 Euro), Kindergarten – 130 Euro (bisher 120 Euro), Hort – 70 Euro (bisher 64).

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Auch Valentin Theil (SPD) beklagte, dass die Diskussion der Kommune immer wieder aufgezwungen werde: „Es ist aber auch eine Frage, wofür eine Gemeinde ihr Geld ausgibt. Ich vermisse den Applaudierverein, der sich eine Schulhofgestaltung für fast eine halbe Million Euro wünscht. Auf der anderen Seite heißt es plötzlich, die Gemeinde hat kein Geld – und dann langen wir bei den Elternbeiträgen dermaßen hin. Das passt doch alles nicht zusammen.“ Uwe Richter (Freie Wählergemeinschaft) machte Bund und Land für die mangelnde Finanzierung der Kinderbetreuung verantwortlich. Eine Alternative sah der Gerichshainer allerdings nicht: „Wenn wir dieses Jahr nicht erhöhen, schlägt der nächste Kostensprung dann um so heftiger zu.“ Kitas in Sachsen, beklagte Richter, seien chronisch unterfinanziert. „Und wir als Gemeinde sind die Gekniffenen.“

Hintergrund: In Sachsen müssen Eltern die Betreuung ihrer Kinder anteilig bezahlen. Die jeweiligen Beträge werden anhand der Betriebskosten für Personal, Heizung ecetera festgelegt. Die Anteile dürfen bei Krippen maximal 23 Prozent betragen, bei Hort und Kindergarten können die Kommunen maximal 30 Prozent verlangen. Machern schöpft diesen Rahmen weitestgehend aus: Mit der aktuellen Steigerung werden in der Krippe 22,37 Prozent, in der Kita 27 und im Hort 29 Prozent der Kosten umgelegt.

Vielleicht, so die Hoffnung der meisten Parlamentarier, würden sich ja die Koalitionäre in Berlin zu kostenfreien Kitas durchringen können. Letztlich gab es für die Erhöhung eine deutliche Mehrheit. Acht Räte stimmten mit Ja, vier mit Nein, einer enthielt sich. Um nicht alle Jahre wieder neue Summen festlegen zu müssen, gingen andere Kommunen bereits dazu über, feste Anteile der Eltern an den Betriebskosten zu definieren. Eine Überlegung, die in Machern keine Rolle spielte. Dafür deutete die Kämmerei schon an, dass es auf Grund verbesserter Betreuungsschlüssel schon bald zu weiteren Kostensteigerungen kommen werde.

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Von Simone Prenzel

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